Jagd

Hobby-Jagd ist Unkultur

Das heutige Jagdunwesen ist ein nicht endender Teufelskreis, an dem die Hobby-Jäger ihre Freude haben.
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Der moderne Hobby-Jäger ist bekannt für seine zwiespältige Denkweise und ein gestörtes Bewusstsein.

Hobby-Jäger werden zu Recht von Natur- und Tierschützern, Politikern, usw. immer wieder an die kurze Leine genommen. Jeder Hobby-Jäger ist eine Störung und Minderung der Lebensqualität in der Umwelt. In Gebieten, in denen nicht gejagt wird, kann man Wildtiere auch tagsüber aus der Nähe beobachten, ohne dass sie in panischer Angst vor einem davonrennen.

Die meisten Hobby-Jäger von heute sind anachronistisch und leben bei einer genaueren Analyse Gedankengut der puren Gewalt. Hobby-Jäger sind militant. Sie morden aus ihrem Blickwinkel minderwertige Lebewesen oder für eine Trophäe. Das Töten wird mit primitiven und sektiererischen Ritualen sowie Alkohol beglückwünscht und gefeiert. Hobby-Jäger manipulieren, stören, quälen und zerstören. Ihre Taten und Jagdmethoden sind zum Teil so brutal und bestialisch, dass sie sich nicht getrauen, darüber in der Öffentlichkeit zu reden, aus Angst vor Repressalien aus den eigenen Reihen.

Jagd Probleme
Jagd Probleme

Insbesondere der Verein Jagd Schweiz kultiviert in erster Linie Respektlosigkeit und eine Gewaltkultur – genau das Gegenteil, wonach ein kultivierter Mensch in unserer Gesellschaft streben sollte. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird vom Verband Jagd Schweiz gefördert.

Ähnlich gestrickte Individuen, wie die heutigen Hobby-Jäger haben im Mittelalter Jagd auf Hexen, Andersgläubige usw. gemacht oder in der Moderne die Frauen als minderwertige Wesen betitelt, ihnen das Wahlrecht oder die Gleichberechtigung abgesprochen.

Hobby-Jäger orientieren sich gerne an Steinzeitmenschen und sind empfänglich für unwissenschaftliche Theorien, Lügen sowie wilde Fantasien. Ein Zeichen von Primitivität ist die Einbildung und ein stures Beharren darauf.

Die Jagd und der Fleischkonsum spielte bei der Evolution des Menschen eine entscheidende Rolle, behaupten sie immer wieder. Die Jagd ermöglichte erst die Vergrösserung des Gehirns. Dies erzählt man sich in den einschlägigen Jägerkreisen. Dabei wird aber nicht beantwortet, weshalb andere, reine Fleischfresser, kein grösseres Gehirn entwickelten. Hund, Katze und andere Beutegreifer haben sichtbar nicht die grössten Gehirne. Die aktuelle Wissenschaft weiss heute jedoch, dass Vegetarier länger leben und wenn man vegetarisch lebenden Tieren Fleisch verfüttert, sich Geisteskrankheiten entwickeln, wie wir bei den Kühen (BSE) unlängst erfahren mussten. Der Mensch ist in erster Linie Nüsse-, Gemüse-, Obst-, Hülsenfrüchte also Pflanzenesser und nicht Karnivore.

In Tat und Wahrheit weiss die moderne Wissenschaft fast nichts über die Evolution des Gehirns. Es gibt praktisch im Jahreszyklus andere Theorien darüber, aufgrund neuer Entdeckungen und Erkenntnisse.

Die Grösse oder das Gewicht des Gehirns haben auch nichts mit dem Intelligenzquotienten zu tun. Intelligenz entsteht durch Neuronenverbindungen im Gehirn. Das Gehirn eines Mannes ist grösser, als das einer Frau, beide haben aber im Schnitt die gleiche Anzahl Neuronenverbindungen, beim Mann sind diese einfach nur länger.

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Fleischkonsum in unvorstellbare Höhe geschnellt, dennoch wächst das menschliche Gehirn nicht – wie es aufgrund der These der Hobby-Jäger naheliegend wäre, sondern es schrumpft! Dies haben Wissenschaftler der Universitäten von Kalifornien und Pittsburgh beweisen können. Das Gehirn zieht sich zum Beispiel auch zusammen bei lang anhaltenden Depressionen. Das evolutionär bedingte Wachstum des menschlichen Gehirns dürfte viel eher mit der Entdeckung des Feuers zu tun gehabt haben, sodass sich eine Fülle neu verfügbarer Energie zur Verfügung stellte.

Wenn Menschen aus der Not heraus gejagt haben und moderne Hobby-Jäger jetzt behaupten, Fleisch sei für die Entwicklung des Gehirns und dessen Grösse das essenzielle Nahrungsmittel gewesen, ist dies, dem Naturell der Hobby-Jäger, einfach etwas kurz gedacht.

Dass es auch anders geht, zeigt Genf

Der seit 1974 von Hobby-Jäger befreite Kanton Genf hat die, durch die unprofessionellen Hobby-Jäger und selbstsüchtigen Jagdverwaltungen, hausgemachten Wildtierprobleme nicht. 2011 wurde zum Beispiel kein einziger Rotfuchs, Marder, Reh, Rothirsch, Dachs usw. geschossen.

Unwiderlegbare Beweise für mehr Biodiversität sind Gebiete, in denen die Jagd verboten wurde, wie der ausgedehnte Nationalpark Gran Paradiso in Italien (seit 1922 jagdfrei). Die Jagdbefürworter versuchten auch damals das Schreckgespenst einer zu hohen Wilddichte in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern und ihnen einzureden, dass durch ein Verbot der Jagd erhebliche Schäden an Wald und in der Landwirtschaft zu erwarten seien. Die Wirklichkeit sieht aber auch anders aus: Die Grösse der Wildpopulationen und die Schäden durch Wildverbiss sind in den jagdfreien Gebieten nicht grösser als in den Gebieten, in denen gejagt wird.

Hobby-Jäger bekämpfen in der Regel auch keine Seuchen, sondern sind die Seuche. Im Volksmund werden Hobby-Jäger deshalb heute auch als die grüne Pest benannt. Hobby-Jäger erfreuen sich an Kadavern und essen sie auch noch. Wildtiere haben unter dem Joch der Hobby-Jäger praktisch kein Recht auf eine natürliche Sterblichkeit. Wildtiere mögen keine Hobby-Jäger.

Hobby-Jäger und Jagddruck sind das Problem und die Ursache für grosse Wildtierpopulationen, wie man unlängst herausgefunden hat. Die Jagd dient in erster Linie dazu, persönliche und wirtschaftliche Interessen mit Gewalt durchzusetzen, die durch selbst gemachte Überpopulationen bestimmter Wildtierarten entstehen.

Durch die Hobby-Jäger werden einige Wildtiere widernatürlich in den schützenden Wäldern parkiert, um sie anschliessend als Schädlinge zu titulieren. Hobby-Jäger haben Spass am Töten von Lebewesen.

Die heutige Hobby-Jagd jedoch zerstört das soziale Zusammenleben der Wildtierarten, das ökologische Gleichgewicht, ihre natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag – zur Nacht­aktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern. Von einer artgerechten Lebensweise der Wildtiere kann keine Rede sein.

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie sowie Fallbeispiele zeigen auf, dass sich die Bestandsdichte von Wildtieren dynamisch aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima, Krankheiten, Ressourcen sowie sozialen und physiologischen Faktoren usw. ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nicht zerschossen wird. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöhen die Reproduktionsraten einiger betroffenen Tierpopulationen, was man nicht nur bei den Wildschweinen, Füchse, Rehen, Hirschen, Tauben, sondern bei jeder Spezies (Arterhaltung, Überlebensinstinkt, Geburtenausgleich usw.) beobachten kann.

Kulturlandschaft bedeutet auch, dass man die Kultur der Gewaltlosigkeit gegenüber Lebewesen praktiziert. Jagd auf Lebewesen ist Unkultur, genauso wie es Sodomie, Stierkampf oder Krieg ist. Zivilisierte Kultur ist: Du sollst nicht töten, dies hatte auch Hubertus – der Schutzpatron der Jäger – erkannt.

Mehrwert:

Interessen-Gemeinschaft Wild beim Wild

Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates. Die IG unterstützt wissenschaftliche Methoden der Immunokontrazeption für Wildtiere.