Frankreich stoppt Trophäen-Importe bedrohter Arten
Frankreich stoppt die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Arten. Deutschland genehmigt weiterhin auf hohem Niveau und bleibt grösster Importeur von Trophäen international geschützter Arten in der EU – Pro Wildlife fordert einen Kurswechsel.
Frankreich hat am 30. Juli 2026 angekündigt, die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Arten zu stoppen.
Betroffen sind neben Löwen künftig auch bedrohte Arten wie Elefant, Nashorn und Leopard. Die Bearbeitung sämtlicher Einfuhranträge wurde mit sofortiger Wirkung ausgesetzt; das eigentliche Verbot soll im Herbst per Erlass in Kraft treten. Pro Wildlife begrüsst den Schritt als europäisches Vorbild und fordert die deutsche Bundesregierung auf, nachzuziehen.
«Frankreich beweist, dass ein nationales Importverbot rechtlich möglich und längst überfällig ist. Die Bundesregierung dagegen verschanzt sich hinter dem Verweis auf eine europäische Lösung, während Deutschland weiterhin der grösste Importeur von Jagdtrophäen international geschützter Arten in der EU bleibt», kritisiert Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.
Nationales Verbot ist möglich – Frankreich macht es vor
Mit diesem Schritt reiht sich Frankreich in eine wachsende Zahl von EU-Staaten ein, die bereits nationale Einfuhrverbote beschlossen haben: die Niederlande (2016), Finnland (2023) und Belgien (2024). Das häufig vorgebrachte Argument, ein solches Verbot sei allein auf EU-Ebene möglich, ist damit widerlegt. Frankreich hatte die Einfuhr von Löwentrophäen bereits 2015 untersagt und dehnt den Schutz nun auf weitere bedrohte Arten aus.
Deutschland: Einfuhren weiterhin auf hohem Niveau
Deutschland geht den umgekehrten Weg. Allein 2025 registrierten die Behörden 679 Einfuhrvorgänge für Jagdtrophäen international geschützter Arten. Über die vergangenen zehn Jahre summieren sie sich auf 6422. Kein anderes EU-Land importiert davon mehr. Zwischen 2016 und 2025 gelangten so Trophäen von unter anderem mehr als 1300 Affen, 267 Giraffen, 222 Elefanten, 209 Leoparden, 192 Löwen und 32 Nashörnern nach Deutschland. Dabei ist die Haltung der Bevölkerung eindeutig: In der repräsentativen Ipsos-Umfrage 2026 sprachen sich 85,6 Prozent der Befragten für ein Importverbot von Trophäen geschützter Arten aus.
Pro Wildlife fordert: Deutschland muss nachziehen
Pro Wildlife fordert die Bundesregierung auf, ein nationales Einfuhrverbot für Jagdtrophäen bedrohter und international geschützter Arten auf den Weg zu bringen: «Es fehlt nicht an rechtlichen Möglichkeiten, sondern am politischen Willen. Wer Artenschutz ernst nimmt, wartet nicht auf Brüssel, sondern handelt», so Schweizer.
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