Jagd

Hobby-Jäger und die Gewalt in unserer Gesellschaft

Die Jagd ist ein Hobby, das – für den überwiegenden Teil seiner Tätigkeit – nicht der Regulierung unserer Ökosysteme dient, Schauplatz barbarischer Praktiken ist, zahlreiche negative Auswirkungen hat und sich einer unvergleichlichen politischen Einflussnahme erfreut, die es ermöglicht, eine Aktivität mit dem einzigen Ziel der privaten Interessen der Hobby-Jäger gegen das allgemeine Interesse aufrechtzuerhalten.
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Das Jagdverhalten der männlichen Hominiden – die aus vegetarischen Vorfahren hervorgegangen sind – hat sich seit dem Pliozän, das heisst, seit mehreren Millionen Jahren entwickelt.

Es wird gesagt, dass das Jagdfieber faszinierend und anziehend ist, ein Verlangen, das den vorübergehenden Verzicht auf körperliche Bedürfnisse, Schmerz, Schweiss, Blut und letztlich die Bereitschaft zum Töten erträglich und sogar appetitlich macht.

Die evolutionäre Entwicklung, die zur „Perversion“ des Jagdtriebes beim heutigen Hobby-Jäger führt, entspringt durch den daraus resultierenden Vorteil der persönlichen und sozialen Macht sowie Dominanz gegenüber Schwächeren.

Blut muss fliessen, um zu töten – ein Akt der Barbarei. Es ist also ein Appetitanreiz, ebenso wie das Ringen des Opfers. Die Jagd ist für Männer, seltener für Frauen, faszinierend und emotional erregend, mit der parallelen Ausschüttung von Testosteron, Serotonin und Endorphinen, die ein Gefühl der Euphorie erzeugen.

Grausamkeit wird Hobby-Jäger grausam machen

Die Aktionen der Hobby-Jäger müssen richtig beleuchtet werden, was die Hauptaktivität der Jagd eigentlich ausmacht: mit einer Waffe in der Natur Wildtiere aufzuspüren.

Hobby-Jäger gehen nicht nur jagen, sind sie bemüht, uns immer wieder daran zu erinnern. Doch diese scheinbar uneigennützigen Nebenhandlungen dienen in der Regel dazu, den Fortbestand der Jagd zu sichern und nicht dem Allgemeinwohl von Mensch oder Wildtier.

Man muss zwischen der Jagd und dem Rest unterscheiden, denn nur weil ein Hobby-Jäger eine Hecke pflanzt, heisst das nicht, dass das Schiessen auf einen Fuchs, Baummarder, Feldhase, Ringeltaube oder Eichelhäher plötzlich sinnvoll ist.

Die grosse Mehrheit – laut Experten ungefähr 95 % – der durch die Jagd getöteten Tiere muss nicht reguliert werden. Dies gilt zum Beispiel für Wildvögel, von denen die meisten Arten auf europäischer Ebene bedroht sind. Oder Füchse, laut zahlreichen Fallbeispiele wie Luxemburg, Grossbritannien, Genf oder Nationalparke.

Die Argumente, mit denen die Praxis der Hobby-Jagd gerechtfertigt werden soll, sind aus wissenschaftlicher und ethischer Sicht unwirksam.

Wenn Sie schon einmal grausame und unhaltbare Videos von Tieren in Schlachthöfen gesehen haben, wissen Sie wahrscheinlich nicht, dass die Jägerschaft nicht weniger grausam ist. Die Hobby-Jäger zeigen es uns täglich in den Social Medias. Es ist auch keine ehrliche Art der Fleischgewinnung, wie Hobby-Jäger fälschlicherweise immer wieder behaupten.

Die Hobby-Jagd hat keine positiven Auswirkungen ausser dem Spass, den sie den Hobby-Jägern bereitet, und der sektiererischen Geselligkeit, die sie in die Dörfer bringt.

Warum sind die Umweltverbände, die viel erfahrener und wissenschaftlich kompetenter sind, nicht die wichtigsten Organisationen, die an der korrekten Verwaltung der Ökosysteme beteiligt? Ein Erklärungsansatz ist, dass sie im Vergleich zum nationalen Jägerverband nur ein geringes politisches Gewicht haben. Um uns einen Einblick in die politische Macht der Jäger zu geben, das Beispiel des Europäischen Iltis: Der Europäische Iltis ist eine Art, die die Jäger überhaupt nicht interessiert. Auf unserer Seite haben wir alle wissenschaftlichen Argumente und offiziellen Bestätigungen, um zu sagen, dass das Europäische Stinktier geschützt und auf die Liste der geschützten Arten gesetzt werden muss, da es vor allem aufgrund der Urbanisierung und der Intensivierung der Landwirtschaft im Begriff ist, zu verschwinden. Seit sechs Jahren wird versucht, das Europäische Stinktier auf diese Liste zu setzen, aber die Jäger sind strikt dagegen, weil es symbolisch eine potenzielle jagdbare Art wegnimmt und sie Angst vor einem Slippery-Slope-Phänomen haben; das heisst, sie glauben, dass diese Einstufung der erste Schritt zu einer entscheidenden Reduzierung der jagdbaren Arten sein wird.

Hobby-Jäger sind unfähig, irgendetwas Fortschrittliches in der Ethik zu tun. Sie sind angewiesen auf Menschen mit Gewissen und entwickeltem Charakter, um etwas Kreatives zu verrichten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es in der Vergangenheit Tierschützer waren, die den Antrieb für Verbesserungen im Wildtierschutz auf der Jagd aufgleisten. Hobby-Jäger reagierten immer widerwillig auf Initiativen. Der gesunde Menschenverstand führte im Jagdwesen zu mehr Wildtierschutz. Zum Beispiel durch die Abschaffungen von Tellereisen oder die Vogeljagd mit Leimruten. Dass, die ganze Munitionsthematik auf den Tisch kam. Tierschützer waren die treibende Kraft, damit die Jagdzeiten eingeschränkt und die Anzahl an jagdbaren Arten reduziert wurde. Um die Ausrottung der Wildtiere zu verhindern, haben Tierschützer den Hobby-Jägern die moralische Verpflichtung zur Hege auferlegt. Die „Ethik“ der Hobby-Jäger rennt traditionell immer dem Zeitgeist hinterher.

Schliesslich gibt es in der dunklen Welt der Jagd fast mafiöse Praktiken, wie zum Beispiel Umweltschützern zu zwingen, Partnerschaften fortzusetzen, da sie sonst keine Zuschüsse mehr erhalten, oder Morddrohungen und Angriffe, die Tierrechtler regelmässig zu spüren bekommen.