6. September 2026, 04:29

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Petition: Minderjährige vor der Hobby-Jagd schützen – Verstösse wirksam sanktionieren

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Dazu gehört, sie nicht der Gewalt der Hobby-Jagd auszusetzen, weder als passive Zuschauerinnen noch als aktive Teilnehmende. Wir fordern den Bundesrat auf, eine klare gesetzliche Grundlage zu schaffen, welche Minderjährigen die Teilnahme an Jagdtätigkeiten verbietet und Verstösse wirksam sanktioniert.

Der UNO-Kinderrechtsausschuss schützt Kinder vor der Konfrontation mit Gewalt gegen Tiere

Der UN-Kinderrechtsausschuss hat mit «General Comment No. 26» (2023) festgehalten, dass Kinder vor körperlicher und psychischer Gewalt sowie vor der Konfrontation mit Gewalt gegen Tiere («violence inflicted on animals») geschützt werden müssen. Dieser Grundsatz stützt sich auf Artikel 19 der Kinderrechtskonvention, der den Schutz vor jeder Form von Gewalt garantiert und die Vertragsstaaten in die Pflicht nimmt.

Wichtig ist, wie dieser Grundsatz in der Praxis angewandt wird. Der Ausschuss belässt es nämlich nicht bei einer abstrakten Formel, sondern hat ihn wiederholt auf eine konkrete, gesetzlich erlaubte Form der Tiertötung übertragen: den Stierkampf.

Präzedenzfall Spanien: Aus dem Grundsatz wird ein Gesetz

Bereits 2018 empfahl der Kinderrechtsausschuss Spanien, unter 18-Jährige als aktive wie passive Teilnehmende von Stierkampfveranstaltungen auszuschliessen, um sie vor den schädlichen Auswirkungen dieser Gewalt zu schützen. Die Empfehlung beruhte auf einem wissenschaftlich fundierten Bericht der Fondation Franz Weber.

Im Januar 2026 erneuerte der Ausschuss diese Forderung bei Spaniens periodischer Überprüfung in Genf, diesmal mit einer ausdrücklichen Nennung des Stierkampfs im Abschnitt «Gewalt gegen Kinder». Er empfahl, auf staatlicher wie regionaler Ebene ein Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme an Stierkampfveranstaltungen, Festen und Schulen ohne Ausnahme festzulegen. Die Wirkung ist konkret: Spanien treibt seither eine Gesetzesreform voran, die Minderjährigen das Zuschauen und die Teilnahme an Veranstaltungen mit Gewalt gegen Tiere verbieten soll, eingebettet in das umfassende Kinderschutzgesetz.

Damit ist der entscheidende Einwand widerlegt, aus dem UN-Grundsatz lasse sich für konkrete, legale Tötungspraktiken nichts ableiten. Der Ausschuss selbst hat genau das getan. Die ausführliche Dokumentation dieses Falls findet sich im Beitrag «Die UNO will Minderjährige vor der Gewalt des Stierkampfs schützen».

Präzedenzfall Polen: das Schlachthaus-Argument

Auch Polen zeigt, dass Kinderrechte und Jagd sehr wohl zusammengedacht werden. Als Jagdverbände dort ein Gesetz zur «Förderung der Jagdtradition» durchsetzen wollten, das Kinder an die Hobby-Jagd heranführen sollte, scheiterte das Vorhaben am Widerstand von Kinderrechtsbeauftragten, Bildungsministerium und Fachleuten. Ein Argument war dabei zentral, wie unser Beitrag «Polens Weg zum Verbot der Jagd in Anwesenheit von Minderjährigen» dokumentiert: Schulen führen Kinder nicht in Schlachthöfe. Nach derselben Logik dürfen Kinder auch nicht zu Gewaltszenen im Wald geführt werden.

Dieses Argument trifft den Kern. Niemand käme auf die Idee, Zehnjährige durch einen Schlachthof zu führen, um sie an das Metzgerhandwerk heranzuführen, obwohl dort der allergrösste Teil des real konsumierten Fleisches herkommt. Kein Lehrplan, kein Metzgerverband, kein Elternhaus tut das, und der Jugendarbeitsschutz hält Minderjährige rechtlich von genau diesen Tätigkeiten fern. Die Gesellschaft hat also längst entschieden, dass das Miterleben der Tötung von Tieren nichts für Kinder ist, selbst dort, wo es der Ernährung dient.

Warum soll dann ausgerechnet die Hobby-Jagd die Ausnahme sein, bei der getötet wird zum Vergnügen und nicht einmal zur Ernährungssicherung? Je nützlicher und alltäglicher eine Tötung, desto selbstverständlicher der Kinderschutz. Je überflüssiger und freizeitlicher die Tötung, desto lauter der Ruf, Kinder dürften ruhig dabei sein. Diese Asymmetrie ist nicht haltbar.

Was die Wissenschaft zeigt

Zahlreiche Studien zeigen, dass das Miterleben von Gewalt an Tieren das Empathievermögen von Kindern beeinträchtigen, zu einer Desensibilisierung gegenüber Leid führen und mit späteren psychosozialen Problemen verbunden sein kann. Eine Übersicht dazu bietet das Dossier «Psychologie der Hobby-Jagd», und der Beitrag «Kinder, Jagd und Gewaltsozialisation» beschreibt, wie das begleitete Miterleben der Tötung Kindern die Botschaft vermittelt, Empathie sei verhandelbar.

Die Schutzlücke in der Schweiz

Die Schweiz hat diesen Schutzauftrag im Bereich der Hobby-Jagd bisher nicht umgesetzt. Es gibt keine schweizweit einheitliche Regelung, die Minderjährige wirksam vor der Teilnahme an Jagdtätigkeiten und dem Miterleben der Tötung von Wildtieren schützt. Im Gegenteil: Jagdverbände werben gezielt um Minderjährige, treten in Schulen auf und nehmen Kinder mit auf die Hobby-Jagd. Ausführlich dargestellt wird dies in den Beiträgen «Nein zum Unterricht durch Hobby-Jäger in Schulen» und «Gewalt an Schulen – und Hobby-Jäger?» sowie im offenen Brief an den Bundesrat: «Keine Minderjährigen auf der Hobby-Jagd».

Unsere Forderung

Was Spanien unter internationalem Druck gerade in Gesetzesform giesst und was Polen bereits abgewehrt hat, muss auch in der Schweiz gelten. Wir fordern den Bundesrat auf, eine klare gesetzliche Grundlage zu schaffen, welche Minderjährigen die aktive und passive Teilnahme an Jagdtätigkeiten verbietet und Verstösse wirksam sanktioniert.

Die Petition richtet sich an: Bundesrat Albert Rösti (Vorsteher UVEK)

Sehr geehrter Herr Bundesrat Rösti

Ich wende mich an Sie, weil ich zutiefst besorgt bin über die Teilnahme Minderjähriger an der Hobby-Jagd in der Schweiz.

Der UN-Kinderrechtsausschuss hat im Jahr 2023 in seinem «General Comment No. 26» festgehalten, dass Kinder vor jeder Form körperlicher und psychischer Gewalt sowie vor dem Ausgesetztsein gegenüber Gewalt geschützt werden müssen, einschliesslich Gewalt gegen Tiere. Die Schweiz ist als Vertragsstaat der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet, die Rechte aller Minderjährigen auf Schutz, körperliche und geistige Unversehrtheit wirksam zu gewährleisten.

Die passive oder aktive Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an Jagdtätigkeiten – sei es als Zuschauerinnen und Zuschauer oder durch Mithilfe und Schiessübungen im Rahmen der Freizeitjagd – ist mit diesem Schutzauftrag nicht vereinbar. Wissenschaftliche Arbeiten weisen darauf hin, dass das Miterleben von Gewalt an Tieren mit einer Beeinträchtigung des Empathievermögens, einer Desensibilisierung gegenüber Leid und erhöhten Risiken für spätere psychosoziale Probleme verbunden sein kann. Eine Zusammenstellung entsprechender Erkenntnisse findet sich im Dossier «Psychologie der Hobby-Jagd».

Obwohl die Jagd in der Schweiz in wesentlichen Bereichen kantonal geregelt und vollzogen wird, braucht es einen schweizweit verbindlichen Mindestschutz für Minderjährige. Der Bund soll im Rahmen seiner Gesetzgebungskompetenz dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche wirksam vor Situationen geschützt werden, in denen Gewalt gegen Tiere – insbesondere im Rahmen freizeitlicher Jagdaktivitäten – als normal, notwendig oder akzeptabel vermittelt wird. Das Bundesrecht regelt unter anderem die kantonale Jagdberechtigung; daraus folgt jedoch noch kein einheitlicher Schutzstandard zur Teilnahme Minderjähriger an Jagdtätigkeiten.

Ich fordere Sie deshalb auf,

die aktive und passive Teilnahme Minderjähriger an der Hobby-Jagd auf Bundesebene ausdrücklich zu verbieten, insbesondere das Mitjagen, Schiessen, die Nachsuche sowie die Anwesenheit bei Tötungshandlungen;

eine klare gesetzliche Grundlage für wirksame und verhältnismässige Sanktionen gegen Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger sowie jagdliche Organisationen zu schaffen, wenn sie Minderjährige an Jagdtätigkeiten teilnehmen lassen;

die im «General Comment No. 26» konkretisierten kinderrechtlichen Schutzpflichten im Bereich der Freizeitjagd wirksam umzusetzen und sicherzustellen, dass Minderjährige in der Schweiz nicht Gewalt gegen Tiere ausgesetzt werden.

Mit freundlichen Grüssen

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Ich habe unterzeichnet, weil...

  • «Tiermord verurteile ich in jeder Form. Kinder hereits in jungen Jahren versuchen zu verrohen ist ein no go! Wo kommen wir noch hin?? Respekt für alle Tiere!!»

    Simone M. · 24.08.2026

  • «der zugriff auf selbsteigentümlich lebende wesen raub bzw.. entführung,die vorsätzliche tötung strafechtlich mord ist..hier also tiermord.wer vermeint sich u. anderen dazu ein recht verleihen zu können.. ist ethisch und rechtsethisch eine nicht tragbare person. jäger sind ebenso eine nicht tragbare berufgruppe.. kindern nun noch ihre logisch und natürliche abscheu vor dem töten und morden nehmen zu wollen ist pädagoschisch keine haltbare sache im sinne des weltfriedens,der gewalteindämmung ,wissenschaftsfeindlich u. überhaupt nicht notwendig..die würdemindernden personalien haben kein ethischesrecht,kein eigentumsrecht und somit auch kein berufsrecht auf ihre raubmordende tätigkeit und die weitergabe dieser strafrechtsrelvanten handlungen...an kinder o jugendliche..noch sonst wem, nicht mal eins auf duldung.»

    peter l. · 24.08.2026

  • «Es ist schon schlimm genug, dass Erwachsene die Jagd zum Hobby machen und Freude daran haben Tiere zu töen. Man sollte nicht auch noch Kinder hineinziehen.»

    Noemi L. · 23.08.2026

  • «Weil ich als sehr bedenklich empfinde schon Kinder mit tötung und Jagd zu konfrontieren. Besser wäre es ihnen den Tierschutz bei zu bringen»

    Susanne U. · 22.08.2026

  • «Ich lehne Jagd absolut ab.»

    Anne H. · 21.08.2026

  • «Ich unterzeichne, weil ich Jagd für eine Perversion halte, für Lustmord – wer nämlich Freude beim Töten von Tieren empfindet, kann nur krank im Kopf sein! Ausnahmen sind selbstverständlich indigene Völker, die ggf. keine andere Möglichkeiten haben, sich zu ernähren.»

    Thomas R. · 20.08.2026

  • «Brutalität und Gewalt gegenüber Tieren streng geahndet werden sollte. Weil Kinder nicht mit dieser Brutalität konfrontiert werden dürfen als wäre es Normalität aus dem Stierkampf, der Jagd oder dem Ermorden tausender Straßentiere in der Türkei, Marokko, Rumänien u.v.m. ein Event zu machen. Diese Brutalität zerstört Kinderseelen. Und nicht nur die von Kindern.»

    Katja N. · 20.08.2026

  • «Jagd an sich schon Gewalt gegen fühlende Lebewesen darstellt, Tiere die ohne vernünftigen Grund, nur spasseshalber getötet werden, und die kinder, deren Geist noch in der Entwicklung ist, dadurch jegliche natürliche Empatie vetlieren, sowie die Kinder verrohen läßt.»

    Irene M. · 20.08.2026

  • «....mir Kinder genauso am Herzen liegen wie Tiere! Beide sollten vor der Lodenschaft geschützt werden.»

    Regine S. · 20.08.2026

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  • «Weil Kinder nicht zu Tiermörder herangezogen werden dürfen.»

    Thomas F. · 20.08.2026

  • «DIE ELENDIGE JAGD,GEHÖRR SOFOR ABGESCHAFFT und Jäger die ihre Kinder mit zur Jagd nehmen,gehören BESTRAFT!!!»

    Tanja B. · 01.04.2026