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Fakten statt Jägerlatein

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Viele Schweizer Hobby-Jäger gehen im Ausland auf Grosswildjagd und bringen das erlegte Tier als Trophäe zurück. Wenn es sich dabei um gemäss Washingtoner Artenschutzabkommen geschützte Tiere handelt, braucht es eine Bewilligung. Von 2010 bis 2018 erlaubte der Bund 423 solcher Einfuhren – auch umstrittene. Für die grüne Nationalrätin Meret Schneider ist die Trophäenjagd «ein Relikt aus der Vergangenheit».

Das NEIN-Komitee – anders als der Jagdverband „Jagd Schweiz“ – gegen das missratene Jagdgesetz hätte eine vernünftige Regelung im Umgang mit dem Wolf begrüsst. Doch die Revision geriet zum völlig unverständlichen Angriff auf zahlreiche Arten geschützter Tiere. Und dies in Zeiten grosser Sorge um die Biodiversität! Die Abschaffung von Bundeskompetenzen bei Abschüssen geschützter Tiere und neue, unklare Formulierungen im Gesetz verletzen die Rechtssicherheit und fördern willkürliche Entscheide. Auch dem Schutz des Bergwalds und der Landwirtschaft erweist das Gesetz einen Bärendienst.

Für die Walliser Gesellschaft für Wildtierbiologie fauna•vs stellt das neue Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel ein Rückschritt gegenüber dem aktuellen Jagdgesetz dar. Mit einer Informationskampagne will fauna•vs die Bevölkerung nun über die vorgesehenen Änderungen im neuen Gesetz und deren Auswirkungen auf die Wildtiere informieren.

Die Jagd auf Raufusshühner und auch auf den Steinbock kann wildbiologisch nicht begründet
werden. Birk- und Schneehuhn richten keine Schäden an; Steinböcke minimal. Raufusshühner stehen durch Klimaerwärmung, zunehmende Störungen und Lebensraumverlust (touristische Infrastrukturen) unter Druck; beim Steinbock wird zunehmend die Inzucht in den Kolonien zum Problem. Die am 27.9.2020 zur Abstimmung kommenden Jagdgesetze sind nicht nur für die Wildtiere missraten.

Zurzeit brodelt es in der bündnerischen Surselva-Region. Meldungen von gerissenen Schafen in nicht oder ungenügend geschützten Herden und in Panik geratene Mutterkühe, welche eine Gefahr für Touristen werden können, gehören bald zur Tagesordnung. In den Medien kann man auch immer wieder lesen, dass trotz Herdenschutz Schafe gerissen würden, Herdenschutz also nicht funktioniere und der Wolfsabschuss die einzige Lösung sei.

Die Meldungen, dass Wölfe ganze Mutterkuhherden in Panik versetzen, die damit eine Gefahr für Touristen werden können, häufen sich. Dass Mutterkühe ihre Kälber verteidigen, ist bekannt und entspricht ihrem natürlichen Instinkt. Sie verteidigen ihre Kälber jedoch nicht nur gegen Grossraubtiere, sondern auch gegen Hunde und allenfalls auch Wanderer und Biker, welche den Kälbern zu nahekommen.

Regulationen sind insbesondere für Menschen da und nicht für Tiere. Wenn im Strassenverkehr ein Tier sich nicht korrekt verhält, wird es auch nicht bestraft. Auch nicht, wenn es ohne Pass die Landesgrenze überschreitet. Die Gewaltlosigkeit ist ein Angelpunkt und Zeichen einer zivilisierten Gesellschaft. Sie bringt Vervollkommnung und guten Charakter einer Gesellschaft und Kulturlandschaft.

In der Schweiz findet in verschiedenen Kantonen bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Pass- und Fallenjagd (1) für Hobby-Jäger statt. Bei diesen hinterhältigen Jagdformen werden Füchse, Dachse, Marder, usw. auch in der winterlichen Notzeit von schweizer Jägern mit Futter (Katzen- und Hundefutter, Jagdabfällen, Innereien, usw.) angelockt, vertraut gemacht und getäuscht, nur um sie sinnlos und zum Spass töten zu können. Eine Tierquälerei sondergleichen.