Doppelt so viele Hundebisse in fünf Jahren im Kanton Jura
Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Hundebisse im Kanton Jura verdoppelt.
Dieser Anstieg der Hundebisse ist teilweise auf illegale Welpenimporte, die Meldung von Vorfällen und unzureichende Sozialisierung der Hunde zurückzuführen.
Auch fehlende Regeln in den Kantonen spielen eine Rolle.
Christina Sigrist, eine Verhaltensforscherin für Tiere, sagt, dass viele Hundebesitzer sich unnormal verhalten. Sie streicheln ihre Hunde oft, während diese bellen, und können sie nicht zurückrufen.
Verdoppelung der Fälle
In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Hundebisse nahezu verdoppelt – von 44 im Jahr 2019 auf 83 im Jahr 2024. Der Kantonstierarzt Laurent Monnerat erklärt, dass im letzten Jahr die Hälfte der Bisse Menschen und die andere Hälfte Hunde betraf. Es ist wichtig, jeden Biss ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, auch wenn er klein erscheint, da er zu Infektionen und emotionalem Stress führen kann. Besonders Kinder sind bei Bissen gefährdet, da sie auf Augenhöhe mit dem Hund sind.
Schlecht sozialisiert
Der Anstieg der Bisse übertrifft das Wachstum der Hundepopulation. Im Jura gab es Anfang 2019 8’054 Hunde, bis 2025 stieg diese Zahl auf 8’419, was einem Anstieg von 5 % entspricht. Viele Menschen kauften während der Pandemie Welpen, aber die Hunde wurden oft nicht gut sozialisiert. Die Hunde lernten aufgrund der Telearbeit nicht immer, ohne ihre Besitzer zu leben.
Illegale Welpenimporte aufgrund der zunehmenden Verbreitung der sozialen Medien haben die Situation verschärft, da viele Käufer nicht über die notwendigen Bedingungen für den Import informiert sind. Die Tierärztin Alexandra Choffat warnt, dass der Kauf von Hunden ohne Informationen über Herkunft und Zucht zu Sozialisationsproblemen führen kann.
Hundetrainerin Marion François beobachtet, dass viele Hunde sich von Menschen abwenden. Viele Besitzer wissen nicht, wie sie mit ihren Tieren umgehen sollen, wenn diese abgelenkt sind. Sie bemerkt auch, dass Hunde im Jura weniger sozialisiert sind als anderswo und immer mehr aggressive Fälle auftreten, bis sie letztendlich eingeschläfert werden müssen.
Es gibt Kritik an Hundevereinen, die gefährlichen Rassen oft den Zugang zu Trainingskursen verweigern, und es gibt Bedenken, dass viele Trainer nicht ausreichend qualifiziert sind.
Ohne Unterricht aggressiver?
Die schlechte Sozialisierung der Hunde hat auch zugenommen, seit 2017 die Pflichtkurse für neue Hundebesitzer abgeschafft wurden. Der Kanton Jura hat keine wieder verpflichtenden Kurse eingeführt und auch keine bestimmten Rassen verboten, obwohl er bei der Anzahl der Hunde pro Einwohner führend ist.
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