KI revolutioniert die Wildtierbeobachtung in den Alpen
Haben Sie sich jemals gefragt, wie sich Wildtiere verhalten, wenn niemand zuschaut? Das Verständnis ihres Verhaltens ist entscheidend für den Naturschutz, vor allem im Kontext des Klimawandels. Traditionelle Methoden, wie direkte Beobachtungen oder an Tieren befestigte Sensoren, sind entweder störend oder in ihrer Reichweite beschränkt.
Um diese Herausforderungen zu meistern, entwickelten Forschende der EPFL in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalpark den ersten umfangreich annotierten Videodatensatz, MammAlps.
Dieser Datensatz enthält mehr als 43 Stunden Rohmaterial aus neun Kamerafallen sowie Informationen aus verschiedenen Perspektiven und Erfassungsmethoden. Damit sollen KI-Modelle trainiert werden, um Tierarten und Verhaltensweisen besser zu erkennen und zu verstehen.
Die Annotationen des Verhaltens erfolgen auf zwei Ebenen: übergeordnete Aktivitäten wie Futtersuchen und untergeordnete Handlungen wie Gehen. Zusätzlich wurden Video- und Tonaufnahmen mit Umweltfaktoren ergänzt, um den KI-Modellen einen umfassenderen Kontext zu bieten.
MammAlps ermöglicht eine detailliertere Analyse des Tierverhaltens und stellt einen neuen Standard in der Wildtierüberwachung dar.
Die Forschenden planen, den Datensatz 2025 durch weitere Feldarbeit zu erweitern, um seltenere Arten zu erfassen und die zeitliche Analyse des Verhaltens über mehrere Jahreszeiten zu verbessern.
Langfristig könnte dieser Ansatz den Naturschutz durch automatisierte Erkennung relevanter Verhaltensweisen von Wildtieren in umfangreichen Videoaufnahmen revolutionieren.
Schweizer Nationalpark
Unweit des Ofenpasses liegt der älteste Nationalpark der Schweiz – eine Landschaft seit 100 Jahren ohne menschlichen Eingriff wie die Jagd durch Hobby-Jäger. Dort ist auch unter anderem der Gämsen Bestand seit 1920 konstant um die 1’350 Stück. Seine Fläche von 170 Quadratkilometer entspricht der Grösse des Fürstentums Liechtenstein.
Hirsche bewegen sich dort frei am helllichten Tag und sind die grössten wild lebenden Pflanzenfresser in der Schweiz.
Im Nationalpark leben 35 verschiedene Säugetierarten, 73 Vogelarten, 5 Reptilien- und 3 Amphibienarten, 227 Schmetterlinge (davon 108 Tagfalter), 34 Libellen- und 205 Käferarten sowie 99 Landschnecken und Grossmuscheln.
Der Fuchs wird auch nicht gejagt. Entgegen den Prognosen aus Jägerkreisen ist keines seiner Beutetiere ausgestorben. Der Wechsel von der Weide für Kühe und Schafe zur Hirschweide führte zu einer komplett neuen Artenzusammensetzung der Vegetation und einer Verdoppelung der Artenvielfalt!
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