22. August 2026, 07:33

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Welttag gegen die Jagd am 11. November: IG Wild beim Wild ruft erneut zum Handeln auf

Auch dieses Jahr ruft die Initiative IG Wild beim Wild am 11. November zum Welttag gegen die Jagd auf. Der wiederkehrende Aktionstag richtet sich gezielt gegen die Hobby-Jagd und schafft jährliche Sichtbarkeit für eine Debatte, die in der Schweiz überfällig ist: Wer entscheidet über Leben und Tod in der Wildnis, und warum darf das Töten wild lebender Tiere weiterhin als Freizeitvergnügen gelten? Die Hintergründe zum Aktionstag lesen Sie im Beitrag «Warum genau ein Welttag gegen die Jagd?».

Ein Tag, der Handeln verlangt

Die Hobby-Jagd wird von ihren Verfechtern gerne als Tradition, Naturpflege oder Bestandsregulierung dargestellt. Die Realität sieht anders aus. Tierschutzorganisationen weisen seit Jahren darauf hin, dass unzählige Tiere durch die Hobby-Jagd unnötig leiden, nicht nur die getöteten, sondern auch verwundete Tiere, die nicht sofort sterben.

In der Schweiz werden jährlich rund 120’000 gesunde Rehe, Hirsche, Füchse, Murmeltiere und Gämsen getötet, meist ohne wissenschaftlich haltbare Begründung. Gleichzeitig gilt über ein Drittel der einheimischen Pflanzen-, Wildtier- und Pilzarten als bedroht. Beim Ausscheiden von Schutzflächen für die Biodiversität bildet die Schweiz europaweit das Schlusslicht.

Warum gerade der 11. November?

Der Termin ist bewusst gewählt. Mitten in der Jagdsaison setzt der Welttag einen Gegenpol zur Routine der Treibjagden, einen Moment der Besinnung statt des Blutvergiessens. In einer Zeit, in der Biodiversitätsverlust und Lebensraumzerstörung historische Ausmasse erreichen, steht die Hobby-Jagd sinnbildlich für ein überholtes Naturverständnis: die Natur als Ressource, die kontrolliert und gelenkt wird, statt sie in ihrer Autonomie zu respektieren.

Was jede und jeder tun kann

Die IG Wild beim Wild lädt die Bevölkerung ein, am 11. November ein sichtbares Zeichen zu setzen, mit kleinen Gesten ebenso wie mit öffentlich sichtbaren Aktionen:

  • Informieren und teilen: Beiträge in den sozialen Medien mit Hashtags wie #WelttagGegenDieJagd, #StopHobbyJagd oder #WildlifeNotTrophy verbreiten.
  • Öffentliche Präsenz zeigen: Ein Waldspaziergang, ein Foto eines Wildtiers im natürlichen Lebensraum oder eine stille Mahnwache machen die Botschaft sichtbar.
  • Vor Ort aktiv werden: Lokale Aktionen unterstützen, Naturreservate besuchen und Lebensräume schützen, ohne auf die Hobby-Jagd als vermeintliche «Regelung» zu setzen.
  • Politisch wirken: Gemeindeverwaltungen und Umweltämter um Transparenz bei Jagdvergabe und Wildtiermanagement bitten.
  • Langfristig umdenken: Konsumgewohnheiten überdenken und Bildungsangebote zum Wildtierschutz ohne Jagd fördern.

Ein Appell

Es reicht nicht, über Naturerhalt zu reden. Jede bewusste Entscheidung, jedes Gespräch, jede Geste zählt. Der Welttag gegen die Jagd bietet die Gelegenheit, unbequeme Fragen laut und öffentlich zu stellen, für eine Wildnis, in der das Leben der Tiere nicht von Kugeln bedroht wird.

Vom Aktionstag zum politischen Vorstoss

Wer über den 11. November hinaus wirken will, kann die Sichtbarkeit des Aktionstags direkt in die kantonalen Parlamente tragen. Die IG Wild beim Wild stellt dafür über 80 fertig formulierte «Mustertexte für jagdkritische Vorstösse in Kantonsparlamenten» kostenlos zur Verfügung, von Motionen und Postulaten bis zu kantonalen Volksinitiativen. Die wissenschaftlichen Hintergründe, Quellen und Argumentarien dazu finden sich in den Dossiers von wildbeimwild.com. Jeder Text lässt sich übernehmen, kantonal anpassen und einreichen. So wird aus einem symbolischen Tag ein konkreter politischer Hebel gegen die Hobby-Jagd.