Hobby-Jäger sind in Spanien im freien Fall
Obwohl sie sich seit langem als unverzichtbarer Bestandteil des ländlichen Spaniens darstellen und man versucht hat, die Vorschriften an ihre Bedürfnisse anzupassen, gibt es in Wahrheit immer weniger von ihnen. Die Zahl der Hobby-Jäger befindet sich in Spanien bereits im freien Fall.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Jagdunwesen in Spanien stark gewandelt.
Die Zahl der ausgestellten Jagdscheine ist um fast 50 % gesunken, von über einer Million vor 20 Jahren auf 568’000 im Jahr 2022.
Dieser Rückgang spiegelt eine veränderte Einstellung zur Jagd und demografische Veränderungen wider, da jüngere Generationen in städtischen Umgebungen aufwachsen und weniger Interesse an ländlichen Aktivitäten zeigen. Zudem spielt der Einfluss von Umwelt- und Tierschutzorganisationen eine Rolle, da diese das Bewusstsein für Wildtierschutz erhöhen.
Trotz der abnehmenden Anzahl aktiver Jäger ist die Zahl der erlegten Tiere gestiegen. Im Jahr 2022 wurden in Spanien 20 Millionen Tiere getötet, darunter 740’000 Grosswildtiere und 19,1 Millionen Niederwildtiere.
Der Durchschnittswert besagt, dass in Spanien jeden Tag 54’000 Tiere von Hobby-Jägern erlegt werden, wobei zu bedenken ist, dass die Jagdsaison nicht jeden Tag des Kalenders abdeckt.
Effiziente Techniken und moderne Jagdausrüstung haben dazu geführt, dass die verbleibenden Hobby-Jäger effektiver arbeiten. Der Anstieg der erlegten Wildschweine ist besonders bemerkenswert, da 60 % der Grosswildtiere in diesem Jahr Wildschweine waren.
Gleichzeitig ist nur ein kleiner Teil der Jagdscheine an Frauen vergeben worden, und der Zugang zu jagdlich genutztem Land ist in Spanien weit verbreitet – 85 % von Spanien sind Jagdgebiet.
Obwohl die Zahlen zeigen, dass es weit weniger Hobby-Jäger gibt als noch vor einigen Jahren, finden ihre Stimme und ihr Einfluss weiterhin grossen Anklang.
Ein Beispiel für den Einfluss der Hobby-Jäger war 2022 zu sehen, als es ihnen gelang – entgegen den Kriterien des wissenschaftlichen Ausschusses der Regierung – die Aufnahme der Wachtel in die Kategorie „gefährdet“ rückgängig zu machen. Dies hätte verhindert, dass sie bejagt werden. Im selben Jahr wurden mehr als 600’000 Wachtel getötet. Das Landwirtschaftsministerium legte auf Betreiben der Jägerschaft einen Gegenbericht vor, und schliesslich wurde beschlossen, den Status der Art von Grund auf zu überprüfen. In der Zwischenzeit können Wachteln ohne Einschränkungen geschossen werden.
In diesem Zusammenhang haben die Hobby-Jäger beobachtet, wie das Landwirtschaftsministerium einen Plan ausarbeitet, um die Europäische Kommission zur Aufhebung des Moratoriums für die Jagd auf die Europäische Turteltaube zu bewegen, das zur Rettung der sich im beschleunigten Rückgang befindlichen Art eingeführt wurde.
Genau so machen Hobby-Jäger überall die Biodiversität kaputt.
HOBBY-JÄGER-RADAR
Auf der Spur versteckter Tierschutzvergehen, Wilderei und/oder Kriminalität? Melden Sie uns Verdachtsfälle! Helfen Sie beim grossen Hobby-Jäger-Radar.

Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →