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Tierrechte

Corona bei Gorilla in europäischem Zoo nachgewiesen

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Redaktion Wild beim Wild — 26. Februar 2021

Zweiter Corona-Fall bei Menschenaffen in Gefangenschaft: Nachdem im Januar drei Gorillas im kalifonischen San Diego Zoo positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat sich nun auch ein Gorilla im Prager Zoo infiziert.

Dies ist die erste bestätigte Coronainfektion bei Menschenaffen in europäischen Zoos. Neben dem im Frankfurter Zoo geborenen Gorilla-Mann Richard wurden auch zwei Löwen positiv getestet. Vermutlich haben sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen bei einem Zoowärter angesteckt. Krankheitserreger, die beim Menschen nur leichte Symptome hervorrufen, waren für Menschenaffen oft tödlich. Daher könnte Covid-19 für sie besonders gefährlich sein. Deshalb appelliert PETA an deutsche Zoos, bei jeglichem notwendigen Kontakt schärfste Hygienemassnahmen umzusetzen, um die Tiere zu schützen. Auch von einer verfrühten Wiedereröffnung sollten die Einrichtungen absehen, denn Besucher könnten das Virus einschleppen und die Tiere gefährden. Da die Gefangenhaltung von Menschenaffen in Zoos immer mit Tierleid verbunden ist, fordert die Tierrechtsorganisation mit einer Petition im Rahmen der Kampagne „Menschenaffen raus aus Zoos“, die Zurschaustellung unserer nächsten Verwandten gänzlich zu beenden.

Wissenschaftler warnen eindringlich vor den Gefahren einer Coronainfektion für Menschenaffen. Wir appellieren mit Nachdruck an alle deutschen Zoos, sicherzustellen, dass die Ansteckungsgefahr für die eingesperrten Wildtiere minimiert wird. Viele Menschen können durch die Quarantänemassnahmen aufgrund der Coronapandemie vielleicht auch nachempfinden, was es bedeutet, ständig eingesperrt zu sein. Dies ist der Alltag von etwa 450 Menschenaffen, die derzeit noch lebenslang in deutschen Zoos gefangen gehalten werden.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche

Menschenaffen und Infektionskrankheiten

Schimpansen, Bonobos, Orang-Utans und Gorillas sind für Krankheitserreger anfällig, die auch menschliche Atemwege befallen. Wissenschaftler haben bereits zu Beginn der Coronapandemie davor gewarnt, dass sich Menschenaffen ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren können.

Atemwegsinfekte werden vor allem durch eine schlechte Belüftung in den kleinen, bunkerähnlichen Innengehegen begünstigt oder durch den Kontakt zu Menschen ausgelöst. Im Zoo am Meer in Bremerhaven sind im November 2019 zwei Schimpansen an Husten erkrankt und mussten medikamentös behandelt werden. Zudem sind in deutschen Zoos seit Anfang 2010 mehr als 20 junge Menschenaffen gestorben. Die Todesursachen waren bei den meisten Tieren Infektionen. Allein in der Stuttgarter Wilhelma sind beispielsweise vier junge Menschenaffen an einer Lungenentzündung verstorben. Ein weiterer Todesfall liegt bisher nicht einmal ein Jahr zurück: Bonobo-Baby Okelo starb Anfang März 2020 in der Stuttgarter Wilhelma an einer Lungenentzündung. 2014 und Anfang 2015 überlebten zwei junge Bonobos Infektionskrankheiten nicht, deren Auslöser auf Mängel in der Lüftungsanlage zurückzuführen gewesen sein soll. 2010 starb Gorillababy Juma im Stuttgarter Zoo ebenfalls an einer Lungenentzündung.

Artgerechte Haltung von Menschenaffen in Gefangenschaft unmöglich

In Zoos und Tierparks sind Menschenaffen gezwungen, ein Dasein unter völlig unangemessenen Bedingungen zu fristen. Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans sind dem Menschen derart ähnlich, dass sie die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen, stellten renommierte Primatologen wie Professor Dr. Volker Sommer fest. Laut ihm können die intelligenten Tiere Zustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben. Wissenschaftlichen Studien zufolge leiden Menschenaffen in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen – dennoch werden die sensiblen Tiere noch zur Belustigung der Zoobesucher in enge, karge Gehege gesperrt.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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