20. Juni 2026, 10:32

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Schluss mit der Fuchsjagd – schreib deinem Kantonsrat

Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 19’000 Rotfüchse erschossen. Offizielle Begründung: Bestandsregulierung, Seuchenbekämpfung, Schutz von Bodenbrütern. Mehr als 30 Jahre wildbiologische Forschung zeigen übereinstimmend keine nachhaltige Regulationswirkung durch die Fuchsjagd.

Der Kanton Luzern ist der einzige Kanton, der den Gesundheitszustand erlegter Füchse systematisch erfasst. Von 2’217 getöteten Füchsen hatten nur 39 einen Krankheitsbefund. Über 98 Prozent der erschossenen Tiere waren gesund. Gleichzeitig zeigt eine französische Studie (Comte et al. 2017), dass intensive Bejagung die Prävalenz des Fuchsbandwurms von 44 auf 55 Prozent erhöht – weil Jungfüchse die Lücken füllen und höhere Parasitenlast tragen. In Luxemburg sank die Befallsrate nach dem Fuchsjagdverbot 2015 von rund 40 auf unter 20 Prozent.

Die meisten Kantone beantworten Petitionen zur Fuchsjagd ohne eine einzige Studie zu nennen. Kanton Zug ist die einzige Ausnahme: Er gab 2025 eine unabhängige Studie bei SWILD in Auftrag. Das Ergebnis (Mai 2026): Fuchsjagd reguliert Bestände nicht nachhaltig, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht und ist nicht-letalen Methoden unterlegen.

Du kannst etwas tun – egal in welchem Kanton du lebst. Schreib deinem Kantonsrat oder deiner Nationalrätin direkt als persönliche E-Mail. Das ist legal, wirksam und kostet dich fünf Minuten.

Wähle deinen Kanton

Für folgende Kantone haben wir vollständige Kontaktlisten und kantonsspezifische Hintergründe aufbereitet:

👉 Kanton Luzern – 120 Kantonsräte mit E-Mail-Adressen; RUEK hat Petition ohne Studien abgewiesen

👉 Kanton Glarus – Mitgliederliste nach Partei; Regierung hat Petition ohne Studien abgewiesen

👉 Kanton Basel-Landschaft – Landratsmitglieder mit E-Mail-Adressen; Regierung hat Petition ohne Studien abgewiesen

👉 Kanton Zug – einziger Kanton mit unabhängiger Wissenschaftsstudie (SWILD 2026); erste Konsequenzen gezogen

👉 Kanton Bern – parteiübergreifende Motion im Grossen Rat (GLP, SP, SVP, Grüne, EVP, FDP); Regierung gibt selbst zu, Fuchsjagd sei «faktisch ein Selbstzweck»

In allen anderen Kantonen kannst du den universellen Musterbrief unten verwenden und die E-Mail-Adressen über die Website deines Kantonsrats beziehen.

Musterbrief – für alle Kantone verwendbar

Kopiere diesen Text in dein Mailprogramm, passe Name, Wohnort und Anrede an, und schick ihn als persönliche E-Mail. Bitte nicht als Massenversand – nur als individuelle, persönliche Nachricht.

Betreff: Fuchsjagd – bitte handeln Sie

Sehr geehrte Frau [Name] / Sehr geehrter Herr [Name]

Ich wende mich als Bürgerin / Bürger direkt an Sie, weil mich die Praxis der Fuchsjagd in der Schweiz beschäftigt.

Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 19’000 Rotfüchse erschossen. Der Kanton Luzern ist der einzige, der den Gesundheitszustand erlegter Füchse systematisch erfasst: Von 2’217 getöteten Tieren hatten nur 39 einen Krankheitsbefund – über 98 Prozent waren gesund. Kein signifikanter Beitrag zur Seuchenkontrolle ist damit erkennbar, denn wer fast ausschliesslich gesunde Tiere erlegt, dämmt keine Krankheit ein.

Mehr als 30 Jahre wildbiologische Forschung zeigen übereinstimmend keine nachhaltige Regulationswirkung durch die Fuchsjagd. Kompensationseffekte – höhere Geburtenraten, Zuwanderung – gleichen Abschüsse rasch aus (Baker & Harris 2006; Rushton et al. 2006; Kämmerle et al. 2019). Beim Fuchsbandwurm ist die Jagd sogar kontraproduktiv: Eine Studie aus dem Raum Nancy (Comte et al. 2017) zeigte, dass intensive Bejagung die Prävalenz in untersuchten Regionen von 44 auf 55 Prozent erhöhte, weil Jungfüchse die Lücken füllen und höhere Parasitenlast tragen. In Luxemburg sank die Befallsrate laut nationalem Monitoring nach dem Fuchsjagdverbot 2015 von rund 40 auf unter 20 Prozent.

Die Tollwut wurde nicht durch die Jagd besiegt, sondern durch Impfköder-Programme ab 1978. Füchse sind ausserdem natürliche Schutzfaktoren gegen Zeckenkrankheiten: Sie regulieren Mäuse und Nager, die als Hauptreservoire für Borreliose-übertragende Zecken gelten. Der Schweizerische Nationalpark ist seit 1914 jagdfrei – über hundert Jahre, ohne Bestandsexplosion oder Seuchenprobleme.

Kanton Zug hat 2025 als einziger Kanton eine unabhängige Studie zur Fuchsjagd in Auftrag gegeben (SWILD, Mai 2026). Das Ergebnis: Die Fuchsjagd zeigt keine nachweisbare regulatorische Wirkung auf den Bestand, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht und ist nichtletalen Schutzmassnahmen unterlegen. Die Jagdkommission hat daraufhin beschlossen, die Fuchsjagd nicht mehr proaktiv zu fördern. Der Kanton Genf kommt seit 1974 ohne Hobby-Jagd aus – und damit faktisch auch ohne Fuchsjagd: Nur staatliche Wildhüter dürfen dort eingreifen, in den letzten zwei Jahren ohne einen einzigen Regulierungsabschuss.

Ich bitte Sie, sich für eine wissenschaftlich fundierte Überprüfung der Fuchsjagd einzusetzen und zu prüfen, ob diese Praxis – ohne nachgewiesenen Nutzen, mit erheblichem Tierleid und auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – noch zeitgemäss und verhältnismässig ist. Kein Bundesgesetz zwingt die Kantone zur Fuchsjagd. Der Kanton Zug hat gezeigt, dass der Handlungsspielraum genutzt werden kann.

Freundliche Grüsse
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[Ihr Wohnort]

 

Wichtiger Hinweis

Wir stellen hier keine automatisierten Versandfunktionen bereit. Bitte kopiere den Musterbrief in dein eigenes Mailprogramm und schicke ihn als persönliche E-Mail. Individuelle, persönliche Nachrichten sind sauberer und politisch wirksamer als Massenversand.

E-Mail-Adressen der Kantonsräte findest du über die offiziellen Websites deines Kantonsparlaments – meistens unter «Mitglieder» oder «Ratsmitglieder».

Was die Wissenschaft sagt

Mehr als 30 Jahre wildbiologische Forschung zeigen übereinstimmend: Intensive Fuchsjagd senkt Populationen nicht nachhaltig, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht und schützt Bodenbrüter nicht wirksam. Kanton Zug hat dies 2026 durch SWILD bestätigen lassen. Kantone wie Genf (seit 1974) und Länder wie Luxemburg (seit 2015) belegen, dass Wildtiermanagement ohne Hobby-Jagd funktioniert.

Die vollständige Studienübersicht: Studien: Auswirkung der Hobby-Jagd auf Wildtiere

📌 SWILD – Kistler C. & Bontadina F. (2026): Wissenschaftliche Grundlagen zur Fuchsjagd. Kanton Zug.
Der bisher einzige kantonale Auftragsbericht zur Fuchsjagd in der Schweiz. Kein nachhaltiger Regulierungseffekt, kein Beitrag zur Seuchenbekämpfung, nicht-letale Methoden überlegen.

📌 Jiguet F. et al. (2026): Biological Conservation.
383’299 Rotfüchse pro Jahr in Frankreich getötet – kein statistischer Zusammenhang mit Schadensreduktion. Kontrollkosten übersteigen Schäden um das Achtfache.

📌 Comte S. et al. (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm.
Intensive Bejagung erhöhte die Fuchsbandwurm-Prävalenz von 44 auf 55 Prozent.

📌 Baker PJ et al. (2002): Effect of British hunting ban on fox numbers. Nature.
Während des britischen Jagdverbots 2001 kein Anstieg der Fuchsbestände.

Was in den Kantonen bisher passiert ist

📌 Fuchsjagd Luzern: 98 Prozent der erlegten Tiere gesund
Die kantonseigene Statistik widerlegt die Hauptbegründung für die Fuchsjagd.

📌 Fuchsjagd: Berner Regierung will Evidenz nicht prüfen
Der Berner Regierungsrat lehnt eine parteiübergreifende Motion ab.

📌 Fuchsjagd stoppen – Grosser Rat Bern anschreiben
Parteiübergreifende Motion im Grossen Rat; Regierungsrat räumt ein, Fuchsjagd sei «faktisch ein Selbstzweck». Entscheid voraussichtlich Herbstsession 2026.

📌 Glarus lehnt Petition zur Fuchsjagd ab, ohne die Evidenz zu prüfen
Drei Absätze, keine einzige Studie, Petition abgelehnt.

📌 Kanton Basel-Landschaft antwortet auf Fuchsjagd-Petition – ohne eine einzige wissenschaftliche Quelle
Vier Seiten Verwaltungssprache, kein einziger Studiennachweis.

📌 Nach Bern und Luzern: Basel hinterfragt die Fuchsjagd
Im Basler Grossen Rat verlangt eine Grossrätin eine wissenschaftliche Prüfung.

📌 Luzern und der Rotfuchs: Wenn Politik Fakten ignoriert
Die RUEK winkt die Petition ab – Luxemburg, Genf und der Tessin zeigen längst das Gegenteil.

📌 Millionenfach getötet – für nichts: Neue Studie entlarvt Jägerlatein
Studie in «Biological Conservation»: Abschüsse senken weder Populationen noch Schäden.

📌 Hobby-Jäger als falsche Wildtierexperten
Wie Pascal Wolf in über 12 Kantonen Petitionen einreichte – und was die Behörden daraus machten.