Frankreich: Jagdstände systematisch zersägt – Täter seit drei Jahren unbekannt
28 Hochsitze rund um den Lac de Paladru, Dutzende weitere quer durch Frankreich und kein einziger Fall aufgeklärt.
Symbolbild
Seit über drei Jahren werden rund um den Lac de Paladru im französischen Département Isère Hochsitze der Hobby-Jäger methodisch zerstört – und der Täter ist bis heute unbekannt.
28 Jagdstände wurden seit 2022 zu Fall gebracht. Stets dasselbe Bild: Die Stützpfeiler sauber und gezielt an der Basis durchgesägt, die Struktur aber aufrecht stehen gelassen.
Diese Woche präsentierten örtliche Hobby-Jagdverantwortliche der Presse einen der zerstörten Hochsitze, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Der Fall wurde von France 3 sowie vom Petit Bleu und Chasse Passion aufgegriffen.
Überwachung läuft ins Leere
Die Fédération départementale des chasseurs de l’Isère versuchte, die Täterschaft mit Fotofallen auf frischer Tat zu ertappen. Das Ergebnis: Die auf einzelnen Bildern erkennbare Person trägt konsequent eine Sturmmaske und ist damit nicht identifizierbar. Bis heute wurde kein Verdächtiger offiziell benannt. Trotz mehrerer Strafanzeigen läuft die Untersuchung ins Leere.
Die Schnitte sind sauber und deuten auf ein geübtes, routiniertes Vorgehen hin. Für die Hobby-Jäger steht ausser Frage, dass es sich um gezielte, wiederholte und perfekt eingespielt ausgeführte Sabotageakte handelt.
Muster zieht sich durch ganz Frankreich
Der Fall in der Isère steht nicht allein. Im Département Yonne wurden im Januar 2025 22 Hochsitze zerstört, im Haut-Rhin wurden Leitersprossen durchgesägt. Ende Mai 2026 meldete Villey-le-Sec in Meurthe-et-Moselle sieben vollständig irreparable Hochsitze. Im Herbst 2025 bekannte sich eine Gruppe kurz vor der Jagderöffnung zu landesweiten Sabotageakten. Die Justiz hat bislang keinen einzigen Fall dieser Serie aufgeklärt. Der Unmut in den betroffenen Jagdgesetz-Kreisen wächst – und das Gefühl der Straflosigkeit auf der anderen Seite offenbar auch.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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