Tessin: Hobby-Jagd, Gewaltmonopol und der Faktor-4-Mythos
Im Hotel Coronado in Mendrisio versammelten sich am 9. Mai 2026 ganze 83 Delegierte aus 28 Jagdgesellschaften zur Jahrestagung der Federazione cacciatori ticinese (FCTI).
Bei rund 3000 Jagdausübenden im Kanton entspricht das einer Anwesenheitsquote von 2,7 Prozent.
Ein Verband, der für sich Identität und Tradition reklamiert, mobilisiert also nicht einmal jeden vierzigsten Hobby-Jäger zu seiner Hauptversammlung. Trotzdem setzte die FCTI an diesem Tag rhetorisch ein neues Logo, einen neuen Slogan und eine alte Erzählung in Szene. Claudio Zali, Direktor des Departements für Territorium, lieferte parallel das Eingeständnis, das den ganzen Auftritt entkleidet: Hobby-Jäger sollen künftig der «braccio armato dello Stato» werden, der bewaffnete Arm des Staates. Genau das wirft drei Fragen auf, die in Mendrisio nicht beantwortet wurden, und eine, die nicht einmal gestellt wurde.
Was Claudio Zali in Mendrisio wirklich sagte
Zali kündigte an, dass das geplante «Gruppo di supporto» künftig auch ausserhalb der Jagdzeit und mit denselben Mitteln wie die Wildhut auf Wölfe schiessen soll. Er sprach in diesem Zusammenhang offen davon, dass die Hobby-Jäger damit erneut «un po‘ il braccio armato dello Stato» seien. Er hoffe, dass sie diese Bürde übernähmen. Und er kündigte für die Wolfsregulierung «nuove regole d’ingaggio» an, also neue Einsatzregeln. Das ist nicht das Vokabular einer Hobby-Jagd, das ist polizeiliches und militärisches Vokabular, übersetzt auf eine Freizeitausübung mit Schusswaffe. Wer so spricht, beschreibt keine Tradition, sondern eine Auslagerung.
Die 365-Tage-Erzählung, die im Tessin keine Grundlage hat
Davide Corti versuchte, diesen Befund einzudämmen. Er erklärte, ein Hobby-Jäger sei heute eine Person, die sich «365 Tage im Jahr» um Territorium und Wild kümmere, sonst könne er in einem so restriktiven Regelwerk gar nicht operieren. Diese Aussage klingt nach Hege und Verantwortung. Sie hält der einfachsten juristischen Prüfung nicht stand.
Der Kanton Tessin kennt die Patentjagd, nicht die Revierjagd. Im Patentsystem gibt es keine privaten Reviere und keine Revierhalter mit Hegepflicht. Hobby-Jäger erwerben jährlich ein Patent, das ihnen während definierter Hochjagd- und Niederjagdzeiten den Abschuss bestimmter Arten erlaubt. Das war es. Eine ganzjährige territoriale Verantwortung aller Hobby-Jäger, wie Corti sie suggeriert, existiert in der Tessiner Rechtsordnung nicht. Der Lebensraum gehört dem Kanton, das Wild gehört niemandem, und das Wildtiermanagement ausserhalb der Jagdzeit liegt bei der staatlichen Wildhut.
Wer dennoch behauptet, 365 Tage im Jahr für «sein» Territorium und «seine» Wildtiere verantwortlich zu sein, beschreibt entweder eine Tätigkeit, die das Tessiner Recht nicht kennt, oder er verlagert sie in jenen Bereich, den der Strafgesetzgeber als Wilderei bezeichnet. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Die Rhetorik der ganzjährigen Hege ist aus der Revierjagd entliehen, wo sie ihre rechtliche Verankerung hat. Im Tessin ist sie ein Importmythos, der die Selbstbeschreibung der Hobby-Jagd aufhübschen soll, ohne durch Recht und Praxis gedeckt zu sein.
Corti spricht zugleich von «passione» als Kern der Tätigkeit und von 365-Tage-Verantwortung. Das ist ein logischer Bruch in einem einzigen Satz. Passion gehört zum Hobby, ganzjährige Verantwortung zum Beruf. Beides gleichzeitig zu reklamieren, ist Etikettenschwindel.
Wer angeblich 365 Tage im Jahr für Territorium und Wild Verantwortung trägt, sollte einmal jährlich den Weg zur Verbandsversammlung finden, um sich zu informieren und weiterzubilden. 97,3 Prozent der Tessiner Hobby-Jäger taten das nicht. Das untergräbt die Selbstbeschreibung des Berufsethos noch deutlicher als die rechtliche Lage allein.
Cortis Widerspruch in der Statistik
Corti lieferte in derselben Rede die Zahl, die seine Erzählung sprengt. Als er den Jagdschein machte, seien im Tessin rund 1600 Huftiere pro Jahr erlegt worden, heute seien es etwa 7000. Eine Vervierfachung in einer Hobby-Jäger-Generation. Corti verbindet das mit Klima und verändertem Territorium. Diese Erklärung hält keiner empirischen Prüfung stand und sie widerspricht zusätzlich der Wildbiologie zu jenen Arten, die Corti regulieren will.
Der Klima-Test, den die Hobby-Jagd-Lobby nicht macht
Wäre der Klimawandel der Haupttreiber der Tessiner Bestandsentwicklung, müssten jagdfreie Gebiete in derselben Klimazone dieselbe Dynamik zeigen. Sie zeigen sie nicht. Drei Vergleichsräume liefern den empirischen Gegenbeweis seit über hundert Jahren.
Im Schweizerischen Nationalpark herrscht seit 1914 absolutes Jagdverbot. Bestände von Rotwild, Gämse und Steinbock sind stabil, der Wald regeneriert sich, die Artenvielfalt nimmt zu.
Im italienischen Nationalpark Gran Paradiso ist die Jagd seit 1922 verboten. Der wissenschaftliche Verantwortliche Bruno Bassano fasst die Bilanz nüchtern zusammen: Man habe nie Schäden gehabt und nie Bestände reduzieren müssen.
Im Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1974 in einer Volksabstimmung über das Jagdverbot. Heute leben dort rund 60 Hirsche und 200 bis 300 Rehe in stabiler Population. Der Hase erreicht eine der höchsten Dichten der Schweiz, die überwinternden Wasservögel haben sich verzehnfacht. Faunainspektor Gottlieb Dandliker beschreibt das Resultat als funktionierende Selbstregulation, ganz ohne Hobby-Jäger.
Diese drei Räume haben dieselben milderen Winter, dieselben Hitzesommer und dieselben Vegetationsverschiebungen erlebt wie das Tessin. Sie zeigen keinen Faktor 4. Damit ist die Klimathese als Hauptursache empirisch widerlegt. Mehr dazu im Dossier zum Genfer Modell.
Der Klimawandel schadet den Berghuftieren, statt sie zu vermehren
Hier wird das Klima-Argument zusätzlich von der wildbiologischen Seite zerlegt. Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat einen Datensatz mit über 230’000 Erlegungsorten aus Graubünden für die Jahre 1991 bis 2013 ausgewertet und im Fachblatt «Ecosphere» publiziert. Die Aufenthaltsorte der drei häufigsten alpinen Huftierarten haben sich im Spätsommer und Herbst messbar in die Höhe verschoben: beim Steinbock um durchschnittlich 135 Meter, bei der Gämse um 95 Meter, beim Rothirsch um 80 Meter. Studienautor Kurt Bollmann ordnet das so ein: Auch grosse warmblütige Tierarten reagieren auf den Klimawandel, nicht nur Pflanzen, Insekten und Reptilien. Die mittlere September- und Oktobertemperatur ist im untersuchten Gebiet in zwanzig Jahren um 1,3 Grad gestiegen.
Das ist die genaue Gegenbewegung zu dem, was die FCTI suggeriert. Wenn der Klimawandel Berghuftiere in immer höhere Lagen drängt, verkleinert er deren Lebensraum. Oben hört der Berg auf. Modellrechnungen prognostizieren für alpine Spezialarten wie den Schneehasen bis 2100 einen durchschnittlichen Lebensraumverlust von rund 35 Prozent.
Beim Steinbock kommt eine zusätzliche biologische Belastung hinzu. Er ist physiologisch an Kälte angepasst, friert erst ab etwa minus 20 Grad und kommt durch sein dichtes Winterfell und seine Fettreserven schon bei moderater Wärme rasch in Hitzestress. Wildbiologen dokumentieren die Reaktion: kürzere Äsungsphasen, Verlagerung der Aktivität in die Nacht, geschwächte Abwehrkräfte. Die genetische Vielfalt des Schweizer Steinbocks ist zudem extrem schmal, weil alle heutigen Tiere auf einen Ausgangsbestand von rund 100 Individuen aus dem Gran Paradiso zurückgehen.
Bei der Gämse zeigen sich Hitzeeffekte ebenfalls. In Hitzesommern verkürzt sie die Äsungszeit zugunsten der Thermoregulation, was Körpermasse und Reproduktionskraft kostet. Die Tessiner Streckenstatistik passt zu diesem Bild: 2022 wurden 511 Gämsen erlegt, deutlich weniger als die 642 des Vorjahres. Eine Saison ist kein Trend, aber die Richtung ist konsistent mit einem Bestand unter klimatischem Druck, nicht mit einer klimabedingten Bestandsexplosion.
Die FCTI-Erzählung dreht damit die Realität auf den Kopf. Wenn der Klimawandel der Haupttreiber des Tessiner Faktor 4 wäre, müssten Steinbock und Gämse besonders zulegen. Genau diese Arten zeigen aber Stresssignale, schrumpfende Habitate und Anpassungsverhalten. Wer den Klimawandel als Erklärung für die Vervierfachung der Strecke heranzieht, ignoriert nicht nur die jagdfreien Vergleichsgebiete, er ignoriert auch das, was Wildbiologie und WSL über die Klimasensitivität der betroffenen Arten dokumentieren.
Was den Faktor 4 wirklich erklärt
Die Wildbiologie kennt das Phänomen seit Jahrzehnten unter dem Begriff der kompensatorischen Reproduktionsdynamik. Bejagung greift in stabile Sozialstrukturen ein und löst biologische Gegenreaktionen aus. Familienverbände lösen sich auf, Schmaltiere werden früher geschlechtsreif, Wurfgrössen steigen, die reproduktive Hemmung durch Leittiere fällt weg. Beim Wildschwein pflanzt sich normalerweise nur die Leitbache fort. Wird sie geschossen, reproduzieren plötzlich alle weiblichen Tiere der Rotte. Beim Fuchs dokumentieren Untersuchungen aus dem Nationalpark Bayerischer Wald rund 1,7 Welpen pro Wurf in unbejagten Gebieten gegenüber einem Vielfachen in stark bejagten Revieren.
Übertragen auf das Tessin heisst das: Hoher Jagddruck zerlegt soziale Strukturen und produziert genau jene Bestände, deren Reduktion die Hobby-Jagd anschliessend als ihre Daseinsberechtigung verkauft. Die Spirale ist selbsttragend. Je mehr geschossen wird, desto mehr muss geschossen werden.
Was die 6000 Huftiere von 2025 zeigen und was nicht
In der Saison 2025 wurden im Tessin knapp 6000 Huftiere erlegt, deutlich weniger als in den beiden Vorjahren. Der Rückgang betrifft besonders Hirsche und Wildschweine. Diese einjährige Schwankung widerlegt den Langzeittrend nicht. Sie ist konsistent mit Belastungseffekten der Schweinepestmassnahmen, mit lokalen Erschöpfungseffekten und mit witterungsbedingten Streckenschwankungen. Die Vervierfachung in einer Generation bleibt der relevante Massstab.
Wenn die «Tradition» nachts ausgeschaltet wird
Corti zitierte in Mendrisio einen alten Leitsatz der traditionellen Bergjagd: «Die Nacht gehöre den Tieren». Im selben Atemzug räumte er ein, dass der nächtliche Jagddruck auf Wildschweine wegen der Schweinepest gestiegen sei. Die Tradition wird also genau dann ausser Kraft gesetzt, wenn ein konkretes Interesse im Spiel ist. Dasselbe Muster zeigt sich beim Wolf. Geduld und Tierrespekt werden beschworen, solange es um die Aussenwahrnehmung geht. Wo ein Beutegreifer als Konkurrent um Hirsch und Reh wahrgenommen wird, fordert die FCTI pragmatisch erweiterte Tötungsbefugnisse.
Das Gewaltmonopol gehört dem Staat, nicht der Hobby-Jagd
Hier verlässt der Tessiner Vorstoss den Bereich politischer Geschmacksfragen und betritt verfassungsrechtliches Gelände. Das staatliche Gewaltmonopol ist in der Schweiz implizit über das Rechtsstaatsprinzip in Art. 5 BV und explizit über Art. 57 BV sowie die Polizeigeneralklausel in Art. 173 und 185 BV verankert. Es umfasst die Kompetenz und Pflicht, staatlichen Zwang gegenüber Personen und Sachen ausschliesslich durch staatliche Organe ausüben zu lassen. Die staatsrechtliche Lehre ist in diesem Punkt eindeutig.
Der Wolfsabschuss aufgrund einer kantonalen Abschussverfügung ist ein Hoheitsakt. Er greift in den Schutzstatus eines unter der Berner Konvention und dem Jagdgesetz geschützten Tieres ein und stützt sich auf eine staatliche Verfügung. Wer diese Verfügung vollzieht, übt staatliche Gewalt aus, nicht private Freizeitausübung.
Wenn ein Departementsvorsteher öffentlich hofft, dass Privatpersonen eine staatliche Aufgabe übernehmen mögen, beschreibt er das Eingeständnis eines strukturellen Versagens, nicht ein Modell.
Die Delegation hoheitlicher Aufgaben an Private, juristisch als Beleihung bezeichnet, ist gemäss Art. 178 Abs. 3 BV nur unter engen Voraussetzungen zulässig. Es braucht eine formelle gesetzliche Grundlage, eine klar umgrenzte Aufgabe, dienstrechtliche Bindung sowie Transparenz und Kontrolle. Dieselben Massstäbe, die in der Debatte um private Sicherheitsfirmen seit Jahren angelegt werden, gelten hier umso mehr, weil es um den staatlich verfügten Tod geschützter Tiere mit Schusswaffe geht.
Zalis Sprachwahl illustriert das Problem: Er kündigte für die Wolfsregulierung «nuove regole d’ingaggio» an, also neue Einsatzregeln. Dieser Begriff stammt aus dem Polizei- und Militärrecht. Hobby-Jäger haben aber keinen polizeilichen oder militärischen Status. Sie sind Privatpersonen mit Freizeitschein. Wenn der Staat sie aktiv mit Tötungsaufgaben betraut, die er aus Personalmangel oder politischer Bequemlichkeit nicht selbst ausführen will, höhlt er das Gewaltmonopol genau dort aus, wo es am sichtbarsten gewahrt sein müsste: bei der Anwendung tödlicher Mittel im Auftrag der öffentlichen Hand.
Zalis offen geäusserte Hoffnung, die Hobby-Jäger mögen diese Bürde «übernehmen», ist deshalb mehr als ein politisches Detail. Sie ist die Bitte einer kantonalen Verwaltung an Privatpersonen, das zu erledigen, was eigentlich Aufgabe der Wildhut wäre. Die Bürde, von der hier die Rede ist, sind Tötungseinsätze. Eine ehrliche Debatte müsste die Frage stellen, ob ein Kanton überhaupt befugt ist, Hobby-Jäger zu wildhüter-äquivalenten Tötungseinsätzen zu beauftragen, ohne dafür ein formelles Gesetz mit klarer demokratischer Legitimation zu schaffen.
Die Beutegreifer-Lücke und was sie kostet
Mitteleuropas natürliche Bestandsregulatoren wurden über Jahrhunderte ausgerottet. Wolf, Luchs und Bär kehren zurück, werden aber gleichzeitig politisch gebremst, gerade im Tessin. In der Saison 2024/2025 wurden trotz vier kantonaler Abschussverfügungen und der Möglichkeit, im Rahmen der Rudelregulierung bis zu 20 Jungtiere zu töten, lediglich sechs Wölfe erlegt. Die 22 Tessiner Wildhüter wendeten dafür rund 3100 bezahlte Arbeitsstunden auf. Steuerfinanzierter Aufwand für sechs tote Tiere, während der einzige Akteur, der Huftierbestände dauerhaft, selektiv und kostenfrei reguliert, mit immer breiteren Mitteln zurückgedrängt wird. Die ökologisch wirksame Lösung wird strukturell blockiert. Mehr dazu im Dossier-Bereich.
Zali räumte in Mendrisio selbst ein, dass die bisherigen Abschüsse durch Hobby-Jäger kaum erfolgreich waren, weil dieser Beutegreifer tagsüber schwer aufzufinden sei. Die Konsequenz ist nicht, das Modell zu hinterfragen. Sie lautet, die «Einsatzregeln» zu erweitern, die Tageszeiten auszudehnen, und die Mittel anzugleichen. Die Logik ist eindimensional: Wenn das Töten nicht klappt, muss es einfacher werden, nicht überdacht.
Was eine ehrliche Wildtierpolitik bräuchte
Eine ehrliche Reform setzt an fünf Punkten an.
Erstens braucht jede Beleihung von Hobby-Jägern für hoheitliche Tötungseinsätze eine formelle gesetzliche Grundlage mit klarer demokratischer Legitimation, nicht nur eine kantonale Verfügung und einen Ausbildungskurs.
Zweitens müssen Beutegreifer ihre ökologische Rolle übernehmen dürfen, ohne dass jede Wiederbesiedlung mit erweiterten Abschussverfügungen ausgebremst wird.
Drittens müssen Schutzgebiete und Wildruhezonen ausgebaut werden, weil Genf, Gran Paradiso und der Schweizerische Nationalpark seit Jahrzehnten beweisen, dass Selbstregulation funktioniert.
Viertens gehört Wildtiermanagement in professionelle staatliche Strukturen mit Wildbiologie und transparentem Monitoring, nicht in die Freizeitausübung von Hobby-Schützen.
Fünftens muss die Sprache entgiftet werden. «Hege», «Pflege», «Regulation» und «365 Tage im Jahr» sind Marketingbegriffe ohne wildbiologische oder rechtliche Substanz im Patentsystem. Eine ehrliche Debatte beginnt mit ehrlichen Begriffen.
Fazit
Mendrisio war kein Triumph, sondern eine Selbstdemontage in mehreren Akten. 83 von rund 3000 Hobby-Jägern erschienen, der Verband stellte ein neues Logo vor, Corti reklamierte 365 Tage Verantwortung in einem System, das diese Verantwortung weder kennt noch zulässt, und Zali erklärte offen, dass die Hobby-Jagd zum bewaffneten Arm des Staates werden soll, mit neuen Einsatzregeln und ausserhalb der Jagdzeit.
Der Faktor 4 ist kein Klimaeffekt. Die Patentjagd kennt keine Reviere. Das Gewaltmonopol gehört dem Staat. Diese drei Sätze fassen zusammen, woran die Tessiner Hobby-Jagd-Erzählung zerbricht. Die jagdfreien Gebiete der Schweiz und Italiens beweisen seit über hundert Jahren, dass Wildtiere keinen Hobby-Jäger mit Waffe brauchen, um in Balance zu bleiben. Die Bundesverfassung wiederum lässt keinen Zweifel daran, wer in diesem Land tödliche Mittel im Namen der öffentlichen Hand einsetzen darf.
Zalis offenes Eingeständnis ist deshalb mehr als rhetorische Unschärfe. Es ist eine Aufforderung an Parlament, Bevölkerung und Justiz, hinzuschauen, bevor das Modell ab September 2026 als Faktum verkauft wird, das nicht mehr verhandelbar sei.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →