Wolfsmassaker Graubünden: 9 Wölfe im Dezember erlegt
Im Dezember 2023 hat die Wildhut in Graubünden neun Wölfe erlegt. Das Amt informiert nur einmal pro Monat und verweigert Transparenz.
Update 5.1.2024
Im Dezember 2023 sind 9 Wölfe von der Wildhut in Graubünden geschossen worden.
Amt verweigert Transparenz
Das Amt für Jagd und Blödsinn in Graubünden will nicht zeitnah und transparent die Öffentlichkeit informieren.
Es soll nur einmal pro Monat über das Massaker an den Wölfen berichtet werden, welches das Amt mitzuverantworten hat. Dieses Amt pfuscht und trickst, wo es nur kann. Immer wieder werden Zahlen und Berichte in betrügerischer Absicht manipuliert, schreibt auch infosperber.ch.
Die Wildhut hat bis jetzt acht Wölfe erlegt. Bislang wurde noch kein Wolf von einem Hobby-Jäger geschossen, hat Carmelia Maissen im Grossen Rat informiert. Insgesamt sind gemäss Maissen gut 400 Hobby-Jäger autorisiert, auf der Sonderjagd einen Wolf zu schiessen. Die Sonderjagd dauert noch bis zum 20. Dezember.
Unterschiede zwischen Graubünden und Wallis
Hilfsmittel (Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräte) wie im Wallis sind im Kanton Graubünden nicht erlaubt und das massakrierte Tier wird vernichtet. Es sollen keine Bilder der Wolfsjagd im Internet landen und der Kanton Graubünden will verhindern, dass öffentlich wird, wer den Schuss auslöste.
In Graubünden sind die Wölfe quasi Beifang für die Hobby-Jäger, denn sie dürfen nur während der tierquälerischen Sonderjagd geschossen werden. Das heisst: Ist die Sonderjagd an Hirschen und Rehen vorbei, ist auch die Wolfsjagd für sie vorbei.
Im Wallis hingegen dürfen die Hobby-Jäger auch während der Fuchsjagd bis Ende Januar 2024 Wölfe schiessen. Ein weiterer Unterschied: Das Fell gehört in Graubünden nicht dem Hobby-Jäger, er muss es abgeben. So soll eine Trophäenjagd verhindert werden. Und in Graubünden wird nur tagsüber gezielt gejagt, während im Wallis jeder Wolf, der vor die Flinte läuft, auch nachts erschossen wird.
Kritik an BAFU und Bundesrat Rösti
Einmal mehr wird das BAFU und der Bundesrat, orchestriert von Bundesrat Albert Rösti, in der Sendung Club vom srf.ch kritisiert für seinen blinden Aktivismus und die Unwissenschaftlichkeit. Dass im BAFU, Abteilung Wildtiere in der Leitung der Wurm drin ist, bemängelt die IG Wild beim Wild seit vielen Jahren.
Man hat vor dem Massaker gute Instrumente gehabt, um schadenstiftende Wölfe zu entnehmen. Es sei keine pragmatische Lösung, sondern reine politische Willkür, die Schweiz nun in Kompartimente aufzuteilen und die Anzahl auf 12 Rudeln zu begrenzen, so der Tenor in der Fernsehsendung. Das ist leider oft so in der Politik, dass man auf den hört, der am lautesten schreit. Intellektuell aber nicht in der Lage ist, sich ein Bild vom grossen Ganzen zu machen: 236 Umweltorganisationen aus 6 Kontinenten fordern die Schweizer Regierung auf: Stoppt den Wolfsabschuss
Wölfe benötigen genauso wie Füchse keine Regulierung, da sie auf einem Reviersystem funktionieren. Sie werden früher oder später, auf der Suche nach neuen Revieren, ins benachbarte Ausland expandieren. In einem gut funktionierenden Rudel hat nur ein Weibchen Junge und das ist die Mutter vom Rudel, erklärt der Wildbiologe Andreas Moser. Genauso wie bei den Wildschweinen und anderen Arten. Zerstört nun der schiesswütige Mensch diese Natürlichkeit, herrscht Chaos in der Gruppe und es gibt viel mehr orientierungslosen Nachwuchs als vorher, was zu grossen Konflikten führen kann.
Das Ziel der Problem-Züchter ist, den Wolf vollständig von der Schweiz fernzuhalten bzw. zu eliminieren. Und genau bei denen ist das Hauptproblem anzusiedeln und nicht bei den Wölfen. Das grosse Problem sind nicht die Wölfe, sondern die fehlenden oder schlecht umgesetzten Herdenschutzmassnahmen, die Fehlbeurteilungen durch die Behörden und die Hetzkampagne gegen den Wolf durch die Bauernlobby, die Politik und die Medien, welche seit der Abstimmung 2020 enorm zugenommen hat.
Das Wolfsmanagement in der Schweiz ist jetzt vollends faktenfrei.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

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