Die Doppelmoral von Marcel Dettling
Marcel Dettling ist ein Bauer, der zusammen mit seiner Familie im Kanton Schwyz einen gewöhnlichen Bergbetrieb betreibt.
Im Jahr 2015 wurde Marcel Dettling zum Nationalrat gewählt, bevor er acht Jahre lang Kantonsrat war. Seit Frühjahr 2024 ist er Präsident der SVP Schweiz, das Pendant zur AfD in Deutschland – gesichert rechtsextrem.
In den Medien liest der normale Bürger in einer Art Dauerschleife mitunter über die Ängste der SVP vor dem Wolf. «Man getraue sich nicht mehr aus dem Haus und schon gar nicht mit Kindern in den Wald» oder «Angst und Schrecken soll der Wolf verbreiten».
Marcel Dettling steht wegen seiner Äusserungen und Positionen zum Thema Wolf in der Kritik, da er in der Öffentlichkeit kontroverse Meinungen äussert, die von verschiedenen Interessengruppen unterschiedlich interpretiert werden. Kritiker werfen ihm vor, eine eher negative Sicht auf den Wolf zu vertreten.
Meistens sind nicht die Wölfe selbst beängstigend, sondern die schlechte Darstellung durch ihre Kritiker, die von ihren eigenen Missständen ablenken.
Marcel Dettling gehört auch zu jenen Politikern wie die meisten seiner SVP-Partei, die auf der Grundlage ihrer politischen Aktivitäten im Kontext des Tierschutzes in Bern sich am wenigsten für die Tiere einsetzt. Er kommt genauso wie sein Vorgänger auf den miserablen Wert 0/5.

Zeitgleich vergeht kaum eine Woche, in der nicht einer dieser SVP-Politiker mit dem Gesetz in Konflikt gerät und in den Medien landet. Einer schlägt Prostituierte, der andere rückt sich unter falschem Namen in Leserkommentaren ins gute Licht. SVP-Politiker wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern in Haft, SVP-Politiker wurde wegen «fahrlässiger widerrechtlicher Einfuhr von Waffen in das schweizerische Staatsgebiet ohne Bewilligung» verurteilt, Genfer SVP-Präsident schlug Nachbarn mit Mistgabel blutig, SVP-Glarner darf als «Gaga-Rechtsextremist» bezeichnet werden, Gericht verurteilt SVP-Politiker Naveen Hofstetter wegen Rassismus, so oder ähnlich sind die Schlagzeilen.
Die SVP ist auch massgeblich mitverantwortlich, dass zum Beispiel in der Schweiz rund 84 Millionen Nutztiere 2022 in der Schweiz geschlachtet wurden. Das sind jeden Monat 7 Millionen Tiere, 230’500 pro Tag, 9’600 pro Stunde, 160 in der Minute und 2,7 in jeder Sekunde! Dies sind die Gleichen, die überall laut pöbelnd jammern, wenn Wölfe in nicht fachmännisch geschützten Herden Weidetiere reissen. Letztes Jahr ein paar Hundert.
Dass Jahr für Jahr Millionen Tiere für Fleisch getötet werden, ist eine ethische Dauerkatastrophe. Von keinem anderen Tierschutzproblem sind so viele Tiere wegen des Menschen betroffen.
Der Landwirtschaftszweig, der diese Fleischberge produziert, ist enorm klimaschädlich. Er verursacht weit mehr als die Hälfte des Methanausstosses der gesamten Landwirtschaft, die ihrerseits rund 12,4 Prozent der Schweizer Treibhausgase hervorbringt. Der Anbau von Futtermitteln vereinnahmt hierzulande zudem rund 90 % der Landwirtschaftsflächen, während pro Jahr zusätzlich 1,4 Millionen Tonnen Futtermittel importiert werden.
Dank des verbesserten Herdenschutzes ist die Zahl der Tötungen durch Wölfe bis Ende September 2024 massiv zurückgegangen. Im Kanton Graubünden um 35 % und im Kanton Wallis um 15 %. 2023 war die Zahl der Tötungen schweizweit bereits um 40 % gegenüber 2022 gesunken. Der Rückgang der Risse setzte bereits im Jahr 2023 ein, noch bevor erstmals präventiv Wölfe abgeschossen wurden.
Das unwissenschaftliche Wolfsmassaker während der Jagd 2024/25 hat den Steuerzahlern Millionen Franken Kosten verursacht – eine Zahl, die angesichts des tatsächlichen minimalen Schadens, den Wölfe verursachen, und in Zeiten des Sparens, vollkommen absurd ist.
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