Jagdstatistik Schweiz 2025: Was die Zahlen des Bundes zeigen
Die Eidgenössische Jagdstatistik dokumentiert die gemeldeten Abschüsse und tot aufgefundenen Tiere zahlreicher wildlebender Säugetier- und Vogelarten in der Schweiz. Für 2025 weist sie 133’508 getötete Wildtiere aus. Hinter dieser Zahl stehen gefährdete Arten, die weiterhin geschossen werden, enorme Unterschiede zwischen den Kantonen und auffällige Datenlücken, die die zuständigen Behörden erklären müssen.
Wild beim Wild wertet die Statistik jedes Jahr nach derselben Methode aus: alle Kantone, alle erfassten Arten, Abschuss, Spezialabschuss und Fallwild. Die Jahrgänge ab 2021 stehen in den Quicklinks, so werden Entwicklungen über die Jahre sichtbar. Die Grundlagen zum Jagdsystem und zur Jagdstatistik 2024 stehen im Dossier Jagd in der Schweiz: Zahlen, Systeme und Mythen. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserer Dossier-Übersicht die umfassendste Materialbasis.
Was dich hier erwartet
- Die Bilanz 2025: Wie viele Wildtiere getötet wurden und wie sich die Zahlen gegenüber 2024 verändert haben.
- Gefährdete Arten: Welche Arten der Roten Liste die Kantone weiterhin bejagen lassen.
- Fuchs und Dachs: Warum die Zahlen von Kanton zu Kanton um mehr als das Achtzigfache auseinanderliegen und warum das Tessin kaum Füchse schiesst.
- Genf: Was die Statistik über den einzigen Kanton ohne Hobby-Jagd zeigt.
- Vogeljagd: Eichelhäher, Krähen, Tauben und Enten im Schussfeld.
- Angeschossen und verendet: Tiere, die mit Schussverletzungen tot aufgefunden wurden.
- Geschützte Arten: Graureiher, Höckerschwan und Biber im Spezialabschuss.
- Datenlücken: Was die Bundesstatistik nicht erklärt.
- Was sich ändern müsste: Konkrete Forderungen.
- Argumentarium: Antworten auf die häufigsten Behauptungen zur Jagdstatistik.
- Quicklinks: Alle relevanten Beiträge und Dossiers.
133’508 getötete Wildtiere: Die Bilanz 2025
2025 erfasste die Bundesstatistik 124’601 Wildtiere in der Kategorie «Abschuss», also im ordentlichen Jagdbetrieb der Hobby-Jagd, rund 4’600 weniger als 2024 (129’225). Als «Spezialabschuss» kamen 8’907 Tiere hinzu (2024: 8’370). Spezialabschüsse führt häufig die Wildhut aus, im Tessin aber auch Hobby-Jäger mit Sonderbewilligung. Dazu kommen 37’804 Tiere, die als Fallwild tot aufgefunden wurden. Die Steinbock-Zahlen für 2025 veröffentlicht das BAFU erst Ende 2026, sie fehlen in allen Summen.
| Art | Abschuss 2025 | Spezialabschuss 2025 | Fallwild 2025 | Abschuss 2024 |
|---|---|---|---|---|
| Reh | 42’530 | 259 | 14’233 | 42’404 |
| Rotfuchs | 19’208 | 1’730 | 11’922 | 19’797 |
| Rothirsch | 13’636 | 249 | 1’407 | 13’627 |
| Wildschwein | 9’280 | 1’654 | 741 | 11’515 |
| Gämse | 9’228 | 77 | 1’429 | 9’780 |
| Murmeltier | 4’585 | 1’248 | 64 | 4’593 |
| Dachs | 3’166 | 883 | 4’499 | 2’887 |
Die ausgewiesene Zahl der Jagdausübenden sinkt langsam: 29’328 im Jahr 2025, gegenüber 33’593 im Jahr 2000. Einzelne Kantone melden diese Zahl allerdings lückenhaft oder mit wechselnder Zählweise (siehe Datenlücken).
Gefährdete Arten im Visier: Waldschnepfe, Feldhase und Co.
Das Jagdgesetz erlaubt die Hobby-Jagd auf mehrere Arten, die auf der Roten Liste des Bundes stehen oder als potenziell gefährdet gelten. Die Kantone machen davon Gebrauch.
| Art | Einstufung CH | Getötet 2025 | Wichtigste Kantone 2025 | Getötet 2016–2025 |
|---|---|---|---|---|
| Waldschnepfe | verletzlich (VU) | 1’400 | TI 1’172, VD 73, NE 58, FR 55 | 16’935 |
| Feldhase | verletzlich (VU) | 1’343 | GR 947, VS 275, VD 36, TI 33 | 16’108 |
| Schneehase | potenziell gefährdet (NT) | 743 | GR 608, VS 66, UR 24, TI 22 | 9’363 |
| Birkhahn | NT, national prioritär | 292 | VS 123, GR 89, TI 75 | 4’108 |
| Alpenschneehuhn | NT, national prioritär | 223 | GR 153, VS 49, UR 21 | 3’346 |
| Krickente | verletzlich (VU) | 142 | FR 55, SG 37, TG 19 | 1’170 |
| Reiherente | verletzlich (VU) | 59 | BE 20, ZG 17, OW 9 | 991 |
| Tafelente | stark gefährdet (EN) | 35 | BE 10, AG 9, ZG 7 | 521 |
| Haubentaucher | NT, national prioritär | 22 | SG 12, OW 5, NW 3 | 643 |
| Schnatterente | verletzlich (VU) | 18 | TG 15 | 129 |
«Getötet» umfasst «Abschuss» und «Spezialabschuss».
Graubünden und Wallis: Hasen und Raufusshühner
Allein Graubünden tötete in zehn Jahren 10’559 Feldhasen und 7’431 Schneehasen. Beim Birkhahn und beim Alpenschneehuhn, beide national prioritär, stammen fast alle Abschüsse aus dem Wallis, aus Graubünden und aus dem Tessin. Hintergründe stehen in den Dossiers zum Feldhasen, zum Schneehasen und zum Alpenschneehuhn.
Waldschnepfe und Enten: Brutvögel oder Wintergäste?
Bei den Vögeln beziehen sich die Einstufungen auf die Schweizer Brutbestände. Aus den Abschusszahlen lässt sich nicht bestimmen, welcher Anteil auf Schweizer Brutvögel und welcher auf Zug- oder Wintergäste entfällt. Was eine BAFU-Studie dazu für die Waldschnepfe zeigt, steht im Waldschnepfe-Dossier, die Enten behandelt das Dossier Wasservögel in der Schweiz.
Fuchs und Dachs: Ein Flickenteppich von Luzern bis ins Tessin
Kein anderer Beutegreifer wird so intensiv bejagt wie der Fuchs. Wie stark, hängt vom Wohnkanton ab.
| Kanton | Füchse Abschuss | Spezialabschuss | Total pro 100 km² | Fallwild |
|---|---|---|---|---|
| Luzern | 2’536 | 46 | 172,9 | 542 |
| Bern | 2’007 | 348 | 39,5 | 3’452 |
| Graubünden | 1’910 | 117 | 28,5 | 671 |
| Aargau | 1’837 | 0 | 130,8 | 1’220 |
| Zürich | 1’743 | 0 | 100,8 | 1’441 |
| Wallis | 1’556 | 0 | 29,8 | keine Angabe |
| Appenzell A. Rh. | 510 | 39 | 225,9 | 121 |
| Tessin | 41 | 35 | 2,7 | 54 |
| Genf | 0 | 0 | 0 | 163 |
Pro Fläche werden in Appenzell Ausserrhoden mehr als 80-mal so viele Füchse getötet wie im Tessin. Beim Dachs fällt Bern auf: 1’360 Dachse starben dort als Fallwild, vor allem im Strassenverkehr, getötet wurden 328. In Freiburg machen tot aufgefundene Dachse 87 Prozent der Verluste aus. Warum der Fuchs überhaupt bejagt wird und was Studien dazu zeigen, steht im Fuchs-Dossier und im Dachs-Dossier.
Warum das Tessin kaum Füchse schiesst
Im Tessin weist die Statistik 2025 nur 41 Füchse und 28 Dachse in der Kategorie «Abschuss» aus. Das liegt an den Regeln und an den Vorlieben der Tessiner Hobby-Jäger:
- Kurze Zeitfenster: Fuchs und Dachs sind während der Hochjagd und der Niederjagd (16. Oktober bis 30. November, fünf Tage pro Woche) jagdbar, geschossen wird nur tagsüber. Eine ordentliche Nacht- oder Passjagd gibt es nicht, Lockmittel und Kirrungen sind ohne Bewilligung verboten. Eine besondere Fuchsjagd ist nur mit Bewilligung des Jagdamts möglich (Regolamento venatorio, Fassung Juli 2024).
- Zum Vergleich: Bern erlaubt den Fuchs vom 1. September bis Ende Februar, mit Nachtansitz rund um Vollmond und Luderplätzen. Graubünden erlaubt die Passjagd vom 1. November bis 28. Februar am Abend und in der Nacht, ebenfalls mit Luderplätzen.
- Wenig Interesse: Das Tessiner Jagdamt hielt selbst fest, der Fuchs werde im Kanton «poco cacciata» (Jahresbericht 2008). Die Tessiner Hobby-Jäger konzentrieren sich auf Schalenwild und Federwild: 1’172 der 1’400 in der Schweiz geschossenen Waldschnepfen stammen aus dem Tessin.
- Statistik-Bruch 2009: Bis 2008 führte die Bundesstatistik die Tessiner Füchse aus Winterbewilligungen unter «Abschuss», seit 2009 unter «Spezialabschuss». Laut einer Medienmitteilung des Kantons von 2011 erlegten damals rund 80 Hobby-Jäger mit solchen Bewilligungen etwa 200 Füchse pro Jahr. 2025 stehen im Tessin noch 35 Füchse unter Spezialabschuss.
Im Tessin werden im Verhältnis zur Kantonsfläche deutlich weniger Füchse getötet als in den meisten anderen Kantonen. Hinweise auf mehr Probleme mit Füchsen als anderswo liefert die Bundesstatistik nicht.
Genf: Ohne Hobby-Jagd seit 1974
Genf ist der einzige Kanton ohne Hobby-Jagd. Eingriffe macht dort die staatliche Wildhut, 2025 vor allem bei Wildschweinen (419 Tiere).
Fuchs: Keine «Fuchsplage»
In Genf wurden 2025 163 Füchse tot aufgefunden, 57,8 pro 100 km². Das ist gleich viel wie in Bern (57,9) und weniger als in Zürich (83,3), Aargau (86,9) oder Thurgau (72,8), wo jedes Jahr Hunderte bis Tausende Füchse geschossen werden. Fallwild hängt auch vom Verkehr ab. Eine «Fuchsplage» in Genf belegen die ausgewiesenen Zahlen nicht.
Wildschweinschäden
Genf meldete 2025 Schäden von 123’300 Franken, die Waadt 866’597, der Aargau 520’470 und der Jura 453’256 Franken. Pro km² Kantonsfläche liegt Genf mit rund 437 Franken hinter Baselland (549) und Jura (540). Auch in Kantonen mit Hobby-Jagd werden also erhebliche Wildschweinschäden gemeldet. Die Kantonsfläche ist dabei nicht dasselbe wie die betroffene Landwirtschaftsfläche.
Die Vergleiche beschreiben gemeldete Abschüsse, Totfunde und Schäden. Für sich allein belegen sie nicht, welchen Einfluss die Jagd auf Bestände oder Schäden hat. Mehr zum Genfer Modell im Dossier Genf und das Jagdverbot.
Vogeljagd: Eichelhäher, Krähen und Tauben
2025 wurden in der Schweiz 22’178 Vögel jagdbarer Arten getötet, weniger als die Hälfte der 48’862 im Jahr 2000.
| Art | Getötet 2025 | Auffällige Kantone |
|---|---|---|
| Rabenkrähe | 6’537 | ZH 1’194, AG 1’001, SG 662 |
| Haustaube | 4’409 | ZH 2’593 |
| Stockente | 3’792 | SG 568, BE 444, FR 370 |
| Kormoran | 1’538 | BE 231, JU 174, SG 173 |
| Waldschnepfe | 1’400 | TI 1’172 |
| Ringeltaube | 1’169 | GE 272 (Spezialabschuss), SG 203, JU 164 |
| Eichelhäher | 1’007 | GR 341, TI 215, VS 138 |
| Elster | 643 | AG 94, BE 94, SZ 79 |
Der Eichelhäher ist nicht gefährdet, aber ein wichtiger Verbreiter von Eicheln und anderen Baumsamen. Warum er in Graubünden, im Tessin und im Wallis zu Hunderten geschossen wird, begründet die Statistik nicht. Mehr dazu in den Dossiers zum Eichelhäher, zu den Rabenvögeln und zu den Tauben.
Angeschossen und verendet: Schussverletzungen als Todesursache
Die Statistik führt bei den Todesursachen des Fallwilds auch «Schussverletzungen». Gemeint sind Tiere, die angeschossen und später tot gefunden wurden. Ausgewertet haben wir die Todesursachen für zehn häufig bejagte Säugetierarten; bei Feldhase und Steinmarder waren es 2025 null Fälle.
| Art | 2025 | 2016–2025 |
|---|---|---|
| Reh | 101 | 1’429 |
| Rotfuchs | 64 | 821 |
| Wildschwein | 59 | 409 |
| Rothirsch | 27 | 307 |
| Gämse | 20 | 161 |
| Dachs | 8 | 62 |
Erfasst sind nur die Tiere, die gefunden wurden. Im Tessin starben 2025 29 Wildschweine und 9 Gämsen an Schussverletzungen, in Bern 57 Rehe und 42 Füchse.
Geschützte Arten im Spezialabschuss
Auch geschützte Arten werden getötet. Von 2016 bis 2025 meldeten die Kantone unter anderem 190 Graureiher (davon 76 in Graubünden), 129 Höckerschwäne, 99 Biber und 40 Graugänse. Für Wölfe, Luchse und Bären liefert die öffentliche Abfrage keine Ergebnisse («Die Daten dieser Abfrage können nicht angezeigt werden»). Die getöteten Wölfe dokumentiert der Wolfszähler von Wild beim Wild, den Biber das Dossier Biber Schweiz.
Datenlücken: Was die Bundesstatistik nicht erklärt
Eine amtliche Statistik ist nur so gut wie die Meldungen der Kantone. Ob hinter einer Null eine fehlende Meldung steckt, lässt sich aus der Abfrage allein nicht sagen. Erklärungsbedürftig sind:
- Wallis: 15’603 Füchse und 645 Steinmarder in zehn Jahren getötet, die Bundesstatistik weist für beide Arten aber kein Fallwild aus. Beim Reh sind für denselben Kanton 981 Fallwild-Tiere ausgewiesen.
- Waadt: 2025 null Fuchs- und Dachs-Fallwild (2024: 485 und 160) und null getötete Rabenkrähen (2024: 123). Die Zahl der Jagdausübenden fehlt seit 2021.
- Baselland: Keine Angaben zu den Jagdausübenden für 2024 und 2025.
- Schwyz: Negative Werte beim Spezialabschuss 2025 (zum Beispiel minus 2 Türkentauben). Ob ein Daten-, Berechnungs- oder Darstellungsfehler vorliegt, ist offen.
- Tessin: Für 2020 steht beim Fallwild von Reh, Rothirsch, Fuchs und Dachs sowie bei den Murmeltier-Abschüssen eine Null, in den Jahren davor und danach Hunderte.
- Thurgau: Die ausgewiesene Zahl der Jagdausübenden sinkt zwischen 2017 und 2018 von 1’068 auf 679. Ob eine geänderte Zählweise dahintersteht, ist ungeklärt.
- Steinbock: Die Zahlen für 2025 folgen laut BAFU erst Ende 2026.
Methodik: So haben wir gerechnet
Quelle aller Zahlen ist die Eidgenössische Jagdstatistik des BAFU, abgefragt am 21. Oktober 2026 für alle Kantone, Arten und Jahre ab 1990. Das Jagdjahr dauert in den meisten Kantonen vom 1. April bis zum 31. März. Die Kategorien «Abschuss» und «Spezialabschuss» sind statistische Zuordnungen der Kantone; aus ihnen allein lässt sich nicht in jedem Fall ableiten, ob ein Tier durch Hobby-Jäger oder durch staatliches Personal getötet wurde. «Getötet» bezeichnet die Summe beider Kategorien. Werte wurden so übernommen, wie sie die Abfrage ausgibt, leere Felder als null gezählt, negative Werte nicht korrigiert. Flächen pro Kanton: Bundesamt für Statistik.
Was sich ändern müsste
- Keine Hobby-Jagd auf gefährdete Arten: Waldschnepfe, Feldhase, Schneehase, Birkhahn, Alpenschneehuhn sowie gefährdete Entenarten wie Tafel-, Krick- und Reiherente gehören von der Liste der jagdbaren Arten gestrichen.
- Vollständige Meldepflicht: Alle Kantone müssen Abschuss, Spezialabschuss und Fallwild lückenlos und nach einheitlicher Methode an den Bund melden. Nullwerte und Lücken brauchen eine öffentliche Erklärung.
- Transparenz beim Spezialabschuss: Die Statistik muss ausweisen, ob die Wildhut oder Hobby-Jäger mit Sonderbewilligung geschossen haben.
- Offene Daten zu Wolf, Luchs und Bär: Was mit geschützten Beutegreifern geschieht, muss in der öffentlichen Statistik abrufbar sein.
- Schussverletzungen systematisch erfassen: Angeschossene Tiere, Nachsuchen und Fehlschüsse gehören in eine eigene, vollständige Statistik.
- Professionelles Wildtiermanagement: Wo Eingriffe nötig sind, sollen ausgebildete Wildhüterinnen und Wildhüter sie ausführen, nach dem Vorbild des Kantons Genf.
Argumentarium
«Die Jagdstatistik beweist, dass die Hobby-Jagd nachhaltig ist.» Die Statistik zählt getötete und tot aufgefundene Tiere. Über den Zustand der Bestände sagt sie für die meisten Arten nichts aus. Dass Kantone Arten der Roten Liste wie Waldschnepfe und Feldhase weiterhin zum Abschuss freigeben, spricht gegen das Nachhaltigkeitsversprechen.
«Gefährdete Arten werden nur massvoll bejagt.» 2025 wurden 1’400 Waldschnepfen und 1’343 Feldhasen getötet, in zehn Jahren jeweils über 16’000 Tiere. Bei gefährdeten Arten ist jedes geschossene Tier ein vermeidbarer Verlust.
«Ohne Fuchsjagd gäbe es eine Fuchsplage.» Genf jagt seit 1974 nicht, das Tessin kaum. In beiden Kantonen weist die Bundesstatistik keine Hinweise auf eine Fuchsplage aus. In Genf werden pro Fläche nicht mehr Füchse tot aufgefunden als in Bern und weniger als in Zürich oder im Aargau.
«Die Hobby-Jagd hält die Wildschäden tief.» Die höchsten Wildschweinschäden pro km² Kantonsfläche meldeten 2025 Baselland und Jura, beides Kantone mit Hobby-Jagd. Die Waadt meldete mit 866’597 Franken die höchste Schadensumme der Schweiz.
«Angeschossene Tiere sind Einzelfälle.» Allein die gefundenen Tiere mit Schussverletzungen summieren sich bei sechs Säugetierarten auf über 3’000 in zehn Jahren. Tiere, die verletzt im Unterholz verenden, tauchen in keiner Statistik auf.
Quicklinks
Beiträge auf Wild beim Wild:
- Wie viele Wildtiere werden jährlich in der Schweiz geschossen?
- Neuenburg erlaubt Jagd auf gefährdete Feldhasen, Freiburg öffnet Faunafonds für Schiessanlagen
- St. Gallen hält an Vogeljagd fest, Zürich zieht die Konsequenzen
- Wie ein Einzelinitiant Zürichs Vogeljagd einschränkte
- Fuchsmanagement statt Fuchsjagd: Berner Motion fordert die Ablösung
- Niederjagd 2026: Was Graubünden, Tessin und Wallis zum Abschuss freigeben
- Zeitumstellung: Warum die Woche nach dem 25. Oktober für Wildtiere gefährlich ist
- Wolfsabschüsse Schweiz 2026/27: Der Zähler nach Kantonen und Rudeln
- Jagd im Faktencheck: Auswirkungen auf Wildtiere, Ökologie und Gesellschaft
Jahrgänge der Jagdstatistik:
- Jagdstatistik Schweiz 2024
- Jagdstatistik Schweiz 2023
- Jagdstatistik Schweiz 2022
- Jagdstatistik Schweiz 2021
Verwandte Dossiers:
- Jagd in der Schweiz: Zahlen, Systeme und Mythen
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- Waldschnepfe Schweiz: Gefährdet, gejagt und ignoriert
- Feldhase Schweiz: Gefährdet, bejagt und ignoriert
- Schneehase Schweiz: Klimakrise und Flintenschuss
- Das Alpenschneehuhn in der Schweiz
- Wasservögel in der Schweiz: Wintergäste im Schussfeld
- Eichelhäher Schweiz: Förster des Waldes im Fadenkreuz
- Rabenvögel Schweiz: Intelligenteste Tiere im Fadenkreuz
- Tauben Schweiz: Friedenssymbol und Massenabschuss
- Genf und das Jagdverbot
- Was die Hobby-Jagd die Schweiz wirklich kostet
- Passjagd
Quellenangaben
- BAFU, Eidgenössische Jagdstatistik: Abschuss, Spezialabschuss, Fallwild, Fallwild nach Ursachen, Jagdausübende, Wildschweinschäden 1990–2025, abgefragt am 21.10.2026 (jagdstatistik.ch)
- BAFU/info fauna: Rote Liste der Säugetiere (ohne Fledermäuse), 2022 (bafu.admin.ch)
- BAFU/Vogelwarte: Rote Liste der Brutvögel, 2021 (bafu.admin.ch)
- BAFU: Liste der National Prioritären Arten, 2025 (bafu.admin.ch)
- Kanton Tessin: Regolamento venatorio, Fassung Juli 2024 (ti.ch)
- Kanton Tessin, Ufficio della caccia e della pesca: Rapporto 2008 (ti.ch)
- Kanton Tessin: Medienmitteilung vom 21.01.2011 zur Fuchsjagd (ti.ch)
- Kanton Bern: Jagdverordnung (JaV, BSG 922.111) und Direktionsverordnung über die Jagd (JaDV, BSG 922.111.1)
- Kanton Graubünden: Jagdbetriebsvorschriften (BR 740.025)
- Bundesamt für Statistik: Flächen der Kantone
Unser Anspruch
Die Eidgenössische Jagdstatistik ist ein amtliches Dokument, das die Hobby-Jagd gerne als Beleg für ihre Notwendigkeit anführt. Wer sie Zeile für Zeile liest, findet etwas anderes: gefährdete Arten, die weiter geschossen werden, Kantone, die Füchse und Vögel in grosser Zahl töten, während Nachbarkantone ohne diese Abschüsse auskommen, und Meldelücken, die niemand erklärt. Hinter jeder Zahl steht ein nichtmenschliches Tier, das getötet, angeschossen oder überfahren wurde.
IG Wild beim Wild wertet die Statistik deshalb jedes Jahr vollständig aus und stellt die Jahrgänge einander gegenüber. Dieses Dossier wird ergänzt, wenn der Bund Zahlen nachliefert oder korrigiert.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.
