30. August 2026, 09:19

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Podcast-Episode: Mystik, Jagd und Macht

Was sagen Weltreligionen und ein Mystiker des 20. Jahrhunderts zur Hobby-Jagd? Von Ahimsa bis zum «steinernen Herzen»: eine Spurensuche.

Redaktion Wild beim Wild — 30. August 2026

Diese Podcast-Ausgabe von Wild beim Wild verbindet zwei Perspektiven auf dieselbe Grundfrage: Was sagt es über Menschen aus, wenn sie über Tiere herrschen, obwohl kein Überleben davon abhängt?

Im ersten Teil geht es um religiöse und spirituelle Traditionen und ihre ethische Haltung gegenüber Tieren und Hobby-Jagd. Ein ausdrückliches Jagdverbot findet sich zwar nur selten, doch viele zentrale Lehren stellen vermeidbares Töten, Gewalt und die Vorstellung menschlicher Herrschaft über andere Lebewesen grundsätzlich infrage.

Swami Sivananda vertritt mit dem Prinzip der Ahimsa die weitreichendste Position: Gewaltlosigkeit gelte ohne Ausnahme gegenüber allen Lebewesen, in Gedanken, Worten und Taten. Wenn bereits vermeidbares Töten zur Ernährung moralisch problematisch sei, lasse sich Trophäen- oder Freizeitjagd erst recht kaum rechtfertigen.

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Auch Franz von Assisi steht für eine Beziehung zu Tieren, die nicht von Besitz und Beute, sondern von Geschwisterlichkeit geprägt ist. Die Ausgabe trennt dabei sorgfältig zwischen belegten Aussagen und verbreiteten, aber nicht quellenkritisch gesicherten Zitaten. Die Hubertus-Legende wird ebenfalls neu gelesen: Sie erzählt nicht von einer Heiligung der Jagd, sondern von einer moralischen Umkehr, der Jäger lässt von der Jagd ab.

Buddha, Mahavira und Papst Franziskus ergänzen diese ethische Linie. Die buddhistische Lehre verbietet Töten, Töten-Lassen und die Billigung des Tötens. Die jainistische Ahimsa fordert, keinem empfindungsfähigen Wesen Schaden zuzufügen. Papst Franziskus kritisiert in «Laudato si’» die Vorstellung einer absoluten menschlichen Herrschaft über andere Geschöpfe. Zusammen ergeben diese Positionen kein einheitliches religiöses Jagdverbot, aber einen deutlichen Massstab gegen vermeidbare Gewalt, Tierquälerei und die Reduktion von Wildtieren auf Trophäen.

Im zweiten Teil widmet sich die Folge der Jagd- und Machtkritik eines spirituellen Lehrers des 20. Jahrhunderts. Seine Begegnung mit einem Hobby-Jäger verdichtet die Kritik: Wer ein Tier tötet, obwohl Nahrung vorhanden ist und das Töten lediglich als «Spiel» versteht, sucht nach dieser Lesart nicht Nahrung, sondern Macht über ein wehrloses Lebewesen.

Die Kritik reicht über die Hobby-Jagd hinaus. Der Mystiker sieht auch politische Macht als Ausdruck eines inneren Mangels: Menschen versuchten, Minderwertigkeitsgefühle durch Herrschaft über andere auszugleichen. Seine provokante Diagnose lautet, dass sowohl Hobby-Jäger als auch Politiker nach Kontrolle über Schwächere strebten, statt inneres Bewusstsein zu entwickeln. Sein Bild vom Baum verdeutlicht den Anspruch: Politik beschneide oft nur die sichtbaren «Blätter», während echte Veränderung an den gesellschaftlichen und persönlichen «Wurzeln» ansetzen müsse.

Kerngedanke

Quer durch Religionen, spirituelle Lehren und Mystik wiederholt sich ein ethisches Motiv: Stärke zeigt sich nicht in Herrschaft über Schwächere, sondern in Mitgefühl, Gewaltlosigkeit und der Anerkennung anderer Lebewesen als Individuen. Die Folge fragt deshalb, ob Hobby-Jagd mit einer Ethik vereinbar sein kann, die Tiere nicht als Ressourcen, Trophäen oder verfügbaren Bestand betrachtet.

Interne Verlinkung passt zu den Dossiers Psychologie & Jagd und Tierrechte.

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