14. September 2026, 06:53

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Podcast-Episode: Jagd, Wildtiere und Politik

Diese Podcast-Episode beleuchtet vier Themenstränge, die den aktuellen Stand der Jagdkritik in der Schweiz schlaglichtartig erfassen.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Juni 2026

Der Kanton Zug ist bisher der einzige Kanton, der auf eine wissenschaftliche Studie zur Fuchsjagd konkret reagiert hat.

Eine SWILD-Studie vom Mai 2026 belegt: Jahrzehntelange Abschüsse – im Schnitt 308 Tiere pro Jahr – hatten weder einen nachhaltigen Effekt auf die Populationsgrösse noch auf Wildkrankheiten. Die Jagdkommission zieht Konsequenzen: keine proaktive Förderung der Fuchsjagd mehr, konsequentere Trennung der Statistikkategorien und eine Informationskampagne zur Wildtierfütterung.

Basel-Landschaft antwortete auf dieselbe Petition mit vier Seiten Verwaltungssprache, ohne eine einzige wissenschaftliche Quelle. Glarus schweigt bisher. Ein Podium in Utzenstorf, das sich «Dialog» nannte, war mit vier Hobby-Jägern und einem jagenden Moderator besetzt. Schweizweit werden jährlich rund 19’000 Rotfüchse erschossen – ohne belegbare Wirkung auf Schäden oder Seuchen.

Luchs und Wolf: Regulierung auf dünnem Eis

Im Tessin wurden 88 Hobby-Jäger für nächtliche Wolfsabschüsse vorbereitet – konkret durch zwei Informationsabende in Bellinzona. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass letaler Abschuss Rudelstrukturen destabilisieren und im Folgejahr mit mehr Rissen zusammenhängen kann. Im Wallis wurden trotz rund 1’300 ausgebildeten Hobby-Jägern nur neun Wölfe erlegt; die Leitwölfin riss danach erneut.

Parallel plant der Kanton Wallis erstmals Luchsabschüsse, obwohl der Bestand seinen Vorfahren gegenüber 46 Prozent seiner genetischen Vielfalt verloren hat. Eine Studie der Universität Bern dokumentiert, dass der tiefe Bestand durch ein Netz von 17 Schlingenfallen menschengemacht ist. Dass nun derselbe Kanton diesen künstlich tief gehaltenen Bestand als Argument für Abschüsse nutzt, ist eine bemerkenswerte Logik. Pro Natura weist zudem darauf hin, dass der grösste Entnehmer von Rehen im Wallis nicht der Beutegreifer, sondern die Hobby-Jagd selbst ist.

Jagdprüfung als geschlossenes System

Im Kanton St. Gallen haben 65 angehende Hobby-Jäger die Jagdprüfung bestanden – ausgebildet, geprüft und beaufsichtigt von Hobby-Jägern. Das Muster wiederholt sich in Solothurn, Zug, Luzern, Basel-Landschaft und Aargau. Als Gegenmodell gilt Genf: seit 1974 ohne Hobby-Jagd, mit zwölf staatlichen Berufsjägern, einer 99,5-Prozent-Soforttodrate und der höchsten Feldhasendichte der Schweiz.

Wald kaufen als stiller Wildtierschutz

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in drei Urteilen festgehalten, dass Grundeigentümer, die die Hobby-Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, nicht zur Duldung gezwungen werden dürfen. Deutschland reagierte 2013, Italien 2026. Die Schweiz kennt das Recht – der politische Wille fehlt. Die IG Wild beim Wild stellt einen Mustertext für kantonale Vorstösse bereit.

Zug prüft, Basel-Landschaft weicht aus, Glarus schweigt – und im Wallis plant man den Abschuss einer genetisch ausgezehrten Art. Der nächste Kanton, der auf Wissenschaft hört, wäre eine gute Geschichte.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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