«Ende des Speziesismus: Diese Forderungen zeigen, warum die Hobby-Jagd auf dem Prüfstand steht»
Die Kampagne «End of Speciesism» fordert einen neuen Rechtsstatus für Tiere, Bildung gegen Speziesismus und das Ende des Tötens zur Konsumation – Forderungen, die auch die Hobby-Jagd direkt betreffen.
Der Welttag für das Ende des Speziesismus findet 2026 am Samstag, dem 29. August, statt.
Die internationale Kampagne End of Speciesism formuliert fünf zentrale Forderungen, mit denen die Artengrenze als moralische Grenze überwunden werden soll. Wir haben die Kampagne bereits zum Welttag für das Ende des Speziesismus vorgestellt. Die konkreten Forderungen sind bislang jedoch kaum bekannt, dabei berühren sie die Hobby-Jagd in mehreren Punkten direkt.
Neuer juristischer Status statt Eigentum
Die erste Forderung verlangt einen neuen Rechtsstatus für Tiere, der sich vom Status als blosse Eigentumssache löst. Solange nichtmenschliche Tiere rechtlich als Sache gelten, überwiegen im Konfliktfall regelmässig die Interessen des Besitzers, auch wenn sie belanglos sind, gegenüber den fundamentalen Interessen des Tiers. Genau dieses Ungleichgewicht zeigt sich in der Hobby-Jagd besonders deutlich: Wildtiere gelten rechtlich als herrenlose Sache, über deren Leben und Tod im Rahmen der kantonalen Jagdgesetze entschieden wird, ohne dass ihre eigenen Interessen als Rechtsgut gewichtet würden.
Bildung gegen Speziesismus
Die zweite Forderung verlangt weltweite Informationskampagnen und verpflichtende Bildungsmodule zur Prävention von Speziesismus. Übertragen auf die Schweiz bedeutet das auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Hobby-Jagd bereits in der Schule, dort, wo Kinder heute noch mit Jagdhornbläsern, Hubertusmessen und Trophäenkultur in Kontakt kommen, ohne dass die ethische Dimension des Tötens als Freizeitbeschäftigung thematisiert wird.
Ende des Tötens zur Konsumation
Die dritte Forderung richtet sich gegen die Schlachtindustrie und die Fischerei und verlangt das Ende der Subventionen für tierische Landwirtschaft. Auch wenn sich diese Forderung primär auf die Nutztierhaltung bezieht, lässt sie sich direkt auf die Hobby-Jagd übertragen: Wildfleisch wird ebenfalls zur Konsumation getötet, obschon dafür keine Notwendigkeit besteht. Studien zeigen zudem gesundheitliche Risiken durch Blei und PFAS im Wildfleisch, was das Argument der «nachhaltigen Fleischquelle» zusätzlich schwächt.
Ethische Forschung statt Tierversuche
Die vierte Forderung betrifft primär die Wissenschaft, sie stellt aber ein Prinzip auf, das auch für die Hobby-Jagd gilt: Kein fühlendes Lebewesen soll instrumentalisiert werden, nur weil es schwächer ist als der Mensch. Die Hobby-Jagd instrumentalisiert Wildtiere zur Freizeitbeschäftigung, zur Trophäe oder zur angeblichen «Regulation», obwohl anerkannte Wildbiologen wie Prof. Dr. Josef Reichholf die natürliche Selbstregulation von Wildtierpopulationen belegen.
Achtung von Individuen statt Ressourcendenken
Die fünfte Forderung verlangt, dass tierische Interessen in alle Umweltentscheidungen einbezogen werden, unabhängig davon, ob eine Art vom Aussterben bedroht ist. Das ist die direkteste Verbindung zur Hobby-Jagd: Wildtiere werden im geltenden Jagdrecht als «natürliche Ressource» behandelt, die bewirtschaftet und «genutzt» werden darf. End of Speciesism widerspricht dieser Logik ausdrücklich: Ein Reh oder ein Fuchs ist kein Bestandteil eines Wildtierbestands, sondern ein Individuum mit einem eigenen Interesse an einem unversehrten Leben.
Diese Forderungen sind kein abstraktes Positionspapier, sie lassen sich konkret einfordern. Deshalb rufen wir gemeinsam mit End of Speciesism auch zum Welttag gegen die Jagd am 11. November auf, einem Tag, an dem wir sichtbar für eine jagdfreie Zukunft und echten Artenschutz einstehen. Mach mit, informiere dich und setze ein Zeichen gegen die Hobby-Jagd.
Fazit
Die Forderungen von End of Speciesism zeigen, dass die Kritik an der Hobby-Jagd kein isoliertes Schweizer Randthema ist, sondern Teil einer internationalen Bewegung, die den moralischen Status von Tieren grundsätzlich neu verhandeln will. In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte, die diese Forderungen mit Schweizer Fallbeispielen untermauern.
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