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Jagd

Melanie Glaus aus Buochs ist Killerin des Jahres

Der Verein Jagd Schweiz kultiviert in erster Linie Respektlosigkeit und eine Gewaltkultur – genau das Gegenteil, wonach ein kultivierter Mensch in unserer Gesellschaft streben sollte.

Redaktion Wild beim Wild — 13. Mai 2025

Seit dem Jahr 2015 wählt das Umfeld der Freizeitkiller vom Verband Jagd Schweiz sexistisch eine Hobby-Jägerin des Jahres, pünktlich zum Auftakt der Bockjagd, die Leiden schafft.

Sie soll als Botschafterin der Jagd an verschiedenen Ausstellungen und Anlässen wie Podien, Schulbesuchen, Delegiertenversammlungen, Jagdmessen und verschiedensten weiteren Veranstaltungen teilnehmen. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die 35-jährige Melanie Glaus. Die Schweizer Hobby-Jägerin des Jahres, 2025–2027, ist gebürtige Bernerin und wohnhaft in Buochs, Nidwalden.

Die Jury bestehend aus der Politik- und Kommunikationsberaterin Martina Vieli sowie Anton Merkle und Tarzisius Caviezel als Vertreter der Trägerschaft vom militanten Verband Jagd Schweiz stand bei der Entscheidung vor einer schwierigen Aufgabe, steht in der Medienmitteilung.

Tarzisius Caviezel selbst bezeichnet die Jagd als eine Krankheit, von der er nicht geheilt werden kann. Sein Lieblingszitat ist:

Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

Die Killerin mit ihren dunklen Augen musste schon als kleines Mädchen mit Grossvater, Vater, Götti oder Bruder zum Töten.

Damit verstossen auch diese Familienmitglieder gegen den UN-Kinderrechtsausschuss für die Rechte des Kindes. Kinder und Jugendliche müssen von jeglicher Form von Gewalt geschützt werden. Die passive und aktive Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an Jagdtätigkeiten ist unzulässig. Die Kinderrechtskonvention umfasst unter anderem das Recht aller Minderjährigen auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Gleichzeitig beinhaltet sie die Pflicht des Staates, den Schutz der besagten Rechte zu garantieren. Im Bereich der Jagd verletzen Hobby-Jäger diese Pflicht notorisch. Die Schweiz ist menschenrechtlich dazu verpflichtet, Kinder vor jeglicher Gewalt zu schützen.

Hobby-Jäger haben keine pädagogische Berufung und doch missionieren sie bis in die Grundschulen. Die Vision der Hobby-Jäger zur Natur hat nichts mit Ethik, Biologie, Wissenschaft, Ökologie oder Schutz der Tiere zu tun – ganz im Gegenteil!

In der Schweiz gibt es kein Verein, dessen Mitglieder nachweislich Jahr pro Jahr im vierstelligen Bereich in Gesetzesübertretungen wie Verstösse gegen das Jagdrecht, Wilderei, Waffenschmuggel, Umweltdelikte, Tierschutzverstösse, Verkehrsdelikte, Korruption und vielen anderen kriminellen Aktivitäten involviert sind, wie der Verband Jagd Schweiz, dem die Hobby-Jäger angeschlossen sind. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird vom Verband Jagd Schweiz gefördert, bestätigt auch ein Gericht in Bellinzona.

Die ausdrückliche Erwähnung durch den UN-Kinderrechtsausschuss ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Tierquälerei wie die Jagdausübung als inakzeptabel angesehen wird.

Anders als etwa eine Sportlerin oder Sportler des Jahres, die für ihre herausragenden Leistungen gekürt werden, wird eine Hobby-Jägerin des Jahres offensichtlich sexistisch reduziert und nicht für ausserordentliche Leistungen gewählt.

Die Jagdprüfung ist nichts weiter als ein etwas intensiverer und sektiererischer Workshop. Da wundert es nicht, wenn sich die Wissenschaft nicht durchsetzen kann und plumpe Mythen und Jägerlatein einfach nicht aus der Welt zu bekommen sind.

In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege der Schweizer Hobby-Jäger befindet, ist der Anteil der bedrohten Arten laut der UNO in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz.

Die Amateur-Jäger schaffen seit Jahrzehnten ein ökologisches Ungleichgewicht in der Kulturlandschaft mit teils dramatischen Folgen (Schutzwald, Krankheiten).

Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus und das ist keine Kultur oder Tradition.

Seit dem 1.4.2015 hat Luxemburg aufgrund nachprüfbarer wissenschaftlicher Fakten die richtige Entscheidung getroffen und insbesondere die Fuchsjagd verboten.

Hobby-Jäger versuchen, ihre Tat vor sich selbst in der moralischen Tragweite abzuschwächen, bzw. die Tat für sich erträglich zu machen. Das ist etwas, was man durchaus bei Serienmördern findet, die ihre Tatorte entsprechend herrichten, ihre eigenen Riten kultivieren, am Ende Erinnerungsstücke der Opfer behalten und sich durch ihre Machtposition selbst legitimieren. Machtausübung ist ein wichtiges Schlagwort in diesem Zusammenhang. 

Mord ist ein Tötungsdelikt. Unser Strafrecht sieht dieses dem Menschen vorbehalten. Da es aber keine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt, hohe Formen von Lebewesen gegeneinander in ihrem Wert abzustufen, ist die heutige Anwendung lückenhaft.

Jagd Schweiz

Ob man die Jagd nun als Mord ansieht oder nur als Tötung, weil es eben keine Menschen trifft, sondern nur andere Säugetiere, ist auch wieder nur eine Glaubenssache. Der Mensch ist biologisch ein Tier, und ob er wertvoller ist und die Tötung an ihm moralisch verwerflicher, als an einem anderen Tier, sei dahingestellt. Wissenschaftlich ist diese Haltung jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Moral ist die Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders. Daher unterliegen auch Tiere dieser Moral. Und wer meint, andere Tiere, gar die ganze Umwelt gehören nicht zu unserer Gesellschaft, sind also ausgeschlossen von Moral, müsste darlegen können, wo die moralische Grenze verläuft.

Je mehr wir über Tiere erfahren, desto mehr müssen wir eingestehen, dass sämtliche Argumente für ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen nichtig sind. Schmerzempfinden, Denken, Kommunikation oder Bewusstsein. Wir können Tiere, anhand der Wissenschaft, nicht so weit abwerten, um eine unter Menschen amoralische Handlung, wie das Töten, zu rechtfertigen.

Hobby-Jäger berufen sich auf die Notwendigkeit ihres „Handwerks“ für unser Ökosystem. Aber auch dies ist wissenschaftlich nicht haltbar, die Hobby-Jagd, insbesondere die Niederjagd, ist komplett unnötig und kontraproduktiv.

Für echte Hege genügt eine Handvoll Wildhüter, wie das Beispiel Genf oder ganze Länder mit einem Jagdverbot zeigen. Die Wildtiere wären keine Schiessbudenfiguren mehr für Menschen mit einer geringen ethischen Hygiene und psychologischen Problemen.

Es gibt Jahre, da werden im Kanton Genf zum Beispiel kein Rothirsch, Reh, Rotfuchs, Dachs, Marder, Feldhase, Eichelhäher usw. erschossen, laut der eidg. Jagdstatistik. Dies, weil es keine Jagdzeiten für Hobby-Jäger gibt, wie in den anderen Kantonen. Die Wildtiere haben im Kanton Genf in erster Linie eine ganzjährige Schonzeit. Viele Wildtiere sind für die Bevölkerung sichtbar und erlebbar, was wissenschaftlich erwiesen und wertvoll für die Gesundheit der Tiere und Menschen ist.

Sanitarische und therapeutische Abschüsse der Wildhüter in Genf sind nicht das Gleiche, wie eine dezimierende Bejagung anhand des Jägerlateins oder falsch verstandener Naturerfahrung. Hobby-Jagd bedeutet laut Biologen nicht zwangsläufig weniger Wildtiere, sondern mehr Geburten. Hobby-Jäger leisten bei einer genauen Analyse keinen “Frondienst” für die Öffentlichkeit und schon gar nicht für die Wildtiere. Wildtiere mögen keine Hobby-Jäger. Die Hobby-Jäger würden keinen „Frondienst“ leisten, wenn sie nicht töten dürfen. 

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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