Japan erlaubt im Notfall die Jagd auf Bären in Städten
In Tokio ist es mittlerweile erlaubt, Bären zu töten, die sich in die Stadt wagen. Aufgrund des Klimawandels und der Wüstenbildung in einigen japanischen Stadtgebieten suchen immer mehr Bären dort Zuflucht.
Japan hat am 21.2.2025 einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Tötung von Bären in städtischen Gebieten im Notfall erlaubt, da die Präsenz dieser Tiere in japanischen Städten zunimmt.
Im ganzen Land wurden zwischen April 2023 und März 2024 219 Menschen von Bären angegriffen, sechs von ihnen starben – die höchste Zahl an Todesfällen seit Beginn der Datenerfassung vor fast zwei Jahrzehnten.
Klimawandel treibt Bären in die Städte
Der Klimawandel, der sich auf die Nahrungsquellen und Winterschlafzeiten der Bären auswirkt, sowie die durch die alternde Bevölkerung bedingte Wüstenbildung in den Städten führen dazu, dass Bären sich immer häufiger in die Städte wagen. Auch die Klimakrise verschärft solche Mensch-Wildtier-Konflikte weltweit.
Derzeit ist das Erschiessen von Tieren wie Bären oder Wildschweinen in japanischen Wohngebieten verboten. Hobby-Jäger müssen hierfür eine Genehmigung der Polizei einholen, die «einen solchen Befehl nur in äusserst ernsten Situationen erteilen kann», erklärte ein Beamter des Umweltministeriums.
Über 9’000 Bären in einem Jahr getötet
Im Dezember verletzte ein Bär einen Mann und plünderte zwei Tage lang einen Supermarkt im Norden Japans, bis er mit honigüberzogenen Lebensmitteln nach draussen gelockt wurde.
Zwischen April 2023 und März 2024 wurden in Japan mehr als 9’000 Bären getötet, deren Bestand auf schätzungsweise 50’000 Tiere geschätzt wird. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle. Mehr zum Tierschutzproblem.
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