Joggerin im Jura von Hobby-Jäger angeschossen
Im Jura wurde am 17. Januar 2026 eine 25-jährige Frau während eines Jogginglaufs durch einen Schuss eines Hobby-Jägers schwer am Fuss verletzt.
«Die anderen sollen aufpassen»
Sie war auf einer offenen Strasse nahe der Gemeinde Lent bei Champagnole unterwegs, als ein teilnehmender Hobby-Jäger im Rahmen einer organisierten Hobby-Jagd auf sie schoss und Projektile sie trafen.
Rettungskräfte brachten sie in ein Spital, wo sie operiert wurde; ihr Leben ist laut Behördenangaben nicht gefährdet.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Reihe bekannter Jagdunfälle, die Jahr für Jahr bei Mensch und Tier für Leid sorgen und erneut Fragen nach der Sicherheit von Jagdpraktiken in dicht genutzten Landschaften aufwerfen. Aus Sicht des Jagdverbandes selbst erkennt die Fédération départementale des chasseurs du Jura «offensichtliche Verstösse gegen Sicherheitsregeln» an. Der Präsident kündigte überraschend an, dass der Verband sich als zivilrechtlich beteiligte Partei hinter die Geschädigte stellen und den Vorfall als Anlass nehmen wolle, stärker auf Schulung und Sensibilisierung zu setzen.
Trotz dieser Stellungnahme bleibt die Realität dieses Ereignisses für viele unmissverständlich: Eine junge Frau wurde beim Sporttreiben durch einen Schuss verletzt, weil offenbar klare Sicherheitsregeln bei der Hobby-Jagd missachtet wurden. Behördenangaben deuten darauf hin, dass der Schütze weit über die erlaubte Schussdistanz hinaus agierte und sich an einem falschen Posten positionierte. Solche Verstösse unterstreichen, wie gefährlich unkontrollierte oder fahrlässige Hobby-Jagd in der Nähe von öffentlichen Wegen und Erholungsflächen ist.
Aus jagdkritischer Perspektive stellt dieser Unfall ein weiteres Beispiel dafür dar, wie Hobby-Jagd als Freizeitbeschäftigung Lebensrisiken für Unbeteiligte birgt. Selbst wenn der Vorstand der Jägerorganisation jetzt verstärkte Sicherheitsschulungen verspricht, bleibt die Frage, ob traditionelle Jagdmethoden und -zeiten in heute multifunktional genutzten Landschaften noch zeitgemäss sind. Wandernde, Laufende, Hundehaltende und andere Naturnutzende haben ein legitimes Interesse daran, dass ihre Gesundheit und Sicherheit gegenüber der Jagdpassion stärker geschützt werden.
Dieser Vorfall muss als Weckruf dienen, Jagdregularien zu überdenken und sicherere Alternativen zu forcieren. In der Debatte um Wildtierschutz, öffentliche Sicherheit und die Rolle von Hobby-Jagd in modernen Gesellschaften darf dieses Ereignis nicht einfach als «tragischer Einzelfall» abgetan werden.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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