8. September 2026, 03:54

Suchen

Jagd

Botswana: Zunahme der Nashorn-Wilderei alarmiert

Wegen zunehmender Aktivitäten von Nashorn-Wilderern in seinen Naturparks schlägt der afrikanische Staat Botswana Alarm.

Redaktion Wild beim Wild — 12. Oktober 2019

«Nashorn-Wilderer scheinen ihre Aufmerksamkeit nun Botsuana zu widmen», sagte der zuständige Nationalpark-Koordinator Mmadi Reuben in Botswana.

Nach Angaben der Sprecherin des Umweltministeriums, Alice Mmolawa, hat Südafrikas Nachbarland seit April neun der Dickhäuter durch Wilderer verloren. «Eine noch nie da gewesene Zahl», betonte sie. Die Behörden befürchten, dass sie bald weiter anschwellen wird. In den Jahren zuvor hatte es nur eins (2016) beziehungsweise gar keine (2017) gewilderten Nashörner gegeben. 2018 waren es schon acht Tiere.

Vom schwierigen Kampf gegen Wilderer

In dem Land gibt es laut der Tierschutzorganisation Rhino Conservations Botsuana etwa 400 Nashörner. Der Staat hat viele Ressourcen in den Tierschutz gesteckt, erst im Vormonat hatte sich der britische Prinz Harry bei seinem Besuch davon überzeugt. Nach Botsuana wurden wegen seiner strengen Bekämpfung der Wilderei auch Nashörner aus anderen Ländern gebracht, das Land galt bisher als sicher vor allem für die vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner.

Milliardengeschäft mit Nashornhorn

Der Handel mit Horn von Nashörnern ist auf internationaler Ebene seit rund vier Jahrzehnten verboten. Auf dem Schwarzmarkt, vor allem in China und Vietnam, zahlen Kunden Berichten zufolge jedoch bis zu 30’000 Euro pro Kilogramm. Den Hörnern werden dort aphrodisierende und heilende Kräfte zugeschrieben. Dabei bestehen sie aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fingernägel.

In Afrika gibt es schätzungsweise etwa 25’000 Nashörner, 20’000 davon, meist Breitmaulnashörner, in Südafrika. Wegen der verstärkten Bekämpfung der Wilderei ging dort die Zahl der getöteten Nashörner 2018 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 769 Tiere zurück.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden