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Podcast-Episode: Tierrechte zwischen Jagd und Schutz

Wenn Studien die Jagdlegenden widerlegen, Protest verschwindet und Tierschutz selektiv bleibt.

Redaktion Wild beim Wild — 23. August 2026

In dieser Podcast-Ausgabe von Wild beim Wild geht es um eine Häufung von Ereignissen, die gängige Narrative über Jagd, Tierrechte und Tierschutz infrage stellen: Studien entziehen der Fuchsjagd ihre empirische Grundlage, eine grosse Tierrechtsdemonstration in Zürich bleibt medial fast unsichtbar, und ein tragischer Todesfall im Tessin wirft Fragen über politischen Druck und persönliche Folgen von Aktivismus auf.

Im Schwerpunkt Jagd und Wissenschaft zeigen mehrere Untersuchungen, dass intensive Fuchsbejagung weder Fuchsbestände nachhaltig senkt noch Geflügelschäden zuverlässig reduziert. Viele Schäden hängen vielmehr mit mangelhafter Sicherung von Tierhaltungen zusammen. Auch wirtschaftlich erscheint die Bejagung fragwürdig: Kontrollkosten können gemeldete Schäden deutlich übersteigen. Für die Schweiz wird zudem thematisiert, dass Wolfsabschüsse erhebliche öffentliche Kosten verursachen können, während Kantone diese Vollzugskosten teils nicht transparent ausweisen.

Weitere Beispiele zeigen, wie schwer sich Institutionen mit Alternativen zum Töten tun: Vier Damhirschböcke im Tierpark Königsfelden wurden erschossen, obwohl frühere Vermittlungen einzelner Tiere möglich gewesen waren. Der Welttag für das Ende des Speziesismus am 29. August bildet den ethischen Rahmen für die Forderung, Wildtiere als Individuen mit eigenen Interessen statt als verfügbaren Bestand zu behandeln.

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft mediale Sichtbarkeit. Die laut Veranstaltern grösste Tierrechtsdemonstration der Schweiz mit 3’200 Teilnehmenden in Zürich erhielt kaum Aufmerksamkeit in grossen Schweizer Online-Medien. Gleichzeitig verweist die Ausgabe auf internationale Resonanz: BBC Future verlinkte einen Beitrag von wildbeimwild.com zur wissenschaftlich umstrittenen Einstufung des Waschbären als invasive Art.

Unter dem Thema «Rettung und ihre Grenzen» wird deutlich, dass Tiere aus Pelzfarmen oder langjähriger Gefangenschaft oft nicht einfach ausgewildert werden können. Die Geschichte von SaveAFox und eine Studie zu verwaisten Grizzlybären zeigen: Gut gemeinte Pflege kann Tiere für das Überleben in Freiheit ungeeignet machen. Auch Zoos leisten laut der besprochenen Auswertung nur begrenzt Beiträge zu Auswilderungen, insbesondere bei Karnivoren.

Zum Schluss thematisiert die Folge Doppelstandards im Tierschutz. Die Strafanzeige des Schweizer Tierschutzes im Fall Ramiswil fordert für getötete Hunde individuelle Prüfung und Alternativen zur Tötung. Diese Prinzipien gelten jedoch nicht für die Millionen Nutztiere, die jährlich in der Schweiz geschlachtet werden. Der Fall wird als Ausdruck von Speziesismus eingeordnet.

Die Ausgabe endet mit dem Tessiner Fall um Regierungsrat Zali: Nach veröffentlichten Audioaufnahmen kündigte er seinen Rücktritt an; kurz darauf wurde eine langjährige Präsidentin der Tierrechtsgruppe «Offensiva Animalista», die die Aufnahmen verbreitet hatte, tot im Luganersee gefunden. Die Todesursache war zum Redaktionsschluss ungeklärt.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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