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Jagdgesetz

USA: Trump schwächt Schutz bedrohter Tierarten massiv

Lohnt es sich, einen Lebensraum zu schützen, wenn im Boden kostbare Rohstoffe liegen? Die USA rangen seit 2019 um diese Frage: Erst schwächte Trump den Artenschutz, dann stellte Biden ihn 2024 wieder her – und seit 2025 dreht Trump erneut zurück, mit neuen Regeln und laufenden Gerichtsverfahren.

Redaktion Wild beim Wild — 15. August 2019

Die am Montag vorgestellten Änderungen des Gesetzes für gefährdete Arten aus dem Jahr 1973 sehen unter anderem vor, künftig bedrohten und gefährdeten Arten nicht mehr automatisch den gleichen Schutzstatus zu gewähren.

Ausserdem strich die Regierung Formulierungen aus dem Gesetz, nach denen wirtschaftliche Aspekte bei der Einstufung einer Art als bedroht keine Rolle spielen sollten. Die am Montag veröffentlichten Änderungen sollen im September in Kraft treten.

Innenminister David Bernhardt bezeichnete die Änderungen als «Verbesserungen». Sie würden für ein «effiziente» Umsetzung des Gesetzes sorgen, erklärte der frühere Öl-Lobbyist. Er hatte in einem Meinungsbeitrag für die «Washington Post» im vergangenen Jahr geschrieben, dass das Gesetz in seiner bestehenden Form eine «unnötige regulierende Belastung» für Unternehmen sei.

Handelsminister Wilbur Ross erklärte, die Novellen entsprächen der Vorgabe des Präsidenten, die Regulierungen im Umweltbereich zu lockern und zugleich den Schutz bedrohter Arten zu gewährleisten.

Umweltschützer befürchten dagegen die schrittweise Zerstörung des Lebensraums gefährdeter und bedrohter Arten. Die Nichtregierungsorganisation Earthjustice bezeichnete die Änderungen als «Geschenk an die Industrie» und kündigte eine Klage an. Die Organisation Sierra Club warf der Regierung vor, wirtschaftliche Interessen über wissenschaftliche Erkenntnisse zu stellen.

Die Aktivisten befürchten, dass zukünftig der Abbau von Rohstoffen, etwa Holz, Gas oder Öl, in besonders sensiblen Arealen erleichtert werden könnte. Trumps Regierung hatte bereits zahlreiche weitere Umweltschutzvorschriften zurückgeschraubt.

Die Regelung geht auf einen anderen unbeliebten Präsidenten zurück

Das Gesetz mit dem Titel «Endangered Species Act» war 1973 von dem damaligen republikanischen Präsidenten Richard Nixon unterzeichnet worden. Es ermöglichte etwa die Erholung der Bestände von Wölfen und Weisskopfseeadlern.

Viele republikanische Politiker stören sich seit Längerem daran, weil es aus ihrer Sicht zu viele Regulierungen enthält. Umweltschützer feiern es dagegen als Erfolg, weil es das Aussterben etlicher Arten verhindert habe. Derzeit listet die Behörde «Fish and Wildlife Service» mehr als 2’000 Tier- und Pflanzenarten in den USA als bedroht oder gefährdet auf.

Der Streit geht in die nächste Runde

Die 2019 eingeführten Lockerungen des Endangered Species Act wurden 2024 unter Präsident Joe Biden grösstenteils rückgängig gemacht. Seit Anfang 2025 dreht die Trump-Regierung diese Entwicklung erneut um. Im November 2025 kündigten der US Fish and Wildlife Service und der National Marine Fisheries Service vier neue Regeln an, die weitgehend zur Interpretation von 2019 zurückkehren sollen, darunter die Abschaffung der sogenannten «Blanket Rule», die bedrohte und stark gefährdete Arten automatisch gleich behandelte. Im Juli 2026 verengte die Regierung zusätzlich die Definition von «Schädigung» («harm») unter dem Gesetz, wodurch Eingriffe wie Abholzung oder Ölförderung in Lebensräumen bedrohter Arten erleichtert werden. Umweltorganisationen wie das Center for Biological Diversity kritisieren die Rückschritte scharf, während Interessenverbände aus Landwirtschaft und Hobby-Jagd sie begrüssen. Ein Bundesgericht hob im März 2026 bereits vier zentrale Bestimmungen der 2019er Regeln auf – der juristische Streit um den Artenschutz in den USA bleibt damit ungelöst.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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