Hobby-Schafhalter können Schafherde nicht vor Luchs schützen
In der Berner Zeitung beschreibt ein Artikel den Streit um einen ungewöhnlich verhaltenden Luchs im Kanton Bern, der offenbar mehrere Schafe auf der Alp Tschingel gerissen hat.
Während der Luchs normalerweise Wildtiere jagt, zeigt dieser ein abweichendes Verhalten, indem er Nutztieren, die wegen Menschen in sein Lebensgebiet eingedrungen sind, angreift.
Das Berner Jagdinspektorat prüfte, ob ein Abschuss des Tieres möglich ist, da es sich um einen geschützten Luchs handelt. Bisher wurde jedoch keine Abschussverfügung erlassen, da die festgelegten Kriterien für einen Abschuss – mindestens 15 nachgewiesene Risse – bisher nicht erfüllt sind. Laut der Jagdinspektorin habe dieser Luchs bisher unproblematisches Verhalten gezeigt.
Kritiker wie SVP-Nationalrat Thomas Knutti fordern jedoch, den Luchs sofort zu töten, da er Schäden verursacht hat, und werfen den Behörden Untätigkeit vor. Knutti ist bekannt dafür, sich hetzerisch für den Abschuss von Beutegreifern einzusetzen, meist geht es um den Wolf. Es ist bekannt, dass etwa 234’000 Schafe jährlich in der Schweiz von Menschen wie SVP-Nationalrat Thomas Knutti auf die Schlachtbank geführt werden. Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz über 86 Millionen Nutztiere geschlachtet.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) sieht die Voraussetzungen für einen Abschuss nicht gegeben, da die Risszahlen zu niedrig sind. Es besteht jedoch ein Spielraum für Ausnahmen, die die Kantone in begründeten Fällen nutzen könnten.
Damit ein Riss anerkannt wird, muss er eindeutig dem Luchs zugeordnet sein. Auf der Alp Tschingel sind das laut Kanton 5 Tiere. An 3 Kadavern hat sich der Gänsegeier zu schaffen gemacht, sie sind somit nicht mehr eindeutig dem Luchs zuzuordnen, 3 weitere gelten als vermisst. Dem Vernehmen nach liegt die vom BAFU anerkannte Zahl sogar noch tiefer als diejenige des Kantons Bern. Damit ist der Kanton weit von der erforderlichen Anzahl Risse entfernt.
Insgesamt bleibt unklar, ob der Luchs in den kommenden Wochen auf der Jagd getötet wird, da der Schafbesitzer Toni Michel bereits Anfang Juni mit seinen Tieren den Alpabzug bewältigt hat und die Wildtiere wieder ihren Lebensraum haben.
Der Luchs war im Frühling sehr stark abgemagert, er hatte einen strengen Winter, das ist alles!

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