IUCN-Wolfsexperten kritisieren Bundesrat scharf
Die Weltnaturschutzunion kritisiert den Bundesrat für die präventive Wolfsregulierung. Sie sei unwissenschaftlich und führe zu mehr Konflikten unter Wölfen.
Wissenschaftsbasierte Regelung gefordert
Die Wolfsexperten der IUCN-Gruppe fordert eine wissenschaftsbasierte Regelung der Wolfspopulation, die auf gesunden Tieren in stabilen Rudeln mit beständigen Revieren basiert.
Sie argumentiert, dass die Hobby-Jagd auf Wölfen zum Auseinanderbrechen der Rudel und zu mehr Konflikten führt.
Zudem wurde betont, dass es nicht bewiesen und irreführend ist, dass Wölfe durch Abschüsse eine grössere Scheu entwickeln. Die Expertengruppe bemängelt auch die Reduzierung der Wolfsrudel auf nur 12, was weit unter dem Minimum für eine gesunde Population von rund 20 Rudeln liegt. Stattdessen sollte sich die Schweiz mehr Zeit geben, den Umgang mit Wölfen wieder zu lernen.
Beutegreifer an der Spitze der Nahrungskette
Die Gruppe betont ausserdem die Verantwortung der Schweiz als Teil des Territoriums der alpinen Wolfspopulation und fordert eine länderübergreifende Regulierung in Absprache mit den Nachbarländern. Sie betont die wichtige Funktion der Wölfe als grösster Beutegreifer an der Spitze der Nahrungskette im Ökosystem und ihre Rolle bei der Regulierung des Wildbestandes.
Warnung vor Lockerung des Wolfsschutzes
Die Expertengruppe warnt vor den Auswirkungen der Lockerung des Wolfsschutzes in der Schweiz, die nun das vorbeugende Abschiessen von Wölfen, einschliesslich ganzer Rudel, erlaubt.
Der Bundesrat hatte die Anpassung der Jagdverordnung Anfang November genehmigt, und das revidierte Bundesgesetz tritt am 1. Dezember in Kraft. Wolfsabschüsse werden bis zum 31. Januar erlaubt sein.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
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