Wolfsrudel-Regulierung: Kantone erhalten Genehmigung
Ab Dezember 2023 dürfen fünf Kantone Wolfsrudel präventiv regulieren. Das Bafu hat die meisten Gesuche genehmigt. Naturschutzorganisationen kritisieren das Vorgehen.
Fünf Kantone beantragen Regulierung
Ab dem 1. Dezember 2023 können die Kantone unter klar definierten Bedingungen Wolfsrudel präventiv regulieren und damit zukünftige Schäden mindern.
Fünf Kantone haben die präventive Regulation von Wolfsrudeln auf ihrem Gebiet beantragt. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Gesuche geprüft und stimmt den meisten zu.
Der Bundesrat hat am 1. November 2023 den ersten Teil des Jagdgesetzes befristet in Kraft gesetzt und gleichzeitig die Jagdverordnung entsprechend angepasst. Dies ermöglicht den Kantonen, bereits diesen Dezember und Januar präventive Rudel-Regulierungen vorzunehmen.
BAFU stimmt 12 von 13 Rudelentfernungen zu
Die Kantone Graubünden, Wallis, Waadt, St. Gallen und Tessin haben beim Bundesamt für Umwelt BAFU ihre Gesuche zur Regulierung der Wolfsrudel auf ihrem Gebiet eingereicht. Zurzeit sind in der Schweiz über 30 Wolfsrudel nachgewiesen. Gemäss ihren Anträgen wollen die Kantone 13 Rudel ganz entfernen; bei sechs weiteren Rudeln wollen sie bis zwei Drittel der Welpen entfernen.
Das BAFU hat die Gesuche geprüft und stimmt den Anträgen zur Entfernung von 12 ganzen Rudeln zu. Dem Antrag des Kantons Tessin zur Entfernung des ganzen Rudels im Valle Onsernone kann das BAFU nicht zustimmen, weil es in den letzten zwölf Monaten nicht zu Rissen in geschützten Situationen gekommen ist.
Abschüsse bis 31. Januar 2024 befristet
Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Wölfe gemäss Zustimmung des BAFU entfernt werden können, dass aber dennoch aufgrund der Regulierung durch die Kantone das Wachstum des Wolfsbestands in der Schweiz, wie vom Bundesrat beabsichtigt, stark gebremst wird.
Nach der Zustimmung des BAFU zu den kantonalen Gesuchen können die Kantone nun ihre Verfügungen für die Abschüsse erlassen. Diese sind bis zum 31. Januar 2024 zu befristen. Nur Wildhüterinnen und Wildhüter oder speziell ausgebildete Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger dürfen die Wölfe erlegen.
Quelle: BAFU
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
Weiterführende Artikel
- Schweizer Wiesen verlieren massiv an Artenvielfalt
- Wenn Schafe, Rinder und Co. Raum der Wildtiere besetzen
- Schweizer Tierschutz kritisiert geplante Wolfsabschüsse als Gefahr für Rudelstrukturen und Herdenschutz
- In Graubünden tobt die Wolfsinkompetenz
- Val Fex: Wenn das Herdenschutzkonzept löchriger ist als der Zaun
- Abschuss statt Schutz – die Schweiz auf dem Weg zur stillen Wolfs-Ausrottung
- Kommunikationsversagen beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
- Illegale Wolfsjagd in der Schweiz
- Wolfswelpen in der Schweiz im Kreuzfeuer
- Schweiz verkauft Massaker an Wölfen als Erfolg
- Schlampereien im Büro von Katrin Schneeberger
- Die Beweidung durch Vieh verändert den Boden, die Pflanzen und die Insektenpopulationen
- Die irrsinnige Jagd auf Wölfe in der Schweiz
- Die Wahrheit über die Schafsterblichkeit in der Schweiz: Ursachen und Statistiken
- Wolfsabschüsse in der Schweiz: Besorgnis über Parteipolitiker Albert Rösti
- Stoppen wir die Zerstörungs-Wut der SVP
- Mitmach-Aktion: Ein Appell für eine Veränderung in der Schweiz
- 200 Umweltorganisationen aus 6 Kontinenten fordern die Schweizer Regierung auf: Stoppt den Wolfsabschuss
- Bundesrat wird von Wolfsexperten stark kritisiert
- Die Folgen des kontroversen Wolfsmanagements in der Schweiz
- Wolf: Bundesrat Rösti (SVP) umgeht Recht und Ordnung
- Es Burebüebli mahn i nit
- Arbeiten das BAFU und die Jagdverwaltungen noch seriös?
- Bundesrat Albert Rösti tritt Volkswillen mit den Füssen
- Die Folgen des kontroversen Wolfsmanagements in der Schweiz
- Zu viele Schafe schaden der Biodiversität
- Landwirtschaftliche Nutzung zerstört Alpwiesen
- Risse trotz Herdenschutz, wie ist das möglich?
- Der faule Apfel in der St. Galler Jagdverwaltung
- Pro Natura fordert umfassende Strategie für Schafsömmerung
- Gemäss Agridea-Studie funktioniert Herdenschutz mit Hunden gut
- Dank Herdenschutz reissen Wölfe in der Schweiz weniger Nutztiere
- Bauern sehen Felder als Entsorgungsdeponie
- Biomasse der Wildtiere
- Von Schafhaltern und diffusen Behörden
- Die Doppelmoral der Wolfsgegner
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →