5. Juni 2026, 07:28

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Zoo

Zoo Zürich schläfert fünftes Elefantenbaby seit 2020 ein

Im Zoo Zürich ist erneut ein Elefantenbaby gestorben. Das Jungtier kam am 2. Juni 2026 zur Welt, konnte aber seine Hinterbeine nicht ausreichend belasten und blieb trotz mehrerer Versuche liegen. Der Zoo entschied sich daraufhin, das Tier im Sinne des Tierwohls einzuschläfern.

Redaktion Wild beim Wild — 5. Juni 2026

Es ist bereits das fünfte Elefantenkalb seit 2020, das den Zoo Zürich nicht überlebt hat.

Darunter sind Tiere, die kurz nach der Geburt wegen Fehlbildungen starben, eines, das mutmasslich in der Herde totgetreten wurde, sowie das Jungtier Zali, das im September 2025 nach einer Beinverletzung beim Spielen an einer Darmverdrehung verendete. Hinzu kamen 2022 drei weitere Elefanten, die dem Elephant Endotheliotropic Herpes Virus (EEHV) erlagen.

Zoodirektor Severin Dressen räumt ein, die Situation sei «frustrierend», sieht aber keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Todesfällen. Die Fälle seien Einzelfälle ohne erkennbares Muster.

Tierschutzorganisation fordert Konsequenzen

Die Fondation Franz Weber bezeichnet die wiederholten Todesfälle nicht als bedauerliche Einzelfälle, sondern als Beleg dafür, dass die Zoohaltung den Bedürfnissen von Elefanten grundsätzlich nicht gerecht wird. Die Organisation fordert den sofortigen Ausstieg des Zoo Zürich aus dem europäischen Zuchtprogramm, ein Ende der Transfers zwischen Zoos sowie langfristig die Schliessung der Elefantenanlage.

Kommentar der Redaktion IG Wild beim Wild

Die Serie von Todesfällen im Zoo Zürich wirft grundlegende Fragen zur Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft auf. Elefanten sind hochintelligente Sozialwesen, die in der Wildnis täglich Dutzende Kilometer zurücklegen und in komplexen Familienverbänden leben. Eine Zooanlage, wie grosszügig sie auch konzipiert sein mag, kann diesen Raum- und Sozialbedürfnissen strukturell nicht entsprechen. Dass Zoodirektor Dressen das Scheitern der Zucht als «Teil der Natur» bezeichnet und gleichzeitig die Haltungsform für unangreifbar erklärt, ist bezeichnend: Es wird nicht gefragt, ob Elefanten in Gefangenschaft gehalten werden sollten, sondern nur, wie man das bestehende System optimieren kann.

Die Fondation Franz Weber zieht die richtige Konsequenz. Wer Tierwohl ernst nimmt, muss die Frage stellen, ob es ethisch vertretbar ist, Wildtiere überhaupt in Zoos zu halten. Und beim Zoo Zürich, der sich gerne als Vorzeigebetrieb präsentiert, ist diese Frage nach dem fünften Elefantentod in sechs Jahren mehr als berechtigt.

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