Italien: Kälber als unliebsames Nebenprodukt der Büffelmozzarellaproduktion
Das Investigationsmaterial zeigt, dass auch die erwachsenen, weiblichen Büffel unter den miserablen Haltungsbedingungen leiden.
47 Millionen Kilogramm «Mozzarella di Bufala Campana DOP» wurden 2017 in Italien produziert. Um der grossen Nachfrage am Luxuskäse gerecht zu werden, setzen viele italienische Bauern auf Effizienz statt auf Tierwohl. Eine im August 2018 durchgeführte Recherche von VIER PFOTEN zeigt, dass darunter vor allem männliche Büffelkälber leiden.
Als wertloses Nebenprodukt betrachtet, werden die Jungtiere oft bewusst schwer vernachlässigt. Sterben sie nicht an den Folgen der schlechten Haltungsbedingungen, werden sie durchschnittlich 30 Tage nach ihrer Geburt geschlachtet.
«Die Aufnahmen zeigen Kälber, die offenbar schon länger tot auf dem Boden liegen – und das vor den Augen der anderen Büffel. Andere lebende Kälber waren so abgemagert, dass sie kaum noch stehen konnten», berichtet VIER PFOTEN Nutztier-Expertin Hanna Zedlacher. «Rund 30 Tage nach der Geburt sind die Kälber alt genug für den Transport zum Schlachter. Allein 2017 wurden über 52’000 Büffelkälber legal in Italien getötet.»
Das Leiden der Büffel
Um der gestiegenen Nachfrage nachzukommen, setzen viele italienische Büffelbauern auf Intensivtierhaltung. Das bedeutet kaum bis wenig Grünauslauf für die Tiere. Die Ställe sowie die Tiere sind verdreckt. Viele der Büffel leiden an überwachsenen Klauen, Geschwülsten und unbehandelten Verletzungen.
Büffelfarmen seit 2014 im Fokus
Bereits im Sommer 2014 machte die Tierschutzorganisation auf die schlechte Situation der in Italien gehaltenen Büffel aufmerksam. Die damals gestellten Forderungen werden aber auch vier Jahre später noch immer nicht überall erfüllt.
«Nur Büffelmozzarella von tierfreundlichen Farmen soll angeboten werden. Das unnötige Töten der Tiere muss ein Ende haben», fordert Zedlacher.
Das Geschäft mit der Büffelmilch
74 % der rund 400’000 in Italien lebenden Büffel werden in Kampanien gezüchtet. Insgesamt gibt es landesweit 2’212 Büffelfarmen. Hauptabnehmer des Luxuskäses sind Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, USA, Schweiz und Spanien. Mehr zu Tierrechten.
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