Ist die Trophäenjagd im Wallis für einen guten Zweck?
Trophäenjagd ist ein kontroverses Thema, das in vielen Ländern zu hitzigen Debatten führt. Während einige Befürworter argumentieren, dass diese Praxis zur Erhaltung von Wildtierpopulationen beitragen kann, gibt es ebenso viele Gegner, die die ethischen und moralischen Aspekte infrage stellen.

Ein zentraler Punkt der Befürworter ist, dass Trophäenjagd oft finanzielle Mittel generiert.
Die Gebühren, die Hobby-Jäger zahlen, fliessen angeblich in Projekte zur Erhaltung von Lebensräumen, Bekämpfung von Wilderei und Schutz gefährdeter Arten. In einigen Regionen sollen diese Mittel gar entscheidend für den Erhalt der Biodiversität sein. Warum spenden die Gewalttäter das Geld nicht einfach und blenden das von ihnen verursachte Leid aus?
Studien dokumentieren, dass die Trophäenjagd Wildtierbestände dezimiert, die Fortpflanzungsrate manipulieren kann, Alters- und Geschlechterverhältnisse verschiebt sowie Sozialstrukturen beeinträchtigt.
Immer mehr Länder verbieten aus berechtigten Gründen die Einfuhr von Jagdtrophäen. Wildtierbestände werden manipuliert, Korruption gefördert, koloniale Strukturen verfestigt und ethische Werte unserer Gesellschaft werden missachtet. Die Trophäenjagd wird von einer beträchtlichen Mehrheit in Europa, aber auch von vielen Menschen aus Afrika, abgelehnt.
Das Wallis ist der einzige Kanton in der Schweiz, der wieder eine Bejagung durch ausländische Trophäenjäger auf den Steinbock zulässt.
Der Bergkanton erlaubt Trophäenjägern aus aller Welt, gegen Geld Steinböcke abzuschiessen – begleitet von einem Walliser Wildhüter. Was für die ausländischen Hobby-Jäger ein Abenteuer darstellt, ist für den Kanton Wallis ein lukratives Geschäft: Die Steinbockjagd spült jährlich 650’000 Franken in die Staatskasse. Der Kanton Wallis verwendet diese Einnahmen unter anderem, um anschliessend den Wolf zu bekämpfen.
Wölfe und andere Spitzenprädatoren spielen eine wichtige Rolle in natürlichen Ökosystemen. Inmitten einer weltweiten Krise, die zu einem weitverbreiteten Zusammenbruch der Artenvielfalt führt, tragen Wölfe nach Ansicht von Naturschützern dazu bei, die Arten, die sie jagen, gesund zu erhalten, indem sie schwache oder kranke Tiere jagen und die Ausbreitung von Krankheiten wie der Borreliose verringern. Sie halten die Populationen von Rehen, Wildschweinen und anderen Huftieren in Schach und in Bewegung, sodass Pflanzen und Sträucher, die sonst gefressen werden könnten, eine Chance zum Wachstum haben. Ihre Anwesenheit wird von Umweltschützern als ein Zeichen der Hoffnung für die Erholung der Natur gefeiert.
Jean-Michel Gaillard, ein Forschungsdirektor an der Universität Lyon, gibt an, dass rund 36 % aller Steinböcke, die älter als 11 Jahre sind, abgeschossen werden. Das sei ein grosser Anteil. Da sich vor allem ältere Steinböcke fortpflanzten, bedrohe die Jagd das Gleichgewicht der Herden. Die Jagdbehörden im Wallis sehen allerdings kein Risiko.
Auch der ehemalige Staatsrat Jacques Melly hat 2019 reagiert. Gegenüber RTS sagt der für die Jagd zuständige Staatsrat damals, dass man bereits seit April darüber nachdenke, diese Art der Steinbockjagd für Ausländer zu verbieten. “Sie entspricht nicht mehr dem heutigen Zeitgeist.”
Tiere für Trophäen zu töten, ist teilweise kriminell, aber immer falsch – eine Unkultur.
Der Nationalpark in der Schweiz zeigt, dass Gämsen oder Steinböcke keine menschliche Regulierung benötigen. Die Bestände sind über Jahrzehnte stabil.
Töten für den guten Zweck?
1. Ethische Bedenken
Die ethischen Fragen sind einer der grössten Streitpunkte in der Diskussion um die Trophäenjagd. Viele Menschen sehen das Töten von Tieren zum Spass oder zur Verschönerung von Wänden als grausam an. Die Vorstellung, Tiere als Trophäen zu betrachten, wirft moralische Bedenken auf und führt zu einem allgemeinen Unmut gegenüber dieser Praxis.
Bei der Trophäenjagd geht es nicht um «Hege», Bestandskontrolle oder den Erhalt gesunder Tierbestände. Ganz im Gegenteil: Trophäenjäger betreiben eine unnatürliche Selektion, da sie auf besonders herausragende Tiere von häufig bedrohten Arten abzielen, die für den Fortbestand einer Population besonders wichtig sind.
Zahlreiche Berichte belegen, dass die Gelder aus der Trophäenjagd vor allem in den Taschen der falschen Leute landen.
2. Gefahr der Überjagung
Es besteht die Gefahr, dass die Trophäenjagd zur Überjagung bestimmter Arten führen kann. In einigen Fällen wurden Populationen von Wildtieren gefährdet und ausgerottet, weil sie übermässig gejagt wurden.
3. Verlust von Lebensraum
Die Trophäenjagd kann auch negative Auswirkungen auf das Habitat der Tiere haben. Oft werden Gebiete für Jagdaktivitäten erschlossen, was zu einer Zerschneidung von Lebensräumen und einem Rückgang anderer Tierarten führen kann. Zudem kann der Fokus auf bestimmte Arten dazu führen, dass andere, weniger «attraktive» Arten und deren Lebensräume vernachlässigt werden. Jede jagdliche Aktivität eines Hobby-Jägers ist für Flora und Fauna eine unnötige Belastung.
4. Speziesismus
Analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus beschreibt Speziesismus eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Katzen und Hunde als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie auszubeuten oder zu töten, wie Wölfe, Steinböcke oder Hirsche.
Naturkatastrophe Hobby-Jäger
In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege der Hobby-Jäger befindet, ist der Anteil der bedrohten Arten in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz. Die Auftragskiller schaffen seit Jahrzehnten ein ökologisches Ungleichgewicht in der Kulturlandschaft mit teils dramatischen Folgen (Schutzwald, Krankheiten, landwirtschaftliche Schäden u. v. m.). Über ein Drittel der Pflanzen, Wildtiere und Pilzarten gilt als bedroht. Die Schweiz ist europaweit beim Ausscheiden von Schutzflächen für die Biodiversität ebenfalls Schlusslicht. Es sind genau immer auch diese Kreise aus Hobby-Jägern mit ihrer Lobbyarbeit, die über die Politik, Medien und Gesetze seit Jahrzehnten dafür verantwortlich zu machen sind. Sie sind es, die zeitgemässe, ethische Tierschutzverbesserungen notorisch blockieren und den seriösen Tier- und Artenschutz sabotieren. Hobby-Jäger wehren sich regelmässig gegen mehr Nationalpärke in der Schweiz, weil es ihnen eben nicht um Natur, Biodiversität und Artenschutz oder Tierschutz geht, sondern darum, ihr perverses, blutiges Hobby zu pflegen.
Wussten Sie …
- dass in der Schweiz unschuldige Jungwölfe liquidiert werden?
- dass Hobby-Jäger bei der Beurteilung der Wildbretqualität lügen und dass verarbeitetes Wildfleisch laut der WHO wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend ist?
- dass laut Studie nirgendwo die Bleibelastung der Steinadler und Bartgeier höher ist, als in den Schweizer Alpen, wegen der Munition der Hobby-Jäger?
- dass die Waidgerechtigkeit der Hobby-Jäger dem Tierschutzgesetz diametral widerspricht, eine Fata Morgana ist?
- dass Jagd Krieg ist, wo man tierische Konkurrenten einfach liquidiert?
- dass es unzählige illegale und nicht gekennzeichnete Hochsitze in unserer Natur gibt, die zum Teil so morsch sind, dass sie eine Gefahr für Kinder darstellen, Menschen zu Tode kommen können?
- dass Jahr für Jahr unzählige Menschen durch Jägerwaffen getötet oder verletzt werden, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden?
- dass in der Schweiz jährlich rund 120’000 völlig gesunde Rehe, Hirsche, Füchse, Murmeltiere und Gämsen meist sinnlos gekillt werden?
- dass es wegen der Hobby-Jäger heute kaum mehr möglich ist, mit den Wildtieren in Harmonie zu leben, Wildtiere zu sehen?
- dass Schrotladungen Hasen wie kleine Kinder aufschreien lassen und “geschossenen” Rehen und Hirschen die Innereien zerfetzen, damit sie auf der Flucht Spuren für die Nachsuche hinterlassen?
- dass die Behauptung der Hobby-Jäger, die grausamen Wildtier-Massaker seien notwendig, um Tierbestände zu regulieren, wissenschaftlich widerlegt sind?
- dass Hobby-Jäger offen zugeben, dass es bei der Jagd um die “Lust am Töten” und “die Freude am Beute-Machen” einer krankhaften Passion geht?
- dass Hobby-Jäger keinen sechsten Sinn haben und dennoch regelmässig behaupten, sie schössen nur kranke und schwache Tiere, was natürlich in der Praxis nicht stimmt?
- dass Hobby-Jäger ins Ausland zur Trophäenjagd fahren, fern aller Arten- und Jagdschutzbestimmungen, und dass es sogar Schweizer-Hobby-Jäger-Reiseveranstalter für solch debile Jagdvergnügen gibt?
- dass die überwiegende Mehrheit keine legitimierten Berufsjäger sind, sondern die Jagd als Hobby-, Sport- und Freizeitvergnügen ausüben, was nicht sittlich ist und eigentlich dem Tierschutzgesetz widerspricht?
- dass 99,07 % der zivilisierten Menschen in der Schweiz keine Hobby-Jäger sind, also nur 0,3 % Hobby-Jäger Freude an diesen blutigen Aktivitäten haben?
- dass diese Wildtierkiller nicht anhand wissenschaftlicher Rechtfertigungen jagen?
- dass geschützte Arten eigentlich nicht ins Jagdrecht gehören, weil Hobby-Jäger mit dem Artenschutz überfordert sind und immer wieder auf der Roten Liste stehende Tiere, wie Luchs, Wolf, Feldhase, Rebhuhn, Wachtel, usw., aus Spass abschiessen?
- dass Hobby-Jäger bestimmte Tierarten gezielt dezimieren, um keine Konkurrenz zu haben, für ihr widernatürliches Verhalten (Fuchs, Luchs, Wolf, Greifvögel, usw.)?
- dass das Wild stirbt, bevor der Hobby-Jäger auch nur einen einzigen Schuss abgeben kann, es dies zu verhindern gilt und das wohl der zentrale Gedanke der Hege und Pflege sowie Jagdplanungen ist?
- dass bei den Wildschweinen (und Füchsen) normalerweise nur die Leitbache Junge bekommt, aber aufgrund ihres Abschusses alle weiblichen Tiere innerhalb der Rotte sich fortpflanzen und wir auch deshalb eine Wildschweinschwemme haben?
- dass die Weidetiere – Hirsche, Rehe, usw. – ursprünglich hauptsächlich tagaktiv auf Feldern und Wiesen lebten, wie Ziegen, Schafe, Kühe, usw., und nicht im Wald?
- dass der Wolf für die Gesunderhaltung der wilden Huftiere langfristig lebenswichtig ist, weil er zum Beispiel mit unglaublicher Präzision kranke oder schwache Tiere erbeutet und dadurch den Hobby-Jägern hoch überlegen ist?
- dass Füchse nach der sinnlosen Jagd meist im Abfall landen?
- dass Füchse heute hauptsächlich gejagt werden, damit es mehr Hasen, usw. für die Hobby-Jäger in der Bratpfanne hat? Dass sich der Fuchs aber zu über 90 % nicht von Hasen ernährt, einen gesunden Hasen nie erwischt?
- dass man gegen Hobby-Jäger im Tierschutz nicht nur mit Sanftmut, Strassenfesten, Gebetsketten, usw. vorgehen kann (auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil)?
- dass Hobby-Jäger mit dem Jägerlatein eine respektlose Verhöhnung von Lebewesen betreiben?
- dass es verpönt ist, Hochwild an der Fütterung oder während der Paarungszeit zu erschiessen, der Hobby-Jäger aber keine Skrupel hat, dies beim Beutekonkurrenten Fuchs zu tun?
- dass in manchen Kantonen Hobby-Jäger nur des zarten Fleisches eines Jungtieres wegen auf die Jagd gehen?
- dass Hobby-Jäger trächtige Mutterkühe vor ihren Jungtieren erschiessen oder nur Jungtiere während der Aufzuchtzeit (Nach-Sonderjagd)?
- dass Hobby-Jäger die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit ihrer Munition vergiften?
- dass Bestialität, Barbarei, Grausamkeit, Blutvergiessen und sinnlose Qualen kein Kulturgut sein können in einer zivilisierten Gesellschaft?
- dass Hobby-Jäger jährlich rund 10’000 Rehkitze erschiessen?
- dass Hobby-Jäger im strengen Winter hungernde Tiere mit Futter anlocken, nur um sie hinterhältig und feige erschiessen zu können?
- dass Hobby-Jäger scharf gemachte Hunde in Höhlen hetzen, um Füchse und Dachse zu eliminieren (Baujagd)?
- dass Hobby-Jäger friedliche Lebewesen in Kastenfallen locken, in denen sie unter Umständen tagelang leiden und auf ihren Killer warten müssen oder den Tieren oft einen stundenlangen Todeskampf bereiten (Fallenjagd)?
- dass Hobby-Jäger friedliche Wildtiere beim Schlafen oder Sonnen feige mit hochmodernen Präzisionswaffen aus dem Hinterhalt meucheln oder verletzen?
- dass Hobby-Jäger Auszeichnungen, Fellmärkte, Preisverleihungen für den Trophäenkult, Trophäenschauen, Pelzhandel, usw. unterstützen?
- dass Hobby-Jäger minderjährigen Schulkindern Schusswaffen in die Hände drücken und mit ihnen das Töten üben?
- dass Hobby-Jäger ihre qualvollen Taten oft in der Einsamkeit ausführen, was Tierquälereien fördert?
- dass Hobby-Jäger viele Wildtiere nur schwer verletzen und die Opfer oft stundenlang unter enormen Qualen und Angst leiden, bis ein Schweisshund sie findet und sie erschossen werden?
- dass Hobby-Jäger (ausser der Vivisektion) den Tieren am meisten Qualen und Missbrauch zufügen, auch durch die Art des Tötens?
- dass die jägerliche Tier- und Naturliebe sich nicht am Dasein des geliebten Objekts erfreut, sondern vielmehr darauf abziehlt, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen, und darin gipfelt, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen?
- dass Hobby-Jäger Verbissschäden geradezu fördern durch den Jagddruck, insbesondere auf Beutegreifer wie Fuchs, Luchs und Wolf?
- dass Hobby-Jäger für asoziales, unethisches und unchristliches Verhalten Tür und Tor öffnen?
- dass Hobby-Jäger der Bevölkerung normale natürliche Tierbeobachtungen und Interaktionen vorenthalten?
- dass es kein grösseres und mit Munition verseuchtes Quälprodukt gibt als Wildbret?
- dass es schweizweit keine einheitliche Regelung gibt, was Sehtest, Schiesspraxis, usw. der Hobby-Jäger betrifft?
- dass es keinen psychologischen Wesenstest für Hobby-Jäger gibt?
- dass es kein Alkoholverbot gibt für Hobby-Jäger, wenn sie mit ihren Waffen auf Tiere schiessen?
- dass Hobby-Jäger in schulische Einrichtungen eindringen, um ihr Jägerlatein und ihre Gewalt den Kindern aufzuschwätzen?
- dass ein Gericht in Bellinzona unlängst bestätigt hat, dass Jagdvereine praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, fördern?
- dass der Verein «Jagd Schweiz» in erster Linie Respektlosigkeit und eine Gewaltkultur kultiviert – genau das Gegenteil, wonach ein kultivierter Mensch in unserer Gesellschaft streben sollte.
- dass allein im Kanton Graubünden jedes Jahr über 1’000 Anzeigen und Bussen gegen Hobby-Jäger verhängt werden?
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