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Tierwelt

Importverbot für Stopfleber: Kommission will Gegenvorschlag

Die Wissenschaftskommission des Nationalrats will der Stopfleber-Initiative einen Gegenvorschlag entgegenstellen. Das geforderte Importverbot dürfte auf Umsetzungsschwierigkeiten stossen. Ob dieses an der tierquälerischen Stopfmast etwas ändere, sei fraglich.

Redaktion Wild beim Wild — 22. Februar 2025

Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N) beschloss aus diesen und weiteren Überlegungen mit 13 zu 12 Stimmen eine parlamentarische Initiative zur Formulierung eines indirekten Gegenvorschlags, wie die Parlamentsdienste am 21.2.2025 mitteilten. Der Initiative muss die ständerätliche WBK ebenfalls zustimmen.

Der Gegenvorschlag stützt sich nach den Vorstellungen der Nationalratskommission auf die vom Bundesrat angekündigte Deklarationspflicht für Stopfleber-Produkte. Diese möchte die Landesregierung den Angaben gemäss in Kürze auf dem Verordnungsweg umsetzen.

Zusätzlich sieht die Kommission importbeschränkende Massnahmen vor, wenn die gewerbsmässigen Importe fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes nicht zurückgegangen sein sollten. Ein wichtiger Schritt für den Tierschutz in der Schweiz.

Nur rund ein Prozent des Weltkonsums

Die WBK-N machte geltend, dass lediglich rund ein Prozent des weltweiten Stopfleberkonsums auf die Schweiz entfällt. Deshalb sei es fraglich, in welchem Umfang sich ein Verbot in der Schweiz auf die Gesamtproduktion auswirken würde.

Im Weiteren erwartete sie Umsetzungsschwierigkeiten, namentlich wegen der Kontrolle privater Einfuhren und der Mittel für eine wirksame Durchsetzung. Ein Importverbot sei zudem mit den Regeln der Welthandelsorganisation nicht vereinbar.

Die WBK-N führte vor der Beratung der Initiative «Ja zum Importverbot für Stopfleber» (Stopfleber-Initiative) an ihrer Januarsitzung Anhörungen durch. Mehr zum Jagdgesetz und den Tierrechten in der Schweiz.

Initiative aus Tierschutzkreisen

Hinter der Stopfleber-Initiative stehen Tierschutzorganisationen. Das Begehren will die Einfuhr von Erzeugnissen aus der Stopfmast von Geflügel mit einer Änderung der Bundesverfassung verbieten.

Ein Importverbot würde nebst der Stopfleber selbst beispielsweise auch gestopfte Entenbrust (Magret) erfassen oder in Fett gekochtes und so haltbar gemachtes Geflügelfleisch (Confit) treffen.

Betroffen wäre auch der Import durch Privatpersonen für den Eigengebrauch. Keine Auswirkungen hat die Initiative dagegen auf die Schweizer Landwirtschaft: Hierzulande ist das Stopfen von Hausgeflügel ohnehin seit mehr als vierzig Jahren verboten.

Das Essen der Stopfleber ist in der Romandie als Tradition weiter verbreitet als in der Deutschschweiz. Damit könnte die Westschweiz bei der Abstimmung überstimmt werden. Indessen wird auch in der Deutschschweiz in der Weihnachtszeit Foie-Gras gegessen.

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