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Jagd

200 Hobby-Jäger rotieren mit Jagdhorn durch die Innenstadt von Baden

Mehr als ein Dutzend Gruppen tragen abwechselnd an drei Plätzen im Badener Stadtzentrum ihre Stücke vor.

Redaktion Wild beim Wild — 15. Mai 2025

Mit primitiven und ungewohnten Klängen sollen am 17. Mai im Kanton Aargau in der Stadt Baden im Rahmen des 1. Aargauischen Jagdhornbläsertreffens Lärm erklingen.

Währenddessen in Basel am selben Tag der Final der Eurovision Song Contest 2025 stattfindet, eine Vision von Frieden durch Musik.

Rund 200 Hobby-Jäger sollen an verschiedenen Orten im Stadtzentrum in Baden spielen, bevor sich der Geisterzug zum Abschluss zum gemeinsamen Mordskrach am Bahnhofplatz trifft. Mit solchen Anlässen erhofft man sich laut einer Mitteilung Nachwuchs für die sektiererischen und gewaltbereiten Jagdvereinigungen.

Jagdkunst wird oft mit Kriegskunst verglichen, wobei der Hobby-Jäger von heute meist als Tyrann, faul, feige und technisch hochgerüstet auf einem Hochsitz oder in Deckung sitzt. Dabei sehnt sich der Hobby-Jäger angeblich nach der Natur. Doch was für eine surreale Natur hat der Hobby-Jäger geschaffen? Nicht Naturnähe, sondern Distanzierung und Feindseligkeit lebt und schafft der Hobby-Jäger. Dies sind der Charakter und das Wesen der Jagd im 21. Jahrhundert.

Wie auch bei den militärischen Signaltrompeten handelt es sich beim Jagdhorn überwiegend um Varianten der Naturtrompete mit einem sehr beschränkten Tonumfang für die Kriegsmusik der Hobby-Jäger.

Es gibt Leitsignale wie ‚Hahn in Ruh, laut treiben, stumm treiben‘ usw. und Totsignale wie ‚Fuchs tot, Hirsch tot, Hase tot, Sau tot‘ usw.

Wildfleisch ist ein Füllstoff mit sehr niedriger Frequenz und kein Lebensmittel. In Kanada ist es in der Regel verboten, Wildfleisch der Hobby-Jäger in Restaurants oder Geschäften zu verkaufen, weil es eher als Gift bewertet wird als ein Nahrungsmittel. Viele Behörden warnen vor Wildfleisch. Dementsprechend formt es auch das Bewusstsein dessen, der es verschlingt, und wird sichtbar in den Tätigkeiten und Formen. Hobby-Jäger leben von Fleisch. Deshalb sind sie gewalttätig und aggressiv. Das ist nicht seltsam, sondern ganz natürlich. Wenn man vom Töten lebt, hat man keinen Respekt vor dem Leben. Man ist feindlich gegenüber dem Leben. Deswegen werden die meisten Tierarten zum Spass von Hobby-Jägern abgeschossen, obwohl es laut wissenschaftlichen Studien überhaupt keinen sinnvollen Grund dafür gibt.

Hobby-Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert, hat unlängst ein Gericht in Bellinzona bestätigt. Im Kanton Aargau sind es insbesondere die tierquälerischen Treibjagden. Wegen Hobby-Jäger leiden Wildtiere. Nicht selten richten Hobby-Jäger ihre Waffen auch auf Menschen an.

Laut Studien fördern und verbreiten Hobby-Jäger sogar Krankheiten.

Hobby-Jäger tun sich schwer, wenn sie sich in der aufgeklärten Gesellschaft erklären müssen. Sie sind ungenügend bis gar nicht fachgerecht ausgebildet. Und so watscheln die meisten Jagdscheininhaber mit folgender Einstellung durch die Natur:

  • Raubzeug muss man erlegen
  • Wildtiere sind Obst, das nur darauf wartet, geerntet zu werden
  • Ökologie sei: den Boden, Grundwasser und Wildtiere mit der Munition zu vergiften
  • im Wald möglichst viel Lärm zu veranstalten
  • Pelz ist Mode
  • Fleischkonsum sei gesund und dem Mensch angeboren
  • Jagd und Tierquälerei sind Tierschutz
  • Alkohol und andere Drogen gehören zur Gaudi an der Flinte
  • Jägerlatein ist Wissenschaft
  • Jagd sei eine tiefe Meditation
  • Töten sei ein Gebot Moses
  • Hobby-Jäger seien die Anwälte für die Wildtiere
  • Jagdhornklänge sei mystische Musik
  • usw.

Wer den Jagdschein macht, erhält also immer zweierlei: einen Schein fürs Töten und einen Schein fürs Verblöden.

Waidgerecht“ hat auch nichts mit Tierschutz zu tun. Die Waidgerechtigkeit der Hobby-Jäger widerspricht diametral dem Tierschutzgesetz. Waidgerecht ist vom Tierschutzgesetz ungefähr so weit entfernt wie eine Kuh vom Fahrradfahren. Die heutige Hobby-Jagd ist im Grunde schlichtweg kriminell. Nur ist unser Rechtssystem bisher nicht so weit, dies im Strafrecht zu berücksichtigen.

Jagdhornbläseranlässe und Hubertusmessen, die vornehmlich von Hobby-Jägern mitverantwortet und besucht werden, sind nicht mit der christlichen Ethik der Achtung vor dem Leben vereinbar. Sie bilden häufig den Auftakt zu den besonders grausamen Treib- und Sonderjagden, bei denen Hobby-Jäger tierquälerisch durch die Wälder ziehen und unzählige Wildtiere hetzen, verletzen und töten. Historisch gesehen ist Jagd zur Bestandsregulierung auch keine Jagd, sondern terroristischer Zooizid.

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Treibjagden bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die Tiere, leiden unter den Verletzungen oft tagelang und sterben qualvoll, wenn sie bei der sogenannten Nachsuche nicht gefunden werden.

Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus und das ist keine Kultur oder Tradition.

Bestritten wird der Anlass in Baden durch Gruppen aus dem Aargau, die dem Bläsercorps von Jagd Aargau angeschlossen sind: so von Distellaub Aarau, Freiwild Wiggertal, den Fricktaler Jagdhornbläsern, den Jagdhornbläsern Hallwyl, den Jagdhornbläsern SonatES sowie den Zurzibieter Jagdhornbläsern. Zuzug erhalten die Aargauer Gruppen durch die Gastgruppen JHB Buechholz, die Jagdhornbläser Ergolz aus dem Baselbiet, die Fricker Füchse und die Jagdhornbläser Edelweiss aus Glarus. Internationalität verleihen dem Treffen die Fürstliche Jagdhornbläsergruppe Liechtenstein und die Jagdhornbläsergruppe Tiengen aus der deutschen Nachbarschaft.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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