21. August 2026, 11:40

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Podcast-Episode: Schweizer Tierschutz-Label-Kompass: Warum «Tierschutz» hier der falsche Begriff ist

Der Beitrag kritisiert den Label-Kompass des Schweizer Tierschutzes nicht primär wegen einzelner Bewertungen, sondern wegen seiner Grundlogik: Er bewertet Bedingungen der Tierhaltung, stellt das Töten der Tiere jedoch nicht infrage. Damit, so die zentrale These, verwaltet er ein System, das er eigentlich überwinden müsste.

Redaktion Wild beim Wild — 2. August 2026

Der neue Label-Kompass des STS ordnet Fleisch-, Ei- und Milchprodukte in vier Kategorien ein: von «sehr gut» bis «unbefriedigend».

Das klingt nach Orientierung und mehr Respekt gegenüber Tieren. Doch Wild beim Wild fragt: Was bedeutet «Tierschutz», wenn die Tiere trotz besserer Labels weiterhin getötet werden?

2025 wurden in der Schweiz über 86 Millionen sogenannte Nutztiere geschlachtet – mehr als im Vorjahr. Der Artikel sieht darin den entscheidenden Widerspruch: Während sich die Label-Landschaft ausweitet und Haltungsstandards differenzierter bewertet werden, steigt die Zahl der getöteten Tiere weiter. Labels können einzelne Bedingungen verbessern, aber sie retten kein Tier vor dem System der Nutzung und Schlachtung.

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Der STS vertritt nach eigener Aussage den Ansatz, die Bedingungen einer gesellschaftlich bestehenden Produktion tierischer Lebensmittel zu verbessern. Genau das kritisieren Tierrechtsorganisationen: Auch in gut bewerteten Labelproduktionen seien schwerwiegende Leidensformen erlaubt, etwa die CO₂-Betäubung von Schweinen oder Verletzungen bei Legehennen. Zudem könne ein gutes Label einen moralischen Entlastungseffekt auslösen: Menschen konsumieren weiter, weil sie sich durch die Kaufentscheidung bereits auf der richtigen Seite fühlen.

Der Beitrag ordnet diese Kritik als Frage des Speziesismus ein: Warum gilt das Töten und Essen bestimmter Tiere als normal, während es bei Hunden oder Katzen gesellschaftlich und rechtlich geächtet wäre? Aus dieser Perspektive ist «Tierschutz» ein irreführender Begriff, wenn er weder Leben noch körperliche Unversehrtheit schützt, sondern vor allem Haltung und Tötung innerhalb eines bestehenden Systems reguliert.

Hinzu kommen gesundheitliche, ökologische und klimatische Folgen eines hohen Konsums tierischer Produkte. Die Kernaussage lautet deshalb: Ein Label kann Missstände punktuell abmildern, aber nicht die Menge der Tierhaltung, die Zahl der getöteten Tiere oder die grundlegende Nutzung fühlender Lebewesen lösen. Der Label-Kompass wird so nicht als Ausstieg aus dem System verstanden, sondern als Instrument, das dessen Akzeptanz stabilisieren kann.

Ein Kompass kann Orientierung geben, aber entscheidend ist, wohin er zeigt: zu weniger Leid und weniger Tieren im System, oder nur zu einem etwas besser etikettierten «Weiter so».

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