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Podcast-Episode: Jagd, Wildtiere und Widerstand

Todesfälle, Verstösse, Wolfsabschüsse und Rekordpläne: Wild beim Wild analysiert, was die Jagdsaison 2026/27 in der Schweiz und Europa wirklich zeigt.

Redaktion Wild beim Wild · 20. September 2026

In dieser neuen Folge von «Wild beim Wild» geht es um die Jagdsaison 2026/27 und die wachsende Kluft zwischen offiziellen Beteuerungen und dokumentierten Tatsachen.

Im Tessin begann die Hochjagd am 5. September mit rund 1’800 Hobby-Jägern; bereits am ersten Wochenende kamen zwei Männer bei Abstürzen ums Leben. Gleichzeitig zeigen die kantonalen Zahlen für 2024 190 Selbstanzeigen, 82 Disziplinarbussen und 186 Übertretungsverfahren – obwohl der Präsident der Tessiner Jägerföderation schwere Verstösse als «fast verschwunden» bezeichnete.

Die Episode beleuchtet zudem einen illegalen Helikoptertransport eines im Piemont erlegten Hirsches, das Bundesgerichtsurteil gegen einen Zürcher Jäger wegen unterlassener Trichinellenprobe und Nachsuche sowie die geringe Busse nach der Tötung einer geschützten Wölfin im Wallis. Im Zentrum steht die Frage, wie wirksam Selbstkontrolle, kantonale Aufsicht und Sanktionen tatsächlich sind.

Auch die Jagdpolitik gerät unter Druck: Offene Briefe an Appenzell Ausserrhoden und Solothurn thematisieren die Fuchsjagd ohne klare wissenschaftliche Erfolgskontrolle. Ein internationales Faktenpapier stellt zentrale Rechtfertigungen der Trophäenjagd infrage, während Proteste und Petitionen in Italien, Frankreich und Polen zeigen, dass die Kritik an der Hobby-Jagd europaweit wächst.

In Graubünden geht es um 4’616 geplante Rothirschabschüsse, die Regulierung von 17 der 18 bekannten Wolfsrudel und offene Fragen zur Datengrundlage der Jagdplanung. Die Folge verbindet Vorfälle, Urteile, kantonale Zahlen und europäische Mobilisierung zu einer zentralen Erkenntnis: Das eigentliche Problem bleibt das Dunkelfeld – nicht gemeldete Verstösse, nicht gefundene verletzte Tiere und eine Kontrolle, deren Umfang niemand verlässlich beziffern kann.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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