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Jagd

Afrika: Menschen verlieren ihren Lebensraum wegen der Trophäenjagd

Mit lautlosen Hämmern und Axtschlägen rückten kenianische Forstschutzbeamt und Sicherheitskräfte Ende 2023 in das Okiek-Dorf im Mau-Wald ein – eine der letzten Gemeinschaften von Jägern und Sammlern in Afrika.

Redaktion Wild beim Wild — 22. August 2025

Innerhalb weniger Tage wurden Hunderte Menschen ohne Vorwarnung gewaltsam aus ihren angestammten Wäldern vertrieben.

Für viele bleibt nur Asche: zerfallene Holzhütten, verstreute Fundamente, persönliche Habe zerstört – wie im Fall von Fred Ngusilo, der nur mit einem Schuh und einem Sack seiner früheren Existenz entkam.

«Ich bin so traurig, dass mir die Tränen kommen.» Diese Worte stammen von Fred selbst. Er steht dort, wo einst sein Haus war, umgeben von zerstörtem Holz und Staub – im Schatten des Rift Valley, nur wenige Dutzend Kilometer von Narok entfernt. Die emotionale Last sitzt tief, die Verbundenheit mit dem Wald unverwüstlich, auch wenn die physische Heimat zerstört ist.

Klageverfahren und ignorierte Urteile

Die kenianische Regierung begründet die Zwangsräumungen im Namen des Naturschutzes. Doch Entscheidungen des Afrikanischen Menschenrechtsgerichtshofs aus den Jahren 2017 und 2022 erklären diese Vertreibungen für rechtswidrig. Nairobi wurde angewiesen, die Okiek für ihr Leid zu entschädigen – mit Forderungen, die sich auf über eine Million Euro belaufen – und deren Landrechte anzuerkennen. Bisher sind diese Urteile allerdings nicht umgesetzt worden.

Mit der Vertreibung der Okiek kommt nicht nur ein Volk an seine Grenzen: Ein einzigartiger Lebensstil, tief verwurzelt in der Umwelt, geht verloren – zugunsten von Wirtschaftsinteressen und unklarer Politik. Menschen, die einst ohne Geld, nur mit dem, was die Natur bot, leben konnten, müssen nun äussere Zwänge ertragen – mit kaum Perspektive auf Rückkehr.

In früheren Jahrhunderten und auch in der Kolonialzeit wurden sie bereits gezielt vertrieben, um Raum für Jagdgebiete für aussenstehende Hobby-Jäger zu schaffen.

Seit den 1990er Jahren gewannen Auseinandersetzungen um Landrechte zunehmend an Bedeutung – insbesondere Landtitel wurden nicht anerkannt, und ihre Rechte wurden unterminiert.

Auch wenn die Vertreibungen primär im Namen des Umweltschutzes und wirtschaftlicher Interessen (z. B. Carbon-Zertifikate) stehen, ist diese Logik ähnlich wie bei Trophäen-Jagd-Motiven: Indigene Gemeinschaften werden verdrängt, damit Profitinteressen – sei es durch Jagd, Tourismus oder CO₂-Kommerzialisierung – leichter umgesetzt werden können.

Der Fall der Maasai in Tansania: klarer Zusammenhang mit Trophäenjagd

Im benachbarten Tansania gibt es weitere eindeutig belegte Fälle, in denen Indigene – primär die Maasai – gewaltsam vertrieben wurden, um Platz zu machen für die Trophäenjagd.

Im Gebiet Loliondo (nahe Serengeti) wurden im Jahr 2022 Maasai-Dörfer von Polizei und Militär angegriffen, Häuser verbrannt, und Menschen verletzt – um ein 1’500 km² grosses Jagdgebiet unter Kontrolle der Otterlo Business Corporation (OBC), angeblich im Auftrag der königlichen Familie der Vereinigten Arabischen Emirate, zu etablieren.

Behörden haben ihren Viehbestand beschlagnahmt und Wasserversorgung blockiert – sogenannte «freiwillige Umsiedlung» dient als Tarnung für zwangsweises Enteignen.

Menschenrechtsorganisationen verweisen auf «Festungskonservierung» als Deckmantel für profitorientierte Jagd, während indigene Rechte mit Füssen getreten werden.

Indigene Gemeinschaften werden verdrängt, sei es für profitgetriebenen Waldschutz (Carbon Credits) oder für die Trophäenjagd und Safari-Tourismus.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier umfassende Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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