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Tierwelt

Tierschutzwidrige Seehundpolitik in Schleswig-Holstein

Sie gelten als wichtiger Indikator dafür, wie gut es um das Wattenmeer bestellt ist. Doch Forscher zählen immer weniger Seehunde.

Redaktion Wild beim Wild — 16. November 2022

Zur Zeit läuft gerade die Meldung durch die Medien, dass der Bestand der Seehunde zur Zeit so niedrig ist wie seit 2011 nicht mehr.

Seehunde gelten als ein wichtiger Bioindikator für den Lebensraum Wattenmeer. Anzahl und Gesundheitszustand lassen auch Rückschlüsse auf die Wasserqualität und den Fischbestand zu.

Hunderte Seehunde werden jährlich erschossen

Schon seit Jahren kritisiert das Robbenzentrum Föhr die Seehundpolitik in Schleswig-Holstein. Jedes Jahr werden Hunderte von Seehunden erschossen, ca. 600 bis 800 Tiere jedes Jahr, und das, obwohl die Seehunde bzw. die Robben im Allgemeinen durch die Menschen in Not geraten sind: Geisternetze, Schnellboote, Störungen, Verschmutzung der Nordsee, Überfischung und vieles mehr. Wir können hier nicht mehr von einer «unberührten Natur» sprechen, in der man die Tiere eigentlich ihrem Schicksal überlassen möchte, denn diese Natur gibt es nicht mehr. Der Mensch stört vehement deren Lebensraum, sodass aktuell sehr viele tote und zu kleine, abgemagerte Tiere mit Verletzungen oder Lungenwurmerkrankungen an die Strände in Schleswig-Holstein gespült werden. Und trotzdem werden in Schleswig-Holstein offiziell keine Seehunde mehr gerettet.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Politik des Vertuschens

Aber öffentlich macht man diese Politik nicht, denn das würde einen Skandal auslösen und viele Menschen abschrecken, wie wir bereits an vielen Reaktionen der Finder der Tiere bemerken. Allein die Tatsache, dass die von uns geretteten und in unserem Robbenzentrum aufgenommenen, stabilisierten und gesund gepflegten Seehunde wieder zur Auswilderung nach Friedrichskoog zur Seehundstation geschickt werden müssen, ist eine Zumutung für diese Tiere. Denn dies entspricht einer strapaziösen Reise über 3 Stunden (Transport mit der Fähre, Umpacken der Tiere in einen Transporter etc.).

Und auch in Friedrichskoog werden seit August nur noch Tiere aufgenommen, die vorher vom Robbenzentrum versorgt worden sind. Alle anderen gefundenen und gemeldeten Tiere erreichen die Seehundstation Friedrichskoog meist nicht. Dies bedeutet, viele Tiere werden erschossen, einfach liegen gelassen oder noch unglaublicher, einfach an eine andere Stelle transportiert und abgelegt, mit der Hoffnung, dass sich dort nicht ganz so viele Menschen aufhalten, die sich das Sterben des Tieres ansehen müssen!

Töten statt helfen

Eine ethisch abartige Methode unserer Meinung nach.

Wir Menschen sind doch diejenigen, die die Tiere in einer egoistischen Weise bedrängen. Wir führen Besichtigungstouren zu ihren Rückzugsorten durch, wir fischen ihr Futter weg, wir verschmutzen ihren Lebensraum und dann lassen wir sie auch noch im Stich, wenn sie krank oder verletzt sind, oder wir töten sie sogar! Natürlich ohne eine tiermedizinische Untersuchung! Unser Fazit: Alles in allem eine tierfeindliche und tierschutzwidrige Vorgehensweise, die leider von unseren Behörden und Beteiligten versucht wird zu verbergen, schreibt das Robbenzentrum Föhr. Auch die Tierrechtsbewegung fordert ein Umdenken im Umgang mit Wildtieren.

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