15.10.2026, 22:57

Suchen

Kriminalität & Jagd

Abschussverfügung für Wolf nicht bundesgesetzeskonform

Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat bei der Walliser Kantonsregierung Beschwerde gegen die Abschussverfügung eines Wolfes im Val d’Anniviers erhoben.

Redaktion Wild beim Wild · 12. Oktober 2018

Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat bei der Walliser Kantonsregierung Beschwerde gegen die Abschussverfügung eines Wolfes im Val d’Anniviers erhoben.

Wie der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig auf Anfrage des «Walliser Boten» erklärt, wurde die Beschwerde gegen die Abschussverfügung eines Wolfs im Val d’Anniviers in der vergangenen Woche deponiert. Beim BAFU wird die Verfügung, welche vom zuständigen Departement von Staatsrat Jacques Melly am 7. September 2018 erlassen wurde, als nicht bundesgesetzeskonform erachtet.

Herdenschutz und Rudelstatus unklar

Es gelte zu klären, ob die zumutbaren Herdenschutzmassnahmen im Val d’Anniviers ergriffen wurden und ob in der Region ein Wolfsrudel oder nur Einzelwölfe unterwegs sind, heisst es seitens des BAFU.

Jacques Melly
Jacques Melly

Staatsrat Jacques Melly (CVP) ordnete nebenbei sogar noch die Ausweitung des Abschussperimeters für die nächsten 60 Tage des im Goms zum Abschuss freigegebenen Wolfes an.

Es sei wahrscheinlich, dass in dieser Region ein Rudel lebe, kritisierten die Organisationen. Somit bestehe die Gefahr, die Elterntiere zu töten und gleichzeitig die Jungtiere in Gefahr zu bringen. Im Val d’Anniviers waren im Sommer insgesamt 39 Schafe von Wölfen getötet worden. Mehr zum Jagdgesetz und zu Wildtieren.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Wildtiere brauchen eine Stimme

Einmal pro Woche: Recherchen, Petitionen und Hintergründe zur Hobby-Jagd. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden →