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Jagd

Österreich: Täglich 1’100 Feldhasen getötet

Volksbegehren drängt auf Aussetzung der Jagd in Hochwassergebieten und fordert eine ökologische Jagdreform

Redaktion Wild beim Wild — 17. Oktober 2024

In Österreich werden trotz des starken Rückgangs der Art in den letzten Jahrzehnten jedes Jahr über 100’000 Hasen v. a. bei Treibjagden erlegt.

In der dreimonatigen Jagdsaison – je nach Bundesland ab 1. bzw. 16. Oktober – werden im Schnitt mehr als 1’100 Hasen pro Tag geschossen. Im vergangenen Jagdjahr wurden 104’250 Hasen getötet, davon fast 50’000 in NÖ, 28’000 in OÖ und 20’000 im Burgenland. Zusätzlich wird die Umwelt durch diese Hobby-Jagd mit Tonnen an giftigem Blei verschmutzt. Das Volksbegehren «Für ein Bundes-Jagdgesetz» fordert eine grundlegende Jagdreform in Richtung Tier- und Naturschutz.

In diesem Jahr hat sich die Lage der Hasen durch die Folgen des Hochwassers weiter verschlechtert. Viele Tiere fielen den Fluten zum Opfer, was die ohnehin angespannte Situation weiter belastet. – Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, Bevollmächtigter des Volksbegehrens «Für ein Bundes-Jagdgesetz»

Rückgang seit Jahrzehnten

Der Feldhase ist in Europa seit Jahrzehnten rückläufig. Ursachen für den Rückgang sind intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Chemikalien, Verlust und Zerschneidung von Lebensräumen sowie zunehmender Strassenverkehr. Die Hobby-Jagd als Populationskontrolle verschlimmert die Lage zusätzlich.

Auch die Hobby-Jägerschaft beklagt den starken Rückgang von Tierarten in der Agrarlandschaft, darunter Rebhuhn und Feldhase. Der Feldhase könnte gar «aus unserer Landschaft verschwinden», warnte etwa der NÖ Landesjagdverband. Im glatten Widerspruch dazu wurden im abgelaufenen Jagdjahr 104’250 Hasen getötet, um 17 % mehr als 2021/22.

«Schön, dass die Hobby-Jägerschaft mit Worten bekennt, dass der Feldhase dringend Schutz benötigt. Absolut unverständlich, dass sie danach mit den Bleischrot-Flinten zu Treibjagden ausrückt, um mehr als 100’000 Hasen das Leben zu nehmen», so der Jagdexperte Winkelmayer.

Grausame Treibjagden

Die Jagdsaison dauert von Oktober bis Dezember, und die Hobby-Jagd erfolgt meist durch Treibjagden mit menschlichen Treibern und Hunden. Die Feldhasen werden zunächst in Angst versetzt und dann auf der Flucht sehr oft nur mangelhaft getroffen. Dabei werden viele Tiere nur verletzt und leiden, bis sie von «Jagdgebrauchshunden» geschnappt und den Hobby-Jägern gebracht werden. Feldhasen, die dann noch am Leben sind, werden erschlagen.

Und nicht nur die Feldhasen leiden unter dem Hobby-Jägerwunsch nach grossen Jagdstrecken. Um im Herbst möglichst viele Langohren schiessen zu können, werden das ganze Jahr über – ohne Schonzeiten und sogar mit Fallen – Tiere (wie zum Beispiel Füchse) gnadenlos verfolgt, die Hasen in ihrem Beutespektrum haben. Das Tierschutzproblem der Hobby-Jagd zeigt sich hier besonders deutlich.

Angesichts der aktuellen Situation fordert die Initiative des Volksbegehrens «Für ein Bundes-Jagdgesetz» dringend die Aussetzung der Treibjagden auf Feldhasen in diesem Jahr.

Das Volksbegehren hat 14 Grundsätze formuliert, die in einem Bundes-Jagdgesetz verwirklicht werden sollen. Unterstützungserklärungen für das Volksbegehren können von allen in Österreich wahlberechtigten Personen auf jedem beliebigen Bezirks- oder Gemeindeamt sowie rund um die Uhr online mittels ID Austria geleistet werden.

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