Steinmarder Schweiz: Kulturfolger unter Jagddruck
Der Steinmarder ist der häufigste und anpassungsfähigste Marderartige der Schweiz. Er lebt mitten unter den Menschen, in Dachstöcken, Scheunen und Motorräumen, und sorgt dort regelmässig für Konflikte. Doch die Lösung für zerbissene Kabel und beschädigte Isolation liegt nicht in der Flinte, sondern in der Prävention. Trotzdem erschoss die Hobby-Jägerschaft 2025 laut Eidgenössischer Jagdstatistik 646 Steinmarder, obwohl alle Fachstellen übereinstimmend feststellen: Der Abschuss ist wirkungslos, weil frei werdende Reviere sofort von Nachbartieren besetzt werden.
Steckbrief
Der Steinmarder (Martes foina), auch Hausmarder genannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae) und dort zur Gattung der Echten Marder. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 40 bis 54 Zentimetern, der buschige Schwanz ist etwa halb so lang wie der Körper. Das Gewicht liegt bei 1 bis 2 Kilogramm, wobei Männchen etwas grösser und schwerer sind als Weibchen. Sein Fell ist graubraun bis dunkelbraun. Das Erkennungsmerkmal ist der weisse, meist gegabelte Kehlfleck, der sich oft bis auf die Vorderbeine erstreckt. Im Gegensatz zum verwandten Baummarder hat der Steinmarder unbefellte Fusssohlen und eine rosafarbene (nicht braune) Nase.
Biologie und Lebensweise
Der Steinmarder ist ein Einzelgänger und vorwiegend nachtaktiv. Er beansprucht feste Reviere von 80 bis 150 Hektaren, die er mit dem Sekret seiner Anal- und Abdominaldrüsen markiert (Stadtwildtiere Schweiz). Tagsüber ruht er in Verstecken, die im Siedlungsgebiet häufig Dachstöcke, Scheunen, Ställe oder Holzstapel sind. Er ist ein geschickter Kletterer, der Mauern erklimmen kann und bereits durch 5 Zentimeter schmale Lücken ins Gebäude eindringt (Umweltberatung Luzern, Kanton Zürich).
Ursprünglich war der Steinmarder ein Bewohner felsiger Landschaften und offener Mischwälder. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat er sich als Kulturfolger zunehmend den Siedlungsraum erschlossen. Dachstöcke, Scheunen und Motorräume bieten ihm ideale Tagesverstecke mit Schutz vor Witterung und Beutegreifern. Diese Anpassungsfähigkeit ist bemerkenswert und zeugt von hoher Intelligenz. Doch genau diese Fähigkeit, in der Nähe des Menschen zu leben, wird ihm zum Verhängnis: Statt die Koexistenz mit dem Steinmarder zu gestalten, greift die Hobby-Jägerschaft zur Waffe.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit liegt in den Monaten Juni bis August. Wie beim Baummarder und beim Dachs weist auch der Steinmarder eine Keimruhe auf: Die befruchtete Eizelle ruht mehrere Monate, bevor die eigentliche Entwicklung einsetzt. Die Jungen kommen im März oder April zur Welt, meist 2 bis 4, selten bis 7. Sie sind bei der Geburt blind und kaum behaart. Erst nach etwa 5 Wochen öffnen sie die Augen. Die Jungenaufzucht dauert rund 8 Wochen, danach beginnen die Jungen, das Nest zu verlassen. Mit 12 bis 16 Wochen werden sie selbständig. Die Geschlechtsreife wird mit rund 14 Monaten erreicht. In freier Wildbahn werden Steinmarder selten älter als 10 Jahre.
Nahrung und ökologische Funktion
Der Steinmarder ist ein Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Kleinsäuger, insbesondere Wühlmäuse, machen einen grossen Teil seiner tierischen Nahrung aus. Daneben erbeutet er Vögel, Eier, Insekten, Regenwürmer und Schnecken. Im Sommer und Herbst dominieren pflanzliche Nahrungsbestandteile: Kirschen, Zwetschgen, Beeren und Traubenkerne finden sich regelmässig in seinem Kot (Stadtwildtiere Schweiz, Institut für Schädlingskunde).
Als Regulierer von Mäusepopulationen im Siedlungsgebiet und in landwirtschaftlichen Kulturen erfüllt der Steinmarder eine wichtige ökologische Funktion. Auch als Vertilger von Wespennestern und anderen Insekten ist er nützlich. Dass er gelegentlich in Hühnerställe eindringt und dort durch den sogenannten Blutrausch (eine Stressreaktion auf flatterndes Geflügel in geschlossenen Räumen) mehrere Hühner tötet, ist ein reales, aber mit einfachen baulichen Massnahmen lösbares Problem.
Der «Automarder»: Ein Problem, das die Hobby-Jagd nicht lösen kann
Die Ursache
Seit Ende der 1970er-Jahre ist bekannt, dass Steinmarder Plastik- und Gummiteile an Automobilen zerbeissen: Brems- und Zündkabel, Kühlerschläuche und Dämmmatten (Stadtwildtiere Schweiz, Wikipedia). Die Ursache dieses Verhaltens liegt im Revierverhalten: Frisch abgestellte Autos tragen Duftmarken eines fremden Marders, die der ansässige Steinmarder als Eindringling interpretiert. Er markiert das Fahrzeug mit seinen eigenen Duftsekreten und beisst dabei in Gummiteile, die den fremden Geruch tragen. Dieses Verhalten ist kein Jagdverhalten und kein Fressen; es ist eine Territorialreaktion.
Warum der Abschuss das Problem verschärft
Alle kantonalen Fachstellen, die Umweltberatung Luzern, der Kanton Zürich und selbst Schädlingsbekämpfungsfirmen sind sich einig: Das Wegfangen oder Abschiessen eines Steinmarders nützt nichts, da sein Revier gleich darauf von einem Nachbartier besetzt wird (Umweltberatung Luzern, Kanton Zürich, Desinfecta). Der Nachfolger orientiert sich an den Duftspuren des Vorgängers und nutzt mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselben Unterschlüpfe und dieselben Autos. Der Abschuss löst das Problem nicht, er perpetuiert es: Statt einem territorial stabilen Marder, der die lokale Situation kennt, erscheint ein neuer, unerfahrener, der sich erst etablieren muss und dabei möglicherweise mehr Schäden verursacht.
Tierfreundliche Lösungen
Die einzig wirksamen Massnahmen gegen Marder im Auto und im Dachstock sind baulich und präventiv. Verbissfeste Kühlerschläuche und Zündkabel, elektrische Marderschutzanlagen mit nicht tödlichem Stromschlag, Garagierung des Fahrzeugs und regelmässige Motorwäsche zur Entfernung von Duftmarken sind die Standardempfehlungen der kantonalen Behörden (Kanton Zürich). Im Dachstock müssen alle Einschlupflöcher über 5 Zentimeter verschlossen werden, Kletterpflanzen an der Hauswand entfernt und überhängende Äste beschnitten werden. Diese Massnahmen sind aufwendig, aber dauerhaft wirksam. Der Abschuss ist es nicht.
Die Bejagung: Sinnlos per Definition
Rechtliche Lage
Der Steinmarder ist nach dem Bundesgesetz über die Jagd (JSG, Art. 5 Abs. 1 Bst. k) eine jagdbare Art der Niederjagd. Bundesrechtlich gilt eine Schonzeit vom 16. Februar bis 31. August, die Kantone können sie verlängern (Art. 5 Abs. 4 JSG). Ausserhalb dieser Zeit darf der Steinmarder mit gültiger Jagdberechtigung erlegt werden; in Graubünden und im Wallis endet die Marderjagd 2026/27 am 15. Februar, in Graubünden wird er auch nachts auf der Passjagd geschossen (Niederjagd 2026). Verboten sind Schlingen, Gift und Fallen, ausgenommen Kastenfallen zum Lebendfang, die täglich kontrolliert werden müssen (Art. 2 Abs. 1 JSV).
Die Dimension des Abschusses
Das BUWAL stellte 2004 fest, dass die Abschusszahlen seit Mitte der 1980er-Jahre abnehmen (BUWAL-Medienmitteilung, 2004). Die Eidgenössische Jagdstatistik weist für 2002 noch 2’255 geschossene Steinmarder aus, für 2006 1’135. Seither ist die Zahl weiter gesunken: 2025 wurden 646 Steinmarder geschossen und 112 im Spezialabschuss getötet; seit 2022 liegen die Abschüsse jedes Jahr unter 750. Am meisten Steinmarder schossen 2025 Hobby-Jäger in Graubünden (161), Bern (69) und Luzern (64), im Kanton Schaffhausen waren es 2 (Jagdstatistik Schweiz 2025). Tot aufgefunden wurden 2025 weitere 1’683 Steinmarder; die Todesursache wird dabei fast nie erhoben. Im Kanton Genf, wo seit 1974 die Hobby-Jagd abgeschafft ist, werden Konflikte mit Steinmardern ausschliesslich durch professionelle Wildhüterinnen und Wildhüter und Prävention gelöst.
Besonders bezeichnend: Das BUWAL empfahl bereits 2002 ein systematisches Biomonitoring für Marderarten, weil unklar war, ob die sinkenden Abschusszahlen auf einen Bestandsrückgang oder auf veränderte Jagdgewohnheiten zurückzuführen seien (BUWAL-Medienmitteilung, 2004). Mehr als zwanzig Jahre später gibt es nach wie vor keine verlässlichen Bestandszahlen. Die Hobby-Jägerschaft schiesst weiterhin auf eine Art, deren Populationsentwicklung sie nicht kennt.
Der Widerspruch
Der Steinmarder wird im Siedlungsgebiet als Problemtier wahrgenommen, doch genau dort, wo er tatsächlich Konflikte verursacht, kann die Hobby-Jagd in den meisten Fällen nicht ausgeübt werden. In befriedeten Bezirken, also in Wohngebieten und Gärten, ist die Hobby-Jagd nur mit Sondergenehmigung erlaubt. Die Hobby-Jägerschaft schiesst den Steinmarder also nicht dort, wo er Probleme macht, sondern dort, wo er sich zufällig im Revier befindet: im Wald, am Waldrand, auf dem Land. Dort, wo er keine Schäden verursacht. Die Bejagung verfehlt ihr Ziel buchstäblich.
Mehr dazu: Warum die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert
Koexistenz statt Krieg: Der Steinmarder als Nachbar
Was der Steinmarder dem Siedlungsraum bringt
Der Steinmarder reguliert Mäuse- und Rattenpopulationen im Siedlungsgebiet und in landwirtschaftlichen Kulturen. Er vertilgt Insekten, Schnecken und Wespen. Als Beerenfreund trägt er zur Verbreitung von Pflanzensamen bei. Sein Kot enthält regelmässig Kirschsteine und Traubenkerne, die er an wechselnden Orten ausscheidet und so die Verbreitung dieser Pflanzen fördert.
Die Koexistenz mit dem Steinmarder ist möglich und wird in zahlreichen europäischen Städten erfolgreich praktiziert. Der Schlüssel liegt in der Prävention: Gebäude mardersicher machen, Autos schützen, Hühnerställe verstärken. Die kantonalen Beratungsstellen bieten umfassende Informationen und Unterstützung. Was fehlt, ist nicht die Technik, sondern die Bereitschaft der Hobby-Jagd-Lobby, den Abschuss als untaugliches Mittel anzuerkennen.
Das Genfer Modell
Im Kanton Genf, wo die Hobby-Jagd seit 1974 abgeschafft ist, werden Konflikte mit dem Steinmarder durch professionelle Wildhüterinnen und Wildhüter und durch Prävention gelöst. Es gibt weder explodierende Marderpopulationen noch unkontrollierbare Schäden. Genf zeigt, dass ein zivilisierter Umgang mit dem Steinmarder möglich ist, ohne dass die Hobby-Jägerschaft zum Einsatz kommt.
Mehr dazu: Jagd im Faktencheck
Was sich ändern müsste
- Ersetzung des Abschusses durch professionelle Prävention: Der Abschuss des Steinmarders ist wirkungslos, weil frei werdende Reviere sofort neu besetzt werden. Alle kantonalen Fachstellen bestätigen dies. Die einzig wirksame Lösung liegt in der Prävention: mardersichere Gebäude, geschützte Fahrzeuge, verstärkte Hühnerställe. Die Kantone müssen Beratung und Förderung dieser Massnahmen ausbauen, statt Abschussbewilligungen zu erteilen.
- Professionelles Wildtiermanagement statt Hobby-Jagd: Wo Konflikte mit dem Steinmarder auftreten, die über Prävention hinaus Eingriffe erfordern, müssen professionelle Wildhüterinnen und Wildhüter zuständig sein, nicht Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger. Das Genfer Modell zeigt, dass dies funktioniert und kostengünstiger ist als ein System, das auf rund 29’000 Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern basiert.
- Abschaffung der Niederjagd auf den Steinmarder ausserhalb des Siedlungsgebiets: Im Wald und in der offenen Landschaft verursacht der Steinmarder keine Konflikte. Die Niederjagd auf den Steinmarder in diesen Gebieten hat keinen vernünftigen Grund und muss eingestellt werden.
- Nationales Monitoring der Marderpopulationen: Das BUWAL forderte bereits 2002 ein Biomonitoring für Marderarten. Mehr als zwanzig Jahre später gibt es nach wie vor keine verlässlichen Bestandszahlen. Ein nationales Monitoring ist überfällig und Voraussetzung für jede seriöse Wildtierpolitik.
- Aufklärung der Bevölkerung: Viele Konflikte mit dem Steinmarder entstehen durch Unwissenheit: offene Dachluken, ungesicherte Hühnerställe, fehlender Marderschutz am Auto. Die Kantone müssen Aufklärungs- und Beratungsangebote ausbauen und die Bevölkerung über tierfreundliche Schutzmassnahmen informieren.
Argumentarium
«Der Steinmarder verursacht erhebliche Schäden an Autos und Gebäuden und muss deshalb bejagt werden.» Die Schäden sind real, aber der Abschuss löst das Problem nicht, sondern perpetuiert es. Frei werdende Reviere werden sofort neu besetzt. Alle kantonalen Fachstellen, der Kanton Zürich, die Umweltberatung Luzern und selbst privatwirtschaftliche Schädlingsbekämpfungsfirmen bestätigen, dass der Wegfang oder Abschuss einzelner Steinmarder keine dauerhafte Lösung darstellt. Die einzig wirksamen Massnahmen sind baulicher und präventiver Natur.
«Ohne Bejagung würde der Steinmarder überhandnehmen.» Steinmarderpopulationen regulieren sich über ihre Territorialität und die Nahrungsverfügbarkeit selbst. Die Reviergrössen sind fixiert, jedes Revier kann nur einen Marder tragen. Die Hobby-Jagd beeinflusst die Gesamtpopulation nicht, sie tauscht lediglich einzelne Individuen aus. Im Kanton Genf gibt es seit über 50 Jahren keine Hobby-Jagd auf den Steinmarder, und es gibt keine Überpopulation.
«Der Steinmarder dezimiert Bodenbrüter und Hühner und muss deshalb reguliert werden.» Hühnerhalterinnen und Hühnerhalter sind selbst verantwortlich für die Sicherheit ihrer Tiere. Ein mardersicherer Stall ist mit geringem Aufwand herzustellen. Den Steinmarder zu erschiessen, weil ein Stall nicht gesichert ist, gleicht dem Versuch, Einbrüche durch das Abschiessen von Einbrechern statt durch Schlösser zu verhindern. Bodenbrütende Vögel sind in erster Linie durch den Verlust ihrer Lebensräume bedroht, nicht durch den Steinmarder, der seit Jahrtausenden Teil ihres Ökosystems ist.
«Die Hobby-Jagd auf den Steinmarder ist nachhaltig.» Das BUWAL stellte bereits 2004 fest, dass die sinkenden Abschusszahlen bei Stein- und Baummarder auf einen Bestandsrückgang hindeuten könnten, und empfahl ein Biomonitoring. Mehr als zwanzig Jahre später gibt es nach wie vor keine verlässlichen Bestandszahlen. Eine Hobby-Jagd auf eine Art, deren Bestand man nicht kennt, kann nicht als «nachhaltig» bezeichnet werden. Sie ist ein Blindflug.
«Die Bejagung des Steinmarders hat Tradition und gehört zur Niederjagd.» Die Niederjagd auf Marderarten stammt aus einer Zeit, in der Pelze wirtschaftlich genutzt wurden. Diese Nutzung ist obsolet. Tradition ist kein Argument für die Tötung eines Tieres, wenn der ursprüngliche Zweck weggefallen ist und der Abschuss nachweislich wirkungslos ist. Der Schweizer Tierschutz STS fordert zu Recht, dass Sinn und Zweck der Hobby-Jagd auf diese Arten kritisch hinterfragt werden.
Quicklinks
Beiträge auf Wild beim Wild:
- Jagd im Faktencheck
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- Niederjagd 2026: Was Graubünden, Tessin und Wallis zum Abschuss freigeben
- Marder aus dem Haus und Auto vergrämen
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- Warum die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert
- Tierschutzproblem: Wildtiere verenden qualvoll wegen Hobby-Jäger
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Quellenangaben
- Eidgenössische Jagdstatistik, BAFU/Wildtier Schweiz: http://www.jagdstatistik.ch (Abschuss, Spezialabschuss und Fallwild 2002–2025, abgefragt am 21.10.2026)
- BUWAL-Medienmitteilung (2004): Jagdstatistik 2003, Stabile Abschusszahlen bei Huftieren, bedrohte Kleinraubtiere
- Kanton Zürich, Amt für Landschaft und Natur: Information Marder im Siedlungsraum (zh.ch, 2020)
- Umweltberatung Luzern: Steinmarder (umweltberatung-luzern.ch)
- Stadtwildtiere Schweiz: Artporträt Steinmarder (stadtwildtiere.ch)
- Waldwissen.net/WSL: Die Marder im Kanton Luzern (Holzgang/Muggli, 2005)
- Wikipedia: Steinmarder (Martes foina)
- IG Wild beim Wild (2025/2026): Jagdstatistik Schweiz 2025; Niederjagd 2026; Fuchsmassaker in der Schweiz (wildbeimwild.com)
- Schweizer Tierschutz STS: Jagd in der Schweiz (tierschutz.com)
- Desinfecta Schweiz: Marder vertreiben (desinfecta.ch)
- Wildtierportal Baden-Württemberg: Steinmarder (wildtierportal-bw.de)
- Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG, SR 922.0) und Jagdverordnung (JSV, SR 922.01), Stand 1. Februar 2025
- Tierschutzgesetz (TSchG, SR 455)
Unser Anspruch
Der Steinmarder ist ein Wildtier, das gelernt hat, mit dem Menschen zu leben. Seine Anpassungsfähigkeit ist beeindruckend und verdient Respekt, nicht Verfolgung. Dass er gelegentlich Kabel zerbeisst, in Dachstöcke eindringt oder einen Hühnerstall besucht, ist kein Grund für den Griff zur Flinte, zumal alle Fachleute bestätigen, dass der Abschuss wirkungslos ist. Die Konflikte mit dem Steinmarder sind mit Prävention und baulichen Massnahmen lösbar. Dass die Hobby-Jägerschaft dennoch jedes Jahr Hunderte Steinmarder erschiesst (2025: 646), oft nicht dort, wo Konflikte bestehen, sondern im Wald und auf dem Land, zeigt, dass die Niederjagd nicht der Konfliktlösung dient, sondern dem Freizeitvergnügen der Schiessenden. Die Konsequenz ist eindeutig: Die Niederjagd auf den Steinmarder muss durch professionelles Wildtiermanagement und Prävention ersetzt werden. Das Genfer Modell beweist seit über 50 Jahren, dass das möglich ist. Dieses Dossier wird laufend aktualisiert, wenn neue Zahlen, Studien oder politische Entwicklungen es erfordern.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserer Dossier-Übersicht bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.
