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Kriminalität & Jagd

Bilten: Hobby-Jäger schiessen Rehe im Naturschutzgebiet

Bei den Torfstichseen in Bilten im Kanton Glarus ist die Hobby-Jagd verboten.

Redaktion Wild beim Wild — 12. November 2025

Offenbar haben sich mehrere Hobby-Jäger am helllichten Tag nicht daran gehalten und wurden dabei erwischt.

Der Fall aus Bilten ist kein isoliertes Ereignis. Immer wieder werden in der Schweiz illegal erlegte Wildtiere gefunden, vom Reh bis zum Steinbock. Die Täter handeln meist aus Trophäensucht, Geltungsdrang oder purer Gier nach Jagderlebnis ohne Verantwortung. Im Sarganserland schoss kürzlich ein Wilderer einen Hirsch, nahm dessen Kopf als Trophäe und liess den restlichen Körper im Wald liegen. 

Solche Fälle bleiben oft unentdeckt oder werden kaum thematisiert. Doch für die betroffenen Tiere bedeutet Wilderei einen grausamen Tod und für den Naturschutz ein wachsendes Problem.

Die Grenzen zwischen legaler Jagd und illegaler Wilderei sind mitunter fliessend. Beide Systeme beruhen auf der gleichen Idee: Tiere werden getötet, um menschlichen Bedürfnissen zu dienen, sei es als Trophäe, Fleischquelle oder Freizeitbeschäftigung.

Während sich legale Hobby-Jäger oft von Wilderern distanzieren, bleibt der moralische Widerspruch bestehen: Der Tod des Wildtiers wird gefeiert, ausgestellt, präpariert und nicht selten ist genau dieser Trophäenkult der Nährboden für illegale Nachahmer.

Wilderei wird in der Schweiz offiziell als Vergehen gegen das Jagdgesetz verfolgt. Doch die Aufklärungsquote ist tief. Oft fehlen Zeugen, Beweise oder Spuren. Und solange Tiere in der öffentlichen Wahrnehmung als „Bestand“ oder „Jagdobjekte“ gelten, bleibt der moralische Aufschrei verhalten.

Die toten Rehe von Bilten sind damit mehr als nur die Opfer eines Einzelnen, er steht sinnbildlich für eine Gesellschaft, die Tiere erst dann bemitleidet, wenn sie unrechtmässig getötet werden, nicht aber, wenn sie systematisch und meinst grundlos während der Hobby-Jagd hinterhältig und feige getötet werden.

Es braucht laut der IG Wild beim Wild jährlich medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger nach dem Vorbild von Holland sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben. Die grösste Altersklasse bei den Hobby-Jägern sind 65+, jene mit Alters-, Denk-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Zahl der Unglücke für Menschen und Tiere dramatisch an. Die erschreckenden Meldungen über Jagdunfälle und tödliche Straftaten mit Jägerwaffen zeigen: Es wird höchste Zeit für die Abschaffung der Hobby-Jagd! Tödliche Schusswaffen gehören nicht in die Hände von senilen Hobby-Jägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können! Hobby-Jäger repräsentieren alles, was in der Welt falsch läuft.

Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus, und das ist keine Kultur oder Tradition.

Insbesondere bei der Hobby-Jagd ist es elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten und Fake News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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