Podcast-Episode: Jagd, Wildtiere und Tierschutz
Wolf, Wild und Wahrheit: Was übrig bleibt, wenn jemand nachfragt.
In dieser Folge nimmt sich die Redaktion «Wild beim Wild» jener Schlagzeilen vor, die schneller kursieren als die Fakten, die sie belegen sollten.
Ausgangspunkt ist ein toskanischer Vorfall, der europaweit als bestätigter Wolfsangriff verbreitet wurde, obwohl weder eine DNA‑Probe noch eine amtliche Bestätigung vorlagen. Korrekt wäre «vermeintlicher Wolfsangriff» gewesen. Behörden stellten später fest, dass sich beim Erscheinen des Tieres niemand im Garten befand.
Dasselbe Muster zieht sich durch die baltische Jagdpolitik: Lettland erhöht die Wolfsquote auf 400 Tiere, obwohl der eigene Rechnungshof die Bestandsbewertung als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Und in Schwyz sammelt die SVP Geld für Bussen, die es bislang nie gab.
Weiter geht es um den in Freiburg praktisch ausgestorbenen Auerhahn, dessen Bestand schweizweit von rund 1100 auf 380 bis 480 balzende Hähne gesunken ist, vollständig in einer Zeit ohne legalen Abschuss. Trotzdem fordert der Jagdverband mehr Technik statt Selbstreflexion. Dazu kommen steigende Wildschweinschäden trotz Rekordabschüssen von über 12’000 Tieren, ein Graubündner Hirschbestand, den erst Wolf und Luchs nachweislich senkten, sowie eine Undercover-Recherche über Gewalt in italienischen Zirkussen.
Die verbindende Frage: Wer prüft die Grundlagen, auf denen Entscheide gefällt werden? Und wer trägt die Kosten, wenn niemand nachfragt?
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