Podcast-Episode: Jagd, Tierschutz und Naturkonflikte
Diese Woche bei «Wild beim Wild»: Wo Recht und Moral auseinanderfallen
Die Redaktion widmet sich der Frage, wo geltendes Recht und ethischer Anspruch im Umgang mit Tieren auseinanderklaffen, in der Hobby-Jagd, in Zoos und auf Farmen sowie beim Umgang mit Arten, die uns eigentlich schützen könnten.
Im Zentrum steht die Debatte um Hobby-Jagd und Mord: Juristisch ist die Antwort eindeutig, moralisch bleibt sie umstritten. Legal bedeutet nicht automatisch legitim, und Rechtsordnungen haben sich historisch stets unter dem Druck von Ethik und Wissenschaft gewandelt. Belegt wird das mit Verhaltensbiologie, anerkannter Leidensfähigkeit und der Dimension von über 85 Millionen jährlich für die Fleischproduktion getöteten Tieren in der Schweiz. Der Kanton Genf, der die private Jagd bereits 1974 abgeschafft hat, dient als Gegenmodell.
Weitere Themen: illegale Hasenhetzjagden in Grossbritannien als Beispiel fehlender Kontrolle, die Nachwuchswerbung von JagdSchweiz an Schulen im Licht des UN-Kinderrechtsausschusses, und Basel-Stadt, das einen Verzicht auf die reguläre Fuchsjagd prüft.
Dazu kommen das gescheiterte Oktopus-Farm-Projekt von Nueva Pescanova auf Gran Canaria, der Zucht-Skandal am Nürnberger Zoo mit den Guinea-Pavianen und schliesslich der Biber als natürlicher Brandschutz, dessen Abschuss die Schweiz seit 2025 erlaubt, obwohl das Stimmvolk eine solche Ausweitung 2020 abgelehnt hatte.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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