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Jagd

Hobby-Jäger schaffen «Landschaft der Angst»

Hobby-Jäger verändern wie Beutegreifer die Wanderungen und Gewohnheiten von Wildtieren. Sie schaffen eine «Landschaft der Angst».

Redaktion Wild beim Wild — 23. Januar 2023

Negativer Einfluss auf Wanderungen und Gewohnheiten

Hobby-Jäger haben einen starken negativen Einfluss auf die Wanderungen und die Gewohnheiten von Wildtieren.

Die Ergebnisse aus Beobachtungen zeigen, dass Hobby-Jäger, wie andere grosse Beutegreifer auch, oft eine «Landschaft der Angst» schaffen und allein durch ihre Anwesenheit die Nutzung eines Gebietes durch die Tiere stark verändern.

Sowohl Beutegreifer als auch Beutetiere ändern ihre Aufenthaltsorte und -zeiten in bestimmten Gebieten, wenn Hobby-Jäger anwesend sind. Einige Wildtiere verlassen die Orte, die sie zuvor genutzt hatten, ganz, andere nutzten sie seltener, und wieder andere gingen zu nächtlichen Aktivitäten über, um den Hobby-Jägern zu entgehen.

Sozialstrukturen werden zerstört

Der Stress und die Manipulation, welche die Hobby-Jagd auf die Tiere ganzjährig ausübt, schränkt erheblich die Fähigkeit der Wildtiere ein, in Frieden und Ruhe Nahrung aufzunehmen, ein normales Sozialverhalten aufrechtzuerhalten, sich frei zu bewegen und die Population den gegebenen Ressourcen anzupassen. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle.

Die heutige Hobby-Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, und führt zu verstärkter Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete und unnatürlichen Tierkonzentrationen in den Wäldern und sogar in Städten.

Niederjagd ist nicht notwendig

Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeige, die Natur könne man sich selber überlassen. Rein pragmatisch gesehen ist die Niederjagd nicht notwendig.

Heinrich Haller, Ex-Nationalparkdirektor und Wildbiologe

Es geht bei der Jagd nicht um eine umfangreiche Biodiversität oder Schutz einzelner Wildtiere, sondern um Geld und Vergnügen. Das Genfer Modell zeigt seit 1974, dass professionelles Wildtiermanagement ohne Hobby-Jagd funktioniert.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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