12.10.2026, 22:12

Suchen

Bildung

Wovon sich Wölfe in der Schweiz ernähren

Zuoberst auf dem Speiseplan steht mit rund 35 Prozent der Rothirsch, wie die Stiftung Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) mitteilte.

Redaktion Wild beim Wild · 13. Juni 2024

Laut einer neuen Studie sind 83 Prozent der Beutetiere von Wölfen in der Schweiz Wildtiere.

Zuoberst auf dem Speiseplan steht mit rund 35 Prozent der Rothirsch, wie die Stiftung Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) mitteilte.

Danach folgten mit 20 Prozent Gämsen und Rehe (17,6 Prozent). An vierte Stelle folgen mit 11,3 Prozent Schafe. Insgesamt machten Nutztiere 17 Prozent der Nahrung der Wölfe aus.

Ein regionaler Vergleich zeige, dass das Nahrungsspektrum der Wölfe auch innerhalb der Schweiz deutliche Unterschiede aufweisen könne. So bestehe die Nahrung des Wolfs in den Kantonen Graubünden, Tessin und Glarus rund 20 Prozent häufiger aus Rothirschen als im Wallis, wo die Gämse am meisten gefressen werde.

Regionale Unterschiede müssen noch untersucht werden

Wie diese regionalen Unterschiede zu Stande kommen, ist laut Kora Inhalt laufender weiterer Untersuchungen. Der Vergleich werde momentan nur zwischen den Regionen gemacht, wo die meisten Wolfsproben gesammelt wurden, also dem Wallis sowie Graubünden, Tessin und Glarus. Von den landesweit laut Kora 35 Rudeln – einschliesslich grenzüberschreitender Rudel – sind 13 im Wallis ansässig. 15 weitere lebten Stand 1. Februar 2024 in den Kantonen Graubünden, Tessin und Glarus. Der aktuelle Rudelbestand könne frühstens im Herbst evaluiert werden.

Die Studie untersuchte von 2017 bis 2022 in einer schweizweiten Nahrungsanalyse das Beutespektrum der hiesigen Wölfe. Die Untersuchung wurde Anhand von rund 350 interpretierbaren Kotproben von Wölfen durchgeführt, wie es weiter hiess.

Die in den Proben identifizierten Tierarten seien von Wölfen gefressen worden. Dies bedeute jedoch nicht zwingend, dass der Wolf sie auch erlegt habe, da der Wolf auch Aas fresse.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

Weiterführende Artikel

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Wildtiere brauchen eine Stimme

Einmal pro Woche: Recherchen, Petitionen und Hintergründe zur Hobby-Jagd. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden →