Neues Wolfsrudel in der Schweiz bestätigt
In Graubünden, Waadt und im Wallis wurden 2019 neue Wolfsrudel nachgewiesen. Sieben Jahre später leben rund 43 Rudel und etwa 350 Wölfe in der Schweiz.
Ein Wildhüter hat aufgrund von Fotofallen festgestellt, dass Walliser Chablais zurzeit sieben Wolfswelpen in Begleitung eines Muttertieres und eines Männchens herumstreifen.
Das Wolfsrudel hält sich auf dem Gebiet der Gemeinden Vionnaz und Vouvry auf, wie die Walliser Staatskanzlei mitteilte.
Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere hatte nach der seit Januar 2019 festgestellten permanenten Wolfspräsenz in dieser Region das Überwachungsdispositiv verstärkt und die Anzahl der Fotofallen verstärkt. Zusätzlich wurden zwei Stimmenrecorder installiert, um eine eventuelle Reproduktion festzustellen.
Ende Winter waren die Wölfin F43 und der männliche Wolf M88 mehrfach in der Gegend nachgewiesen worden. Die beiden haben den Wolfsnachwuchs vermutlich gezeugt. Mit Sicherheit wisse man dies aber nicht, wie der vom Kanton Wallis angestellte Wildtierbiologe Yvon Crettenand sagte.
Ein anderer männlicher Wolf (M89), der im März in der Talebene von Vouvry nachgewiesen wurde, ist zwischenzeitlich in den Kanton Waadt abgewandert. Die sieben Jungtiere im Chablais sind zurzeit der einzige formelle Beweis für eine Reproduktion der Wolfspopulation im Wallis in diesem Jahr.
Graubünden
In Graubünden hat die Wildhut auf dem Gebiet der Gemeinde Obersaxen Mundaun drei Jungwölfe gesichtet.
Es dürfte sich dabei um Jungtiere eines bisher nicht bekannten Wolfsrudels handeln, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei mitteilte.
Zusammen mit den drei Jungtieren konnten zwei ausgewachsene Tiere beobachtet werden. Das Einzugsgebiet dieses neuen Wolfsrudels dürfte das Gebiet vom Piz Mundaun bis zum Piz Nadels und die umliegenden Täler umfassen.
Somit sind im Kanton Graubünden 4 Rudel ansässig, mit derzeit mindestens 26 Wölfe.
Waadt
Die Geburt von mindestens drei Wolfswelpen ist in diesem Sommer im Waadtländer Jura dank einer Videofalle nachgewiesen worden. Im Kanton Waadt gibt es somit erstmals seit 150 Jahren wieder ein Wolfsrudel.
Es handelt sich um das achte in der Schweiz nachgewiesene Wolfsrudel, wie der Kanton Waadt und die Stiftung Kora für Beutegreiferökologie und Wildtiermanagement mitteilten. Der Kanton Graubünden beherbergt laut den Angaben vier Wolfsrudel, das Wallis zwei und das Tessin eines.
Mit dem jüngsten Nachwuchs in der Region Marchairuz im Waadtländer Jura ist die Zahl der Wölfe auf dem Gebiet des Kantons Waadt seit Anfang 2019 auf insgesamt sieben gestiegen.
Sieben Jahre später: Aus acht Rudeln wurden über 40
Als dieser Beitrag 2019 erschien, galt das Waadtländer Rudel als das achte in der Schweiz nachgewiesene, und in Graubünden lebten vier Rudel mit rund 26 Wölfen. Seither hat sich der Bestand vervielfacht. Im Monitoringjahr 2025/26 wies die Stiftung KORA rund 43 Rudel und etwa 350 Wölfe nach. Davon lebt ein Teil grenzüberschreitend mit Italien und Frankreich.
Mit dem Wachstum kam die Regulierung. Seit dem 1. Februar 2025 dürfen die Kantone ganze Rudel präventiv regulieren, noch bevor ein Schaden entstanden ist. Zwischen Februar 2025 und Januar 2026 wurden in der Schweiz 89 Wölfe geschossen, oft Jungtiere. Damit gilt die Schweizer Regulierung im europäischen Vergleich als besonders intensiv. Wie die politische Entwicklung vom ersten Lockerungsvorschlag bis zur heutigen Rudelregulierung verlief, zeigt der Beitrag «Bundesrat will Schutz von Wolf und Bär lockern». Was die Rückkehr des Wolfes für das Ökosystem bedeutet, beleuchtet «Ohne Wolf kein Wald: Was Beutegreifer für die Schweiz bedeuten».
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