30. Mai 2026, 14:56

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Tierwelt

Der Igel: Tier des Jahres 2026, beliebt und auf der Roten Liste

Pro Natura hat den Braunbrustigel zum Tier des Jahres 2026 gewaehlt. In den letzten zehn Jahren ist die Igelzahl in Westeuropa um bis zu 33 Prozent zurueckgegangen. In der Schweiz gilt er seit 2022 als potenziell gefaehrdet.

Redaktion Wild beim Wild — 30. Mai 2026

Kaum ein Wildtier geniesst in der Schweiz so viel Zuneigung wie der Igel.

Trotzdem findet der Braunbrustigel Unterschlupf und Nahrung in weiten Teilen der landwirtschaftlich genutzten Gebiete kaum mehr. Deshalb lebt er heute vor allem in locker überbauten Bereichen unserer Dörfer und Staedte.

Pro Natura hat den Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) am 5. Januar 2026 zum Tier des Jahres erklärt. Nicht weil es ihm gut geht, sondern weil er Hilfe braucht.

Rückgang bis zu 33 Prozent

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Anzahl der westeuropäischen Igel je nach Land zwischen 16 und 33 Prozent zurückgegangen. In Flandern in Belgien und in Bayern sogar um 50 Prozent. In der Schweiz steht der Igel seit 2022 auf der Roten Liste als potenziell gefährdet. 2024 stufte auch die Weltnaturschutzunion IUCN ihn als bedroht ein.

Die Ursachen sind bekannt: Intensivierung der Landwirtschaft, Strassen und Stadtentwicklung zerstören den Lebensraum. Hinzu kommt, dass Igel in der Regel nur einmal pro Jahr Nachwuchs bekommen. Wer stirbt, wird nicht rasch ersetzt.

Mähroboter, Autos, Schottergraerten

Im Siedlungsraum lauern andere Gefahren: Autos auf nächtlichen Wanderrouten, fehlende Laubhaufen für den Winterschlaf, Mähroboter, die nachts arbeiten. Schottergärten bieten weder Unterschlupf noch Nahrung. Eingezäunte Gärten ohne Durchschlupf schneiden den Igel von seinem Streifgebiet ab, das mehrere Hektar umfassen kann.

Was jetzt hilft

Pro Natura ruft dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten. Wer Igel fördert, hilft auch Insekten, Siebenschläfern, Zaunkönigen und vielen anderen Arten. Im März 2026 lancierte Pro Natura die Aktion Bonjour Nature mit Gartenberatungen und Zertifizierungen für naturnahe Gaerten.

Der Igel ist kein Opfer der Hobby-Jagd. Er ist ein Opfer der Art, wie wir unsere Landschaft und unsere Gärten gestalten. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie der Mensch in Wildtierlebensräume eingreift, findet auf dieser Plattform Hintergründe zu Wildtieren in der Schweiz und zur Umwelt- und Naturschutzpolitik.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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