Podcast-Episode: Jagd, Wildtiere und Tierschutz
Vier Themenfelder, eine Frage: Was erzählen die Zahlen, die in der Selbstdarstellung der Hobby-Jagd fehlen?
In dieser Folge nimmt die IG Wild beim Wild vier Themenfelder auseinander.
Zuerst geht es um die Widersprüche der Jagdethik: Im Kanton Jura leisten Hobbyjäger jährlich einen Arbeitstag für die Natur – während ihr Präsident gegen Wolf und Luchs mobilmacht. Dazu kommt eine Verwundungsrate von 54 Prozent bei der Bogenjagd.
Danach stellt sich die Frage, wessen Angst politisch zählt: keine dokumentierten Wolfsbisse an Menschen in der Schweiz seit 1995, aber 860 Hundebisse allein im letzten Jahr im Kanton Zürich. Und in den Nordvogesen hat Luchsin Lycka Nachwuchs bekommen – den ersten seit dem 17. Jahrhundert.
Im dritten Teil geht es um die Rückkehrer der Lüfte: die erste Fischadler-Brut in der Drei-Seen-Region seit 1914 und den Storchen-Rekord von 1’770 überwinternden Tieren. Demgegenüber stehen Brieftauben-Wettflüge mit Verlustquoten von über 50 Prozent.
Zum Schluss geht es um das, was nach dem Jagdtag auf dem Teller landet: Bleimunition im Wildbret, amtliche Warnungen für Schwangere und Kinder sowie die Vergiftung von Beutegreifern.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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