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Wildtiere

20’000 Wildunfälle pro Jahr auf Schweizer Strassen

Über 20’000 Wildunfälle passieren Jahr für Jahr auf Schweizer Strassen und Schienen. Die Hobby-Jagd führt dazu, dass Wildtiere in ungewöhnliche Gebiete gedrängt werden. Mehr zu Wildtieren in der Schweiz.

Redaktion Wild beim Wild — 8. Mai 2017

Über 20’000 Wildunfälle passieren Jahr für Jahr auf Schweizer Strassen und Schienen.

Die zunehmend zerschnittene Landschaft ist für Rothirsch, Dachs und Co. lebensbedrohlich. Pro Natura lanciert deshalb unter dem Motto «Freie Bahn für Wildtiere!» eine Kampagne zugunsten von ungestörten Bewegungsachsen für das Wild.

Wildtiere müssen wandern um zu überleben. Entlang ihrer angestammten Wanderrouten bewegen sie sich zwischen Schlafplatz, Futterplatz und Rückzugsort, zwischen Sommer- und Winterquartier oder zu ihren Fortpflanzungsplätzen. Diese Verbindungsachsen zwischen ihren Lebensräumen sind wichtig, damit der Bestand an Rothirschen, Rehen und anderen wandernden Tierarten genetisch gesund bleibt und der Wald vor übermässigem Verbiss verschont wird.

Wildwanderrouten gestört

In der Schweiz sind die Wanderrouten des Wilds, die sogenannten Wildtierkorridore, stark gestört: Von 304 überregionalen Wildtierkorridoren sind 75 Prozent beeinträchtigt oder gar ganz unterbrochen. Sie werden durch Strassen, Autobahnen, Bahnlinien oder Siedlungen zerschnitten. Das bleibt nicht folgenlos. Pro Jahr kommt es durchschnittlich zu über 20’000 Wildunfällen auf Schweizer Strassen und Schienen. Die Kosten dieser Unfälle belaufen sich gemäss Schätzungen auf 40 bis 50 Millionen Schweizer Franken. Die Hobby-Jagd verschärft das Problem, indem sie Wildtiere in ungewöhnliche Gebiete drängt und ihre natürlichen Wanderrouten zusätzlich stört.

Freie Bahn für Wildtiere

Mit ihrer heute lancierten Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!» setzt sich Pro Natura für die Mobilitätsbedürfnisse der Wildtiere ein. «Wir fordern, dass unterbrochene Wildtierkorridore wieder durchgängig gemacht und Wanderhindernisse entschärft werden», sagt Jan Gürke, Koordinator der Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!». Auch müsse bei der Planung und beim Bau von Infrastrukturen konsequent Rücksicht auf die Mobilitätsbedürfnisse von Wildtieren genommen werden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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