Law & Order

Hobby-Jäger Drama im Kanton Jura

Gewalt führt nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung immer zu Gegengewalt.

Die Gewaltkultur im Hobby-Jäger-Milieu hat erneut 2 menschliche Todesopfer gefordert. Heute Morgen wurden zwei Leichen in Courfaivre JU gefunden. Der 47-jährige Hobby-Jäger und Falkner soll zuerst seine Frau, dann sich, angeblich mit Messer, getötet haben.

Christophe K. hatte seinen Jagdschein im Jahr 2007 gemacht. Später war er im Kanton Jura auch als Lehrperson für die Hobby-Jägerei tätig und Präsident der Trophäenbewertung im Jagdverband. Schon sein Vater war ein Wildtierkiller.

Am Morgen der Ereignisse hatte der Hobby-Jäger geplant, mit einem Mitglied seiner Familie auf die Jagd zu gehen. Er ging zu einem Freund nach Courfaivre, um seine Jagdhunde zu holen. Dort wurde er um 7:30 Uhr gesehen. Um 07:45 rief er seine Jagdgefährten an, um ihnen mitzuteilen, dass er später am Nachmittag sich mit ihnen treffen könne. Sein Auto wurde später in der Nähe des Hauses seines Freundes entdeckt – samt Hunden und Handy.

Abschlussprüfung für die Hobby-Jägerei 2007 (Ch.K. dritter von links)

Das Westschweizer Portal «Le Matin» berichtet, dass das Paar drei Kinder im Teenageralter hat. Eines der Kinder soll tragischerweise die toten Eltern in der Wohnung in Courfaivre, wenige Kilometer von Delémont entfernt, gefunden haben. Das Ehepaar wurde demnach nackt in der Wohnung aufgefunden. Zwei Stichwaffen lagen neben den toten Körpern. Beide starben jedoch an einer Nackenverletzung durch einen scharfen Gegenstand, wie die Staatsanwältin mitteilt.

Die Staatsanwaltschaft geht deshalb von einem Kampf zwischen dem Ehepaar aus. Die Frau, die mehr Verletzungen aufwies als der Mann, wies Schnittwunden an den Händen auf. Diese stammten vermutlich von einem Verteidigungsversuch. In der Nähe der Leichen wurden zwei Messer gefunden.

In der Wohnung der Verstorbenen fanden die Ermittler nun auch einen Abschiedsbrief. Es ist jedoch noch unklar, wer diesen verfasst hat. Auch der genaue Tathergang wird weiterhin untersucht.

Der Hobby-Jäger war einst Besitzer der Tierparks «Siky Ranch» in Crémines im Berner Jura. Er und seine Frau verliessen die Ranch jedoch nach einigen Jahren offenbar wegen finanzieller Probleme. Heute heisst der Park «Siky Park».

Waffen sichergestellt 

Vor der Tragödie am 13. Oktober hat die Verstorbene eine Anzeige gegen ihren Ehemann wegen eines sexuellen Übergriffs erstattet, der angeblich in der Nacht begangen worden war, indem sie mit einer Waffe bedroht, festgehalten und vergewaltigt wurde.

Laut «Le Matin» gab es im Haus des Paares einen Polizeieinsatz. Mehrere Schusswaffen seien sichergestellt worden. 

Quellen in der Nähe des Tatortes weisen zudem darauf hin, dass der Vater das Haus der Familie verlassen musste und das Paar getrennt lebte. Es gab einen Gerichtsentscheid, bei dem es dem Hobby-Jäger verboten wurde, sich seiner Frau zu nähern oder Kontakt mit ihr aufzunehmen.

Da der Hobby-Jäger keine Vorstrafen hatte und ausser diesem Vorfall keine andere körperliche oder sexuelle Gewalttat begangen hatte, kam er nicht in Untersuchungshaft. Seinen persönlichen Schlüssel zum Haus musste er abgeben. Der Familie der betroffenen Frau schien das aber nicht genug. Diese äusserte bei der Staatsanwaltschaft ihre Bedenken über die Situation. Drei Tage vor ihrem Tod wurde die Frau deshalb nochmals befragt. Wieder hatten sich aber offenbar nicht genug beunruhigende Fakten präsentiert, die auf die kommende Tat hätten schliessen können.

Die forensische Polizei und Experten des Zentrums für Rechtsmedizin Lausanne führen derzeit immer noch Untersuchungen vor Ort durch.

Jagdwaffen führen zu Missbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Schusswaffensuiziden, Drohungen und tödlichen Tragödien. Jahr für Jahr werden unzählige Menschen durch Hobby-Jäger und Jägerwaffen verletzt, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden müssen.

An der Stelle wo Gewalt sich entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern wie Hobby-Jägern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.